Modernisierung fast beendet

Visselhöveder Bahnhalt ist jetzt barrierefrei

Vom alten Tunnel ist nichts mehr zu sehen, aber die Bahnsteige wurden um 55 Zentimeter erhöht.
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Vom alten Tunnel ist nichts mehr zu sehen, aber die Bahnsteige wurden um 55 Zentimeter erhöht.

Visselhövede – Hier noch mal ein bisschen messen, um den letzten Pflastersein passend zu schneiden. Dort noch etwas stärker harken, damit die Rasenfläche im Frühjahr auch möglichst eben ist. Es sind nur noch ein paar Restarbeiten zu erledigen, dann ist das Mammutprojekt „Sanierung des Visselhöveder Bahnhalts“ erledigt.

Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte wird es besonders freuen, denn der Bahnsteig ist jetzt barrierefrei. Sie können über eine flache Rampe vom Bahnhofsvorplatz den eigentlichen Bahnsteig problemlos erreichen. Während der Modernisierung wurden der Bahnsteig 1 in Richtung Bremen und 2 in Richtung Uelzen um 55 Zentimeter erhöht. „Damit ist ein stufenloser Einstieg in die Züge möglich“, teilt die Bahn AG mit, die gemeinsam mit dem Land Niedersachsen und der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) insgesamt rund 2,7 Millionen Euro investiert hat.

Die nagelneuen Ticketautomaten und Entwerter stehen an beiden Bahnsteigen.

Die rund neunmonatige Bauphase gehört zum Programm „Niedersachsen ist am Zug III“, in dem 40 besonders marode Bahnsteige zwischen Ems und Elbe modernisiert und dem neuesten Standard angepasst werden. „Der Bahnhof an der Strecke Bremen-Langwedel-Uelzen ist für alle Kunden nun sehr viel komfortabler geworden“, so die Bahn.

Vorbei also die Zeiten, als schwere Rampen aus den Waggons gewuchtet werden mussten, damit Rollstuhlfahrer überhaupt in den Zug hineinkamen. „Das waren Zustände wie zu den Hochzeiten der Amerikalinie“, war immer wieder von Passgieren zu hören. Denn die Bahnstrecke bekam den Namen, weil auf ihr in den 1920er-Jahren viele Auswanderer aus den östlichen Teilen des Deutschen Reiches nach Bremen und Bremerhaven gefahren waren, wo Anschluss an Auswandererschiffe nach Amerika bestand.

Zu der aktuellen Bahnsteigausstattung gehören energetische Beleuchtungsanlagen, komfortable Wetterschutzhäuser sowie dynamische Schriftanzeiger mit Lautsprechern für eine kontinuierliche Kundeninformation. Neue Abfallbehälter und Vitrinen komplettieren das Modernisierungspaket.

Fußweg „hinten rum“ zum Gleis 2.

So weit so gut. Was aber Bahnreisende und auch die Visselhöveder Politik immer noch ärgert, ist die Tatsache, dass der ehemalige Tunnel, der die beiden Gleisanlagen Richtung Westen und Richtung Osten verbunden hat, komplett zurückgebaut wurde. Und das offenbar aus wirtschaftlichen Gründen. Denn: „Der Bahnsteig 2 in Richtung Uelzen, an dem täglich nur zwei Züge verkehren, ist nun über den Bahnübergang an der Rosenstraße zu erreichen“, teilt die Bahn lapidar mit.

Im Vorfeld hatte diverse Privatleute, aber auch Parteien einige Vorschläge gemacht, wie man möglichst zügig von Bahnsteig 1 zum Bahnsteig 2 gelangen kann, aber alle wurden abgeschmettert, weil das Fahrgastaufkommen in Richtung Uelzen zu gering sei.

Über flache Rampen ist der Bahnsteig nun auch für Rollstuhlfahrer leicht zu erreichen.

Also müssen Fahrgäste vom Bahnhofsvorplatz zunächst die Bahnhofstraße entlang gehen, dann den Bahnübergang Rosenstraße nutzen, bis zum Ende des Geländers spazieren, um dann wieder zurück an den Gleisen entlang zum Zustieg 2 zu gelangen.

Die dunklen Zeiten sind vorbei.

Aber im Großen und Ganzen sticht der neue Bahnstopp optisch aus der Umgebung stark positiv heraus, denn das alte Bahnhofsgebäude, das dem DRK-Kreisverband gehört und an verschiedene Visselhöveder Einrichtungen wie dem Präventionsrat oder der Tafel vermietet ist, hat bereits deutlich bessere Jahre gesehen und verdient eine grundlegende Fassadensanierung.

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