Kinderbetreuung zu Ostern und im Sommer

Die Stadt löst das Elternproblem in den Ferien

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Die berufstätigen Mütter des Visselhöveder Unternehmens DBB-Data und die Chefinnen sind froh, dass die Stadt die Kinderbetreuung in den Ferien anbietet, und hoffen auf viele Gleichgesinnte. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. Sechs Wochen Sommerferien, aber nur drei Wochen Urlaub. Diese Situation unter einen Hut zu bekommen, ist für manche Familien nicht einfach, wenn Vater und Mutter berufstätig sind. Wenn es keine Omas und Opas mehr gibt oder sie weit weg wohnen, wird es schwierig mit der Betreuung kleinerer Kinder. Um dieses Problem zu lösen, bietet die Stadt Visselhövede neuerdings eine Ferienbetreuung an. Allerdings ging der erste Versuch im vergangenen Herbst gründlich in die Hose: Nur drei Kinder verloren sich im Jugendtreff.

„Dabei ist die Ferienbetreuung eine tolle Sache“, so Mutter Nadine Gruchmann, die ihr Kind im Oktober eine Woche lang gut untergebracht wusste. Sie kann nicht verstehen, dass das Angebot nicht von weiteren Eltern angenommen werde. „Denn alle drei Kinder, die in den Herbstferien dort betreut wurden, stammen von Mitarbeitern des Unternehmens DBB-Data.“

Gruchmann befürchtet, dass der städtische Versuchsballon platzt, bevor er richtig aufgestiegen ist: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Angebot aufrecht erhalten wird, wenn es keine Resonanz gibt.“ Darum appelliert sie an betroffene Eltern, diese Möglichkeit in die Urlaubs- und Ferienplanungen dieses Jahres miteinzubeziehen.

Denn sicherlich nicht nur bei der DBB-Data brüten die Personalchefs über den Urlaubs- und Dienstplänen. Wie soll man den Urlaub der berufstätigen Mütter und auch Väter gerecht verteilen, damit Schulferien und Job nicht im Gegensatz stehen?

Eine Woche im März und drei im Juli

Vor knapp zwei Jahren waren Unternehmer der Stadt mit genau diesem Problem an Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel mit der Bitte herangetreten, eine städtische Ferienbetreuung anzubieten. Damals versprachen die Firmenchefs sogar, für die Personalkosten der pädagogischen Fachkräfte des Vereins Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe (Sofa) aus Achim aufzukommen.

„Aber daraus ist nicht so richtig was geworden“, so Mathias Haase, Bereichsleiter Ordnungsamt und Bürgerbüro der Stadt. Er vermutet, dass Eltern, die in den größeren Unternehmen der Stadt beschäftigt seien, gar nicht bei ihren Chefs nachgefragt hätten, wie und ob die Kinderbetreuung mitfinanziert werde. „Für die drei Kinder hat die Stadt die Personalkosten zu 50 Prozent übernommen. Den Rest hatte, wie vorher auch angekündigt, die DBB-Data gezahlt.“

Viel Geld kostet die Betreuung aber nicht. „140 Euro für eine Woche pro Kind. 70 davon zahlt die Stadt als Anschubfinanzierung, die andere Hälfte zahlen Eltern oder eben Firmen. Darin enthalten ist auch die Mittagsverpflegung“, ergänzt Heiko Grünhagen vom Sozialbereich der Stadt. Der hat jetzt auch die Anmeldeformulare für die Neuauflage der Betreuung in den Schulen verteilt, denn in den Osterferien können Eltern ihre Kinder eine Woche (19. bis 22. März) und in den Sommerferien sogar drei Wochen (2. bis 20. Juli) von montags bis freitags von 7.30 bis 16 Uhr betreuen lassen. Es stehen jeweils 25 Plätze pro Ferienwoche für Kinder von der ersten bis zur sechsten Schulklasse zur Verfügung – bei Bedarf auch mehr. „Wir hatten bei der ersten Aktion auch 50 interessierte Eltern, darum ist es schon verwunderlich, dass es letztlich nur drei Kinder waren“, so Haase, der vermutet, dass vielleicht die Planungszeit zu knapp bemessen war.

Die Betreuung war damals wegen der geringen Anzahl der Kinder in den Jugendtreff verlegt worden, soll aber eigentlich in der Oberschule an der Lönsstraße stattfinden. Die Eltern können zwischen den Betreuungszeiten auf dem Formular wählen. „Es ist aber nur eine wochenweise Anmeldung möglich, nur einzelne Tage gehen nicht“, so Grünhagen. Die Anmeldungen müssen zwingend am 9. März für Ostern und am 22. Juni für die Sommerferien eingegangen sein.

Nadine Gruchmann hofft, dass möglichst viele Eltern das gelbe Anmeldeformular ausfüllen und viele Personalchefs ihre Mitarbeiter und Kollegen daran erinnern, damit das Angebot nicht wieder eingestampft werde. „Denn nach den Sommerferien wird der politische Raum sicher noch einmal Bilanz ziehen, ob sich der Aufwand gelohnt hat“, vermuten Haase und Grünhagen.

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