Politik fordert günstige Mieten

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen

Der Bereich der sogenannten Altensiedlung soll baulich neu entwickelt werden.
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Der Bereich der sogenannten Altensiedlung soll baulich neu entwickelt werden.

Visselhövede – Innenverdichtung ja, aber nur mit der Vorgabe, dass in dem Bereich günstiges Wohnen für Senioren weiter möglich ist, und dass ein großer Teil der Bäume erhalten bleibt. Das hat der Visselhöveder Ausschuss für Bauen und Stadtentwicklung dem Bremer Planungsbüro Instara ins Hausaufgabenheft geschrieben. Denn die Fachleute wollen im Auftrag einer Verdener Investorengruppe das Areal rund um die sogenannte Altensiedlung östlich der Gartenstraße neu beplanen.

Dort gibt es zurzeit 45 ebenerdige Apartments, die größtenteils von Senioren bewohnt werden, da die Mieten recht günstig sind. Dem gesamten Areal liegt eine Idee der Arbeiterwohlfahrt (Awo) zugrunde, die in den 1970er-Jahren die Gebäude erstellen ließen, um kostengünstiges Wohnen für die Visselhöveder möglich zu machen, die über ein eher schmales Budget verfügen. Anschließend wechselten die Apartments mehrfach den Eigentümer.

„Der aktuelle Grundstückseigentümer beabsichtigt, über einen längeren Zeitraum die bestehenden Gebäude auf dem gesamten Grundstück zu sanieren und auch mit weiteren Häusern zu ergänzen“, erläuterte Bauamtsleiter Gerd Köhnken während der Sitzung. Gegebenenfalls sollen die Bestandsgebäude perspektivisch auch ersetzt werden.

Senioren bewohnen 45 Apartments

Aber genau bei diesem Punkt wollen die Politiker durch einen entsprechenden Vertrag verhindern, dass anstelle der aktuell einfachen, dafür aber mietgünstigen Apartments teure Luxuswohnungen entstehen, die von den zurzeit dort lebenden Senioren nicht mehr zu bezahlen wären. Hartmut Wallin (Grüne) forderte, den entsprechender Passus mit dem Vermerk „Sondergebiet Altenwohnungen“ in den städtebaulichen Vertrag einfließen zu lassen. Auch Eckhard Langanke (WiV) betonte, dass die bestehenden Gebäude „weiterhin Senioren“ vorbehalten sein müssten.

„Vorrangige Zielsetzung ist aber die Errichtung eines bereits mehrfach diskutierten Mehrfamilienhauses am Ende der auf dem Grundstück vorhandenen Privatstraße“, wiegelte Instara-Geschäftsführer Burkhard Lichblau allerdings ab. Der ist der Meinung, dass die Pläne des Investors die sanierungsbedürftige Wohnanlage „städtebaulich enorm“ aufwerten würden. „Es ist ein klassischer Fall der Innenentwicklung, der aktuell von den Genehmigungsbehörden so auch gewollt ist.“ Mit den Planungen werde in einer Innenbereichslage moderner Wohnraum geschaffen, ohne nennenswerte zusätzliche Flächen zu versiegeln. „Im hinteren Bereich an der Hanglage ist noch genügend Platz für Einzelhäuser in zweigeschossiger Bauweise“, so der Planer, der aber hervorhob, dass die Firsthöhen der möglichen neuen Gebäude mindestens einen Meter unter den Nachbarhäusern außerhalb des Areals blieben. „Und natürlich wird auch der vorgeschriebene Abstand zu den Grundstücksgrenzen eingehalten.“

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Lichtblau ließ am Ende der Vorstellung bezüglich der Seniorenapartments auf Druck der Politiker zwar durchblicken, dass die „Bestandschutz“ hätten, aber dennoch energetisch saniert werden müssten.

Dass solche Investitionen zwangsläufig Mieterhöhungen nach sich ziehen, wissen auch die Politiker, und wollen weitergehende inhaltliche Regelungen mit dem Investor vertraglich festlegen. Der Ausschuss einigte sich einstimmig bei einer Enthaltung darauf, dass „der gemeinsam mit den Planern und der Verwaltung entwickelte Vertrag den Gremien zur Beschlussfassung“ vorgelegt wird.

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