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Visselhövede setzt auf Solarstrom bei Hallenbad und Kläranlage

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Von: Jens Wieters

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Solarpaneele auf dem Dach der Werkstatt der Kläranlage sollen helfen, Stromkosten zu sparen.
Solarpaneele auf dem Dach der Werkstatt der Kläranlage sollen helfen, Stromkosten zu sparen. © -

26000 Euro Stromkosten pro Jahr würde Visselhövede sparen, wenn Photovoltaikanlagen auf dem Hallenbad und der Kläranlage installiert wären.

Visselhövede – Rund 450 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht die Visselhöveder Kläranlage, etwa 150 000 Kilowattstunden benötigen die Pumpen und Lampen im Hallenbad. Das sind die größten Stromfresser in kommunaler Hand. Im vergangenen Jahr mussten dafür rund 137 000 Euro an die Stadtwerke Rotenburg überwiesen werden. „Das muss sich ändern!“

, so der einstimmige Tenor des Klima-, Landwirtschafts- und Umweltausschusses am Dienstagabend. Und darum sollen die Dächer der beiden Gebäude mit Photovoltaikanlagen (PV) bestückt werden. Die Klimaschutzmanagerin Vanessa Reckemeyer stellte die Möglichkeiten vor: „Der selbst erzeugte Strom kann direkt genutzt werden und dient der Eigenversorgung, wodurch sich Kosteneinsparungen bei dem Stromeinkauf ergeben. Ein weiterer Vorteil im Hallenbad: Das solare Energieangebot sowie der Stromverbrauch passen gut zusammen, da der meiste Strom tagsüber benötigt wird.“

Auf dem Dach des Hallenbades soll eine PV mit einer Leistung von rund 84 Kilowatt-Peak (kWp) installiert werden, die etwa 67 000 kWh Strom pro Jahr erzeugen kann. „Etwa die Hälfte würde in den Eigenverbrauch fließen, da die Anlage ja auch Strom erzeugt, wenn das Bad geschlossen ist. Der wird ins Netz eingespeist“, so Recke-meyer. Mit einer solchen, etwas 118 000 Euro teuren Anlage würde die Stadt rund 16 000 Euro Stromkosten im Jahr und 28 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen sparen, „Eine Amortisierung wird nach rund 6,7 Jahren erreicht.“

Möglichst dicht sollen die Dachflächen des Hallenbads mit einer Photovoltaikanlage belegt werden.
Möglichst dicht sollen die Dachflächen des Hallenbads mit einer Photovoltaikanlage belegt werden. © Wieters

Um nicht ganz so viel Geld für die Anschaffung und auch den Unterhaltungskosten auszugeben, hatte die Verwaltung eigentlich darauf hingezielt, eine kleinere Anlage zu favorisieren. „Die größere Anlage auf dem Dach erzeugt tolle Werte und wenn wir da schon bauen, dann auf jeden Fall groß dimensioniert“, so Heiner Gerken (Grüne), der in seinem Zuhause durch PV, Batteriespeicher und Solarthermie in den Sommermonaten „fast zu 100 Prozent autark Wärme und Strom erzeugt.“ Auch Michael Senkbeil (CDU) und Mathias Ullrich (SPD) forderten, „das Dach des Hallenbads möglichst dicht mit Solarpaneelen zu belegen.“ Einer Meinung, der sich der Ausschuss einstimmig anschloss.

Auf dem Dach der Werkstatt der Kläranlage kommt hingegen eine kleinere Version einer PV-Anlage in Betracht, die 29 kWp leisten kann. „Die erzeugten 23 500 kWh Strom pro Jahr können zu 100 Prozent selbst verbraucht werden, weil eine Kläranlage rund um die Uhr enormen Strom verbraucht“, erläuterte Reckemeyer. Mit der geplanten PV-Anlage könnten rund 10 000 Euro pro Jahr an Stromkosten eingespart werden. „Nach knapp fünf Jahren hat sich die Anlage amortisiert und wir sparen jährlich knapp zehn Tonnen Kohlendioxid-Ausstoß.“ Vor allem mit der Kombination des geplanten Blockheizkraftwerks vor Ort böte eine PV-Anlage eine gute Ergänzung, um Stromkosten zu reduzieren, so die Klimaschutzmanagerin.

Wenn auch der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss am Donnerstag sich dem Votum des Klimaausschusses anschließt, wird die Verwaltung die Anlagen weiter planen und ausschreiben, um entsprechende Angebote von Firmen zu bekommen, die allerdings aktuell eine Menge zu tun haben. Dennoch wird im Rathaus damit gerechnet, dass bereits im kommenden Frühjahr die Paneele auf den Dächern der beiden Gebäude installiert werden können.

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