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Visselhövede wird wieder zum Reiseziel

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Von: Jens Wieters

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Einheimische und Touristen feiern 1996 einen von vielen Vissel-Sonntagen am Haus des Gastes, heute Haus der Bildung.
Einheimische und Touristen feiern 1996 einen von vielen Vissel-Sonntagen am Haus des Gastes, heute Haus der Bildung. © - Grunhold

Visselhövede zählte einst zu den touristischen Hochburgen des Landkreises. Eine neue Form von Urlaubsangeboten wollen die vier Bürgermeisterkandidaten etablieren.

Visselhövede – Bei der vorerst letzten Fragerunde unserer Leser an die vier Visselhöveder Bürgermeisterkandidaten will Udo Fischer, Geschäftsführer des Tourismusverbands des Landkreises Rotenburg (Tourow), wissen, wie es die Anwärter auf das Amt mit dem Fremdenverkehr halten. „Visselhövede gehörte bis Mitte der 2000er-Jahre zur touristischen Hochburg im gesamten Landkreis.

Der damalige Fremdenverkehrsverein hat Großes geleistet. Viele Busreise-Anbieter wurden für Urlaub in und um Visselhövede gewonnen“, erinnert Fischer. Es habe in dieser Zeit sehr viele, auch kleinere Vermieter in der Stadt gegeben. Die Übernachtungszahlen seien enorm gewesen.

„Wie sicher bekannt ist, wurde der Verein aufgelöst und die touristischen Aktivitäten in der Stadt deutlich zurückgefahren. Die kleineren Vermieter sind fast gänzlich verschwunden. Auch sonst hält man sich mit dem Thema Tourismus und Freizeit sehr zurück. Eine Einschätzung der Kandidaten dazu, ob sie entsprechendes Potenzial sehen und wie unter ihnen künftig der Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft gesehen wird, wäre sicher spannend“, so Fischer.

Kandidat Burkhard Scheidel: „Tourismus ist gut für die ganze Region. Es schafft Arbeitsplätze und ist auch Werbung für den ganzen Bereich. Für Touristen müssen Anreize vorhanden sein, die es sich lohnt anzusehen oder mitzuerleben. Sowie diese Anreize oder Ziele nicht mehr in ausreichender Zahl vorhanden sind, wird es schwierig. Die Lüneburger Heide ist schön und groß. Darin zu wandern oder Rad zu fahren ist für viele eine Bereicherung.

Visselhövede selber hat keine markanten Attraktionen, es bleiben nur Tagesausflügler oder Wanderer, doch dieser Personenkreis ist anzusprechen. Die Stadt muss für den ganzen Bereich mehr Werbung machen, um beginnend aus dem vorgenannten Personenkreis, wieder Interessenten zu gewinnen. Visselhövede darf nicht einschlafen.“

Kandidatin Sabine Schulz: „Mir liegt das Thema Urlaub und Freizeit in Visselhövede und Umgebung sehr am Herzen. Als kommende Bürgermeisterin würde ich diese Thematik ganz und gar nicht stiefmütterlich behandeln wollen, weil ich ein großes Potenzial in Visselhövede als Urlaubsort sehe. Das gilt natürlich für Tagesausflügler, die hier vielleicht wandern oder Radfahren und anschließend irgendwo gemütlich einkehren und etwas Schönes essen wollen.

Andererseits ist Visselhövede auch für einen Familienurlaub bestens geeignet, da es sich unweit toller Freizeitparks befindet, die auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sind. Man findet in der Stadt und den Dörfern also absolute Entspannung in der Natur oder auch Action in der Umgebung. Diese Mischung macht, meine ich, das Besondere aus.“

Kandidat Jürgen Dunecke: „Der Fremdenverkehrsverein war seinerzeit eine gute touristische Einrichtung in Visselhövede, die insbesondere zur Vermietung von privaten Fremdenzimmern beigetragen hat. Ab Anfang der 2000er-Jahre gingen die Übernachtungszahlen aber langsam zurück, die Ansprüche der Reisenden stiegen und die Vermieter hätten größere Investitionen tätigen müssen. Zudem hat sich damals das Reiseverhalten geändert. Flugreisen wurden günstiger, die Hotels setzten mehr auf Seminare und es stiegen die Angebote in der Umgebung.

Aber Visselhövede ist immer noch ein interessanter touristischer Ort, gerade in Bezug auf die steigenden Zahlen der Rad- und Wandertouristen bietet die Stadt durch ihre vielfältige Landschaft und den Nordpfaden Erholung in der Natur. Mit dem geplanten Wohnmobilbereich in der Innenstadt geht Visselhövede gerade den richtigen Weg für das neue Reiseverhalten.“

Sogar die amtierende Heidekönigin kam zu Besuch, und flog in einem Heißluftballon ab.
Sogar die amtierende Heidekönigin kam zu Besuch, und flog in einem Heißluftballon ab. © Grunhold

Kandidat André Lüdemann: „Die Region in und um Visselhövede ist nicht nur landschaftlich sehr reizvoll. Wir liegen geografisch zwischen den bedeutsamen Freizeit- und Tierparks in der Lüneburger Heide. In den nächsten Monaten wird der Bereich um die Visselseen attraktiver gestaltet und vor dem Hallenbad werden moderne Wohnmobilstellplätze mit entsprechenden Ver- und Entsorgungseinrichtungen geschaffen.

Entlang des Nordpfades in Riepholm wird in diesem Frühjahr auf privaten Impuls hin ein Lehrpfad für Sonderkulturen entstehen, es gibt ein Computermuseum und viele weitere touristische interessante Termine über das Jahr in Kunst und Kultur. Ideal für Tagestouristen und Individualreisende. Auf den Buchungsportalen werden nach wie vor zahlreiche Ferienwohnungen in und um Visselhövede angeboten und gebucht.

Hier kann und sollte das Stadtmarketing noch aktiver vernetzen – und das ist auch von mir geplant. Die Übernachtungszahlen sind nach wie vor enorm, aber vor allem durch die Tagungshotels begründet – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Visselhövede. Die Busreisen der 1980er- und 1990er-Jahren waren stark saisonal und nur dank des persönlichen Einsatzes einiger Personen möglich. Diese Form des Tourismus sehe ich nicht primär für das heutige Visselhövede.“

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