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Visselhövede plant neue Wohnmobilplätze

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Von: Jens Wieters

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Neue Schilder und mehr Werbung soll es geben.
Neue Schilder und mehr Werbung soll es geben. © - Wieters

Visselhövede – Ein Schandfleck im Herzen Visselhövedes wird verschwinden: Die Container für Altkleider und Glas, die seit Jahren am Rand des etwas vernachlässigten Parkplatzes des Vissel-Bads stehen, werden demnächst abtransportiert und am neuen Standort auf dem ehemaligen Festplatz am Majorsbruch aufgestellt. Diesen Beschluss hat der Kernortausschuss am Donnerstagabend gefasst, der noch vom Bau- und Verwaltungsausschuss bestätigt werden muss.

Hintergrund ist der Umbau des hinteren Parkplatzes zu einem modernen und attraktiven Stellplatz für mindestens sechs Wohnmobile. Das Geld dafür, rund 56 000 Euro, soll aus dem Förderpaket „Perspektive Innenstadt“ entnommen werden.

Der Wohnmobilstellplatz zu den Visselwiesen ist aktuell wenig attraktiv und schlecht ausgeschildert. Die Belegung ist dürftig und lässt auf einen Mangel an Ausstattung, Attraktivität und Bekanntheit schließen. Das hat nicht nur die Visselhöveder Verwaltung festgestellt, sondern ebenso die Reisemobil Union. Der eingetragene Verein hat sich den Stellplatz im Sommer 2021 angesehen und eine denkbar schlechte Note ausgestellt: mangelhaft.

Der Stellplatz, für den zurzeit fünf Wohnmobilstellplätze (10 mal 5 Meter) und ein Stellplatz für Wohnwagengespanne (15 mal 5 Meter) geplant sind, soll nun durch verschiedene Maßnahmen umgestaltet und aufgewertet werden. So sollen die Touristen ein Stromangebot bekommen und sich mit Frischwasser versorgen können. Sitzgruppen ermöglichen künftig ein Picknick auch mal außerhalb des Wohnmobilvorzelts. Aber Strom und Wasser wird es nicht kostenlos geben, sondern die Camper werden per Münzladesäule zur Kasse gebeten.

Die aktuelle Situation auf dem Parkplatz ist nicht einladend für Wohnmobilfans.
Die aktuelle Situation auf dem Parkplatz ist nicht einladend für Wohnmobilfans. © Wieters

Der Ausschuss hat noch kurz darüber nachgedacht, ob Frischwasser bis zu den Stellplätzen verlegt werden sollte, diese Idee aber wieder verworfen, weil das zu viel Aufwand und auch nicht die beste Hygiene bedeute. „Wenn ich aus einem Hahn Frischwasser zapfe und am Hahn gleich daneben jemand sein Wohnmobilklo ausspült, ist das nicht nur eine Geschmackssache“, so Monell Hagemann (Grüne).

So einigte sich das Gremium darauf, die Zapfstelle am Hallenbad zu installieren. Die Entsorgung des Abwassers der Wohnmobile bleibt allerdings am alten Standort am Eingang des Parkplatzes, „um eben auch für eine räumliche Trennung der Anlagen zu sorgen“, wie Ausschussvorsitzender Mathias Ullrich (SPD) betonte.

Nach der schon bald beginnenden Neugestaltung sollen auch entsprechende Schilder die Erholungssuchenden zu einem Zwischenstopp oder gar zu einem längeren Aufenthalt in Visselhövede animieren. „Wir planen einen ansprechenden Internetauftritt auf unserer Homepage und in den Wohnmobilportalen“, so Raphaela Christof vom Stadtmarketing, die auch das Regenwasser künftig besser ableiten möchte, da es im hinteren Bereich des Parkplatzes gelegentlich zu Überschwemmungen komme.

Anwohner Jochen Orthmann, der im Sommer „auch schon mal selber Müll einsammelt“, freut, sich, dass sich „endlich mal was tut auf dem Platz“. Jahrelang sei dort selten die Kehrmaschine des Bauhofs im Einsatz gewesen, zuletzt sei es ein wenig besser geworden. „Denn wir haben viele Gäste hier: aus Frankreich, aus Holland und aus ganz Deutschland. Der Standort ist nämlich auch ohne ansprechende Optik beliebt. Das Hallenbad direkt vor der Wohnmobiltür, einkaufen um die Ecke, einen Hundeplatz und den Bürgerpark mit den Visselseen vor der Nase. Besser geht es kaum. Nur der Platz muss auch gepflegt werden“, so Orthmann.

Bleibt noch der Abtransport der Container. „Die müssen dorthin, wo sie auch von Anwohnern besser eingesehen werden“, fordert Imke Bischof (SPD). Denn dann würden sich hinter den Behältern nicht immer wieder Berge von Müll sammeln, was am aktuellen Standort der Fall sei, weil „die Leute sich unbeobachtet fühlen“.

Daniel Böhmer vom Bauamt schlug vor, den neuen Standort am Majorsbuch einzuzäunen, um den Entsorgungsplatz eng zu begrenzen. Eine Idee, der sich der Ausschuss einstimmig anschloss. „Die Verlegung der Container an den Majorsbruch ist nicht in Stein gemeißelt. Wir gucken mal, wie sie dort angenommen werden, und müssen vielleicht neu diskutieren“, so Bischof.

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