Tag der offenen Tür

Elektronik aus längst vergessenen Zeiten im Computermuseum

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Einige Besucher interessierten sich für das Kamera- und Fotostudio im Computermuseum.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Wie, Visselhövede hat ein eigenes Fernsehstudio? Ja, am Tag der offenen Tür im Computermuseum hat jeder Besucher die Möglichkeit bekommen, ein Fernsehstar zu sein. „Ich bin seit rund zwei Jahren dabei. Mein Mann und ich kamen durch den Fotoclub zu Ralf Müller. Nun helfe ich aus, wenn Not am Mann ist“, berichtete Hildegard Jander, die mit Fabian Kelm aus Bad Fallingbostel ein fiktives Interview vor laufender Kamera von Ralf Müller führte. Laut Schätzung der Mitglieder waren es an die 200 Besucher, die das kostenlose Angebot, einmal in die Geschichte alter Rechner einzutauchen, nutzten.

„Es ist total interessant hier. Ich habe meinen alten Atari gefunden und den IBM 8086, meinen ersten PC am Arbeitsplatz – der erste, den es auf dem Markt gab“, schmunzelte Wolfgang Bonacker nach der Reise in die Vergangenheit. „Der PC wies damals ganze zehn Megabit auf, da hat heute jedes Handy mehr.“ Der Diplomingenieur entdeckte aber noch mehr im Museum. „Mit den Lochkarten habe ich auf der Hochschule zuletzt gearbeitet und die Programmiersprache ,Fortan‘ weckt Erinnerungen“, erzählte Bonacker. Mein erster programmierbarer Taschenrechner war der HP45, hier habe ich das ältere Modell HP35 gefunden.“

Sehr gut fand der Visselhöveder auch, dass alte Telespiele gespielt werden konnten. Es gab einen Lageplan, in welchen Räumen was zu finden ist, und in den jeweiligen Zimmern immer einen Zuständigen, der für die Erklärungen der einzelnen Geräte zur Verfügung stand. Höhepunkt im Home-Computer-Raum ist ein selbst gebastelter Z80-Computer, der nach einer Bauanleitung aus einem Buch der ehemaligen DDR angefertigt wurde, der leider noch nicht betriebsfähig ist. „Aber wir arbeiten daran“, so die Mitglieder.

Bürotechnik aus Omas Zeiten

Nicht nur alte Rechner vieler Hersteller und Lochkarten waren zu bewundern, auch alte Film- und Fotokameras, Schreib- und Rechenmaschinen sowie weitere Bürotechnik aus Omas Zeiten, Mikrofiche-Geräte und Magnetbänder begeisterten die Besucher. An viele Rechner konnten sich die Besucher setzen und sie ausprobieren. Ergänzt wurde das Angebot durch die große Bibliothek – mit allerlei Büchern, Anleitungen und Originalprogrammen. „Nächster Schritt wird sein, dass wir das Ganze in eine digitale Datenbank überführen, damit man sich noch zurechtfindet“, vermittelte Marcus Dachsler, Vorsitzender des Vereins.

Neu waren die Referate, unter anderem zum Thema „Datenschutz“, die begeistert vom Publikum angenommen wurden. „Beim Vortrag ,Die Geschichte der Programmiersprache‘ mussten wir sogar noch Stühle nachstellen“, freute sich Mitglied und Referent Carsten Fulde.

Die Öffnungszeit ist jeden Sonnabend zwischen 14 und 18 Uhr. „In dieser Zeit hat jeder Gelegenheit, mal reinzuschnuppern, Geräte loszuwerden oder uns mit seinen Rechner-Wehwehchen um Rat zu fragen“, bietet der Vorstand an, der sich auch über neue Mitglieder freuen würde.

Wer Interesse hat oder Material dem Verein zur Verfügung stellen möchte, meldet sich unter der Telefonnummer 04261 / 962811 bei Marcus Dachsel.

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