Ursache unklar

Wohnblock-Mieter klagen über Übelkeit: Zehn Personen verletzt

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Die Visselhöveder Feuerwehr war mit 15 Einsatzkräften an der Pappelstraße aktiv. 

Neun Kinder und ein Erwachsener, alles Bewohner eines der Wohnblocks an der Visselhöveder Pappelstraße, wurden am Montagabend vorsorglich im Rotenburger Krankenhaus behandelt, weil sie über starkes Unwohlsein klagten, nachdem sie den Flur des Mehrfamilienhauses betreten hatten. Erste Vermutungen der Hausbewohner, dass es sich um Gas oder ähnliche Substanzen gehandelt haben könnte, das auch für die Reizung der Atemwege der Verletzten verantwortlich war, haben sich allerdings nicht bestätigt. „Wir kennen die Ursache des Vorfalls nicht“, so Rotenburgs Polizeisprecher Heiner van der Werp, dessen Kollegen am Abend ebenfalls vor Ort waren.

Visselhövede - Die Mieter hatten nach Angaben der Visselhöveder Feuerwehr um 20.11 Uhr die Helfer und den Rettungsdienst alarmiert. Demnach hatten mehrere Familien den Hausflur des Mehrfamilienhauses betreten und sofort über Schwindel, Übelkeit und Atemnot geklagt. „Zwei Kinder hatten sich vor unserem Eintreffen bereits übergeben und die Eltern haben uns darauf hin sofort alarmiert“, berichtet Feuerwehrsprecher Jonas Hermonies, der insgesamt 15 Einsatzkräfte zählte.

Die Besatzung des Rüstwagens der Ortsfeuerwehr Visselhövede ist demnach zuerst vor Ort gewesen und hat sich durch einen betroffenen Bewohner in die Begebenheiten des Hauses einweisen lassen. „Seine Tochter hatte im Keller einen leichten Nebel festgestellt und sofort Reizungen in den Atemwegen erlitten“, so Hermonies.

Die Mieter hatten vor dem Eintreffen der Feuerwehr den Flur und mehrere Wohnungen bereits stark belüftet. Dennoch wurden alle betroffenen Räume mit einem Gasmessgerät kontrolliert. Hermonies: „Zur Absicherung standen Atemschutztrupps bereit, um schnell Eingreifen zu können, sollte ein Gas austreten.“

Des Weiteren sei im Keller ein Simultantest eingesetzt worden, um eventuell in der Luft befindliche organische oder anorganische Verbindungen erkenntlich zu machen. „Nach allen Prüfungen wurde aber keine Gefährdung durch Gase oder ähnlichen Dingen festgestellt“, sagt der Feuerwehrsprecher.

Tests der Feuerwehr brachten keine Erkenntnisse über Gefahrstoffe in der Luft des Wohnblocks.

Da jedoch mehrere Bewohner über Beschwerden geklagt hätten, sei eine Liste mit allen dort angetroffenen Bewohnern erstellt und diese mit einer Liste des Ordnungsamts über die aktuell dort gemeldeten Personen verglichen worden. „Damit wurde ausgeschlossen, dass keine weiteren Personen betroffen sind, die sich noch nicht selbstständig bei der Feuerwehr oder dem Rettungsdienst gemeldet hatten“, berichtet Hermonies, der von einem Kind berichtet, das per Rettungswagen ins Rotenburger Krankenhaus gebracht worden sei.

Nach Angaben der Polizei seien im Verlauf des Abends aber noch acht weitere Kinder und ein Erwachsener von Familienmitgliedern zur Kontrolle ins Klinikum gebracht worden, um eventuelle Schädigungen der Atemwege auszuschließen.

„Wir haben keinerlei Erklärung für den Vorfall, ein Gasleck oder ähnliches wurde jedenfalls nicht festgestellt“, so Hermonies. Auch Polizeisprecher Heiner van der Werp kann sich keinen Reim machen: „Meinen Kollegen wurde vor Ort von den Betroffenen nur berichtet, dass es im Hausflur fürchterlich gestunken habe. Und zwar so stark, dass den Leuten richtig schlecht geworden sei.“

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