BÜRGERMEISTERWAHL Diplom-Kaufmann will  an die Spitze der Verwaltung

André Lüdemann: „Visselhövede kann mehr“

André Lüdemann will die Treppen des Rathauses mit dem Chefsessel tauschen.
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André Lüdemann will die Treppen des Rathauses mit dem Chefsessel tauschen.

Visselhövede – „Ja, die Formulierung für meinen Internetauftritt war noch frei“, sagt André Lüdemann lachend und meint damit die Mailadresse fuervissel@gmx.de. Und genau dieses „Für Vissel“ und „Vissel kann mehr“ hat sich der 42-Jährige ganz nach oben auf die Flyer setzen lassen, die schon bald in vielen Haushalten des Kernorts und der umliegenden Dörfer auf dem Küchentisch liegen sollen.

Denn unter anderem damit wirbt der Diplom-Kaufmann (FH) für seine Kandidatur für das Visselhöveder Bürgermeisteramt.

Und damit der Scheeßeler Lüdemann die Infoblättchen nicht allein verteilen muss, helfen ihm sicherlich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins und der Ortsgruppe der Grünen. Von ihnen wird der parteilose André Lüdemann nämlich unterstützt. „Aber dennoch muss ich im Vorfeld die aktuell noch nötigen 120 Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln. Und das ist auch gut so, denn ich möchte damit auch zeigen, dass ich nicht nur Kandidat dieser beiden Parteien bin, sondern mich allen Einwohnern verpflichtet fühle“, betont der Geschäftsführer der beiden Firmen Prodeco und Prowebco mit dem Schwerpunkt für den Land- und Baumaschinenbereich.

Die Unternehmen sind übrigens dort angesiedelt, wo sich André Lüdemann bestens auskennt: Auf dem Areal des Gewerbecampus Lehnsheide, dem ehemaligen Kasernengelände. Denn die Umwandlung des Geländes von einer Bundeswehrliegenschaft hin zu einem Wirtschaftsstandort hat Lüdemann, damals noch in Diensten des neuen Eigentümers JBS, maßgeblich mitgestaltet – um sich anschließend einer neuen Herausforderung als Firmenchef zu stellen..

„Und dieses Modernisieren und mal jenseits des Tellerrands gucken und handeln ist genau mein Ding. Und umso öfter ich das mache, umso mehr komme ich zu der Ansicht, dass in Visselhövede noch viel mehr umgesetzt werden kann“, sagt der Vater zweier Kinder im Alter von sieben und neun Jahren, dessen Frau als Erzieherin in der Kreisstadt Rotenburg arbeitet. Alle wohnen gemeinsam in Scheeßel.

Aufgrund der familiären Zusammenhänge bleibt das auch so. „Auch im Falle eines Wahlsiegs am 27. Februar bleibe ich auf Sicht in Scheeßel wohnen. Denn Kindern im Grundschulalter den vertrauten Freundeskreis zu nehmen, finde ich nicht angebracht“, sagt der Ausdauersportler, der schon mal die Alpen zu Fuß überquert hat.

„Wir haben ein Haus an der Beeke und die Schwiegereltern wohnen fast nebenan, was natürlich die Kinderbetreuung bei zwei Vollzeit arbeitenden Eltern einfacher macht“, so Lüdemann, der in Vahlde geboren wurde, aber durch nahe Verwandte in Schwitschen „die Region Visselhövede seit jeher“ genau kennt, zumal er die vergangenen acht Jahre fast täglich in und für Visselhövede gearbeitet hat. Außerdem sei es immer gut, wenn der Chef im Rathaus ein Blick von außen auf das Geschehen werfen könne. Darum sieht Lüdemann für seinen möglichen neuen Job keinen Nachteil durch seine Wohnortreue.

Aber warum möchte jemand seinen sicheren Geschäftsführerposten mit einem Bürgermeisteramt tauschen, das in der aktuellen Wahlperiode nur noch viereinhalb Jahre dauert und danach die Gefahr besteht, nicht wiedergewählt zu werden? „Weil ich glaube, dass wir in Visselhövede Vorreiter für besonders innovative Ideen sein können, denn gerade mit den Unternehmen aus dem Energiesektor im Rücken lassen sich beispielgebend für andere Kommunen viele Dinge realisieren. Und daran möchte ich gerne mitgestalten“, begründet Lüdemann, der bereits einen Nachfolger als Chef für seine Firmen gefunden hat.

Also alles auf eine Karte und im Falle eines Misserfolgs arbeitslos? „Nicht so ganz, denn es gibt noch eine kleine Hintertür zum Plan B.“ Aber damit will sich der Fahrer eines klassischen Motorrads, „auf dem man herrlich die Welt genießen kann“, gar nicht beschäftigen. Im Gegenteil: „Ich bin eher optimistisch, dass mir ausreichend Wähler ihre Stimme geben. Vielleicht auch, weil ich noch über viele Jahre ihr Bürgermeister sein kann und auch über die nötige Qualifikation verfüge.“

Er habe zwar schon früher mal mit der Idee kokettiert, den Bürgermeisterposten in Visselhövede zu erobern, aber damals „war die Zeit noch nicht reif“. Erst die besonderen Umstände, die zu der neuerlichen Bürgermeisterwahl führten, hätten ihn zum Umdenken veranlasst. „Der Anstoß kam aus der örtlichen Wirtschaft und bei einer gemeinsamen Wanderung mit meiner Frau habe ich den Entschluss gefasst, diesen Schritt zu gehen“, erinnert sich Lüdemann, der sich selbst als „Gestalter und Diplomat“ bezeichnen würde. „Da die WiV und die FDP sowie die CDU bereits ihre Kandidaten hatten, habe ich dort auf eine Vorstellung verzichtet und mich mit der SPD und den Grünen getroffen.“

Dass er über keine Verwaltungserfahrung verfügt, sieht Lüdemann gelassen: „Ich glaube, dass es im Rathaus ein gutes Team mit jungen und kreativen Köpfen gibt, die mir die Einbindung in die Verwaltungsarbeit sicher einfach machen.“

Aber bis dahin muss Lüdemann noch fleißig Wahlkampf machen, was bei drei weiteren Kandidaten „sicher viel Kraft kostet“, zumal die Jahreszeit und die Pandemie nicht unbedingt förderlich für Haustürbesuche sind. „Aber das geht ja allen so.“

Er möchte jedenfalls in den kommenden Wochen die Menschen in Visselhövede von seinen Ideen überzeugen: „Wohnungsbau in der Stadt und Dörfern fördern, Unternehmen und Landwirte stärken auch durch neue Flächen, den öffentlichen Nahverkehr ausbauen und mit sozialen Einrichtungen noch enger kooperieren, um nur einige Ziele zu nennen.“ Das alles sei mit dem intakten Gemeinwesen Visselhövedes mit den vielen Vereinen und einer lebendigen Kulturszene auch zügig zu erreichen.

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