Visselhöveder Grüne fordern Verwaltungsposten

Klimaschutz vertagt

Das Thema Klimawandel beschäftigt die Visselhöveder, wie hier Isa Roth (l.) und Simone Theobald, nicht nur während der Freitagsdemos.
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Das Thema Klimawandel beschäftigt die Visselhöveder, wie hier Isa Roth (l.) und Simone Theobald, nicht nur während der Freitagsdemos.

Visselhövede – Klimaschutz geht jeden an. Das ist nicht neu. Neu ist aber, dass in Visselhövede die Stelle für ein Klimaschutzmanagement geschaffen werden soll. Das haben zumindest die Grünen beantragt. Sie ernteten auch zustimmendes Kopfnicken bei den anderen Mitgliedern des Landwirtschafts- und Umweltausschusses, aber so richtig umsetzen wollten die Idee vor allem CDU und SPD noch nicht. Aber eine Vorbereitung wurde nachträglich vereinbart.

„Das ist eine so weitreichende Entscheidung, sodass wir sie dem neuen Rat überlassen sollten, der bereits im November seine Arbeit aufnimmt“, beurteilte Hermann Bergmann (SPD) die Thematik. Ähnlich sieht es Ausschussvorsitzender Charly Carstens (CDU): „Klar, Klimaschutz ist auch im öffentlichen Raum enorm wichtig, aber das Thema ist beim neuen Stadtrat und den entsprechenden Ausschüssen besser angesiedelt, weil sie noch länger damit zu tun haben.“

Heiner Gerken (Grüne) hat indes Sorgen, dass das Thema „ein Stück weit in Vergessenheit gerät, wenn wir das immer noch weiter nach hinten schieben“. Zumal der aktuelle Zeitpunkt mehr als günstig sei: „Die Kofinanzierung einer halben Stelle würde 10 000 Euro pro Jahr nicht überschreiten, und sie könnte sich durch die Beratungsleistung für die städtischen Gebäude und Arbeitsabläufe schnell amortisieren.“

10000 Euro als Ko-Finanzierung des geförderten Halbtagsjobs

Die Bundesregierung unterstütze diese notwendige Entwicklung mit umfangreichen Förderprogrammen und viele Kommunen seien bereits den Weg gegangen, für die komplexen Aufgaben im kommunalen Klimaschutz eine Stelle zu besetzten. „Die Fördermittel für derartige Stellen wurden vom Bundesumweltministerium für 2021 nochmals aufgestockt und richten sich insbesondere an Kommunen, die noch keinen Klimaschutzmanager beschäftigen“, begründete Gerken seinen Antrag. Er hatte auch noch ein großes Bonbon im Gepäck: „Die Förderquoten betragen bei Beantragung in diesem Jahr 75 Prozent der Personal- und Sachkosten.“

Die Umsetzung des Pariser Abkommens und der Ziele der Bundesregierung wie die Klimaneutralität bis 2045 stelle auch die Kommunen vor die Herausforderung, Klimaschutzkonzepte zu entwickeln und konsequent umzusetzen. Die Stadt Visselhövede habe für die vielfältigen Aufgaben im Klimaschutz bisher weder ein Klimaschutzkonzept noch personelle Kapazitäten für eine aktive Bearbeitung.

Gerken: „Diese Aufgaben werden jedoch in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Kommunaler Klimaschutz ist auf dem Weg, auch für Kommunen zur Pflichtaufgabe zu werden.“ Die Samtgemeinde Sottrum sei dafür ein gutes Beispiel.

Kirstin Taberski, die erste Klimaschutzmanagerin im Südkreis und eben bei der Samtgemeinde Sottrum angestellt, erläuterte dem Ausschuss kurz ihren Tätigkeitsbereich. „Ich suche natürlich vor allem nach Energie-Einsparungspotenzialen in den öffentlichen Einrichtungen. Aber dabei geht es um mehr als nur um eine reine Bestandsaufnahme, sondern wir müssen die Zahlen auch interpretieren und dann entsprechend gegensteuern und vielleicht in bestimmten Bereichen erneuerbare Energien verwenden“, so Taberski.

Sottrum als Beispiel

Auch eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Antworten auf die Frage zu finden, wie man Klimaschutz in die Verwaltung bekomme, gehöre zu ihren Aufgaben. „Zusätzlich arbeite ich an einem Mobilitätskonzept für die Menschen auf dem Lande und daran, wie man möglichst kostengünstig Schnellladestationen für Autos in den Sottrumer Haushalten installiert, damit viele Menschen die Vorzüge der E-Mobilität nutzen können“, umriss Taberski ihren Alltag.

Heiner Gerken appellierte noch einmal, die halbe Stelle zu schaffen, weil sich jeder für den Klimaschutz ausspreche. „Mit der Erweiterung des neuen Stellenplans um einen Klimamanager geben wir dem neuen Rat ein Werkzeug in die Hand.“

Kirstin Taberski, Klimaschutzbeauftragte in Sottrum.

Auch Harald Gabriel von der Gruppe Vissel for Future, die gemeinsam mit den Grünen den Antrag formuliert hatte, würde es gerne sehen, wenn sofort die Weichen für solch ein Klimamanagement gestellt würden. „Wir müssen nämlich dabei auch immer die Förderperiode im Blick haben. Im November wird es nämlich zeitlich schon recht knapp.“

Zwar will die Mehrheit des Ausschusses erst den neuen Rat entscheiden lassen, aber im Verwaltungsausschuss hat man sich zwei Tage später darauf geeinigt, dass die Verwaltung den Antrag weiter auf den Weg bringt und so vorbereitet, dass der neue Rat im November nur noch die Hand zu heben braucht.

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