Hermonies’ Werk

Offizielle Verabschiedung vom Stadtbrandmeister

Der neue und der alte Stadtbrandmeister: Kai-Olaf Häring (l.) und Heiko Hermonies waren nicht immer einer Meinung, konnten zusammen aber auch viel erreichen. Foto: Ujen
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Der neue und der alte Stadtbrandmeister: Kai-Olaf Häring (l.) und Heiko Hermonies waren nicht immer einer Meinung, konnten zusammen aber auch viel erreichen.

Visselhövede - Von Joris Ujen. Im Feuerwehrwesen der Stadt Visselhövede und ihren Ortschaften ist momentan viel los: Am Sonnabend stellte sich die Kinderfeuerwehr zum ersten Mal vor, neue Baumaßnahmen und Fahrzeuge sollen vorangebracht werden und ab Freitag leitet ein neuer Stadtbrandmeister die Freiwilligen Feuerwehren. Kai-Olaf Häring wird dann die Arbeit von Heiko Hermonies aufnehmen und weiterführen. Und das Erreichte des scheidenden 59-Jährigen hat es in sich: Vor allem seine Akribie bei der Erstellung des Brandschutzbedarfsplanes und seine Überzeugungsarbeit bei der Stadtverwaltung für die Umsetzung erforderlicher Mittel wird noch lange nachwirken. Das haben die Redner bei seiner Verabschiedung am Montagabend im Rathaus nicht nur einmal betont.

„Man merkt, die Feuerwehr ist im Haus“, scherzte Bürgermeister Ralf Goebel zu Beginn und meinte damit den festen Händedruck der geladenen Brandbekämpfer: unter anderem die Ortsbrandmeister, Kreisbrandmeister Jürgen Lemmermann, Feuerwehrausschussvorsitzender Tam Ofori-Thomas (SPD) und Ordnungsamtsleiter Mathias Haase. Und auch Anke Hermonies, die ihrem Mann immer unterstützend zur Seite stand, tat dies auch bei seiner Verabschiedung. Der nun scheidende Stadtbrandmeister hätte sein Amt gerne für weitere sechs Jahre fortgesetzt, sein Kontrahent und aktuell noch Ortsbrandmeister der Stadt, Kai-Olaf Häring, erhielt jedoch mehr Stimmen. „Es gab aber kein zerschlagenes Porzellan“, so Goebel, „das zeugt auch von menschlicher Größe.“

Hermonies war und ist immer dicht am Geschehen, was auch mit seiner eigentlichen Arbeit bei der Bundeswehrfeuerwehr Munster zusammenhängt, wo er noch bis Herbst 2020 als Technischer Beamter angestellt ist. Dass er sich neben seinem Beruf zusätzlich für das Ehrenamt der Feuerwehr engagierte, zollte ihm der Bürgermeister mit seinem „größten Respekt“. Denn in dieser Zeit schaffte es Hermonies in monatelanger Arbeit den Brandschutzbedarfsplan für alle Freiwilligen Feuerwehren von Visselhövede zu erstellen, sein „Meilenstein“, wie es Goebel formulierte. Daraus resultiert, dass die Stadt in diesem Jahr rund zwei Millionen Euro für die Feuerwehren investieren kann. Der Neubau in Jeddingen und der Anbau des Feuerwehrhauses in Buchholz, drei neue Fahrzeuge und allerhand Gerätschaften sollen damit finanziert werden.

Man kann vieles kaufen, aber Kameradschaft ist unbezahlbar.Tam Ofori-Thomas (SPD), Vorsitzender des Feuerwehrausschusses

Auch Nachfolger Häring, der ihm sechs Jahre als sein Stellvertreter zur Seite stand, schätzte Hermonies’ Hingabe für das Feuerwehrwesen. Nicht immer seien die beiden einer Meinung gewesen. Dennoch habe Häring vieles von Hermonies gelernt, schätze seine Geduld mit den Ortsbrandmeistern, die viele Forderungen bei der Bedarfsermittlung gestellt hatten. Während dieser aufwendigen Erhebung stand Heiko Hermonies auch im ständigen Kontakt zu Tam Ofori-Thomas (SPD), dem Vorsitzenden des Feuerwehrausschusses der Stadt. Dabei ist auch eine Freundschaft entstanden, so Hermonies. „Man kann vieles kaufen, aber Kameradschaft ist unbezahlbar“, bestätigte Ofori-Thomas, der bei seiner Rede den Tränen nahe war. Sinnbildlich für diese rührende Geschichte war die anschließende Umarmung der beiden Herren.

Und was wird nun aus Heiko Hermonies? Das Ende seiner Amtszeit als Stadtbrandmeister bedeutet keinesfalls, dass er gänzlich mit seinem ehrenamtlichen Engagement aufhört. Seinem Nachfolger wird er beratend zur Seite stehen und in seinem Wohnort Hiddingen gibt es ja schließlich auch eine Ortsfeuerwehr, in der er seit rund 30 Jahren aktiv ist.

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