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Stadt Visselhövede hat drei Notstromaggregate

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Von: Jens Wieters

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Bürgermeister André Lüdemann, Mathias Haase und Andre Plechta vor den beiden neuen Geräten und dem bereits vorhandenen Stromerzeuger.
Dreimal Strom im Überfluss: Bürgermeister André Lüdemann (v.l.), Mathias Haase und Andre Plechta vor den beiden neuen Geräten und dem bereits vorhandenen Stromerzeuger. © Wieters

Um für den Katastrophenfall gerüstet zu sein, hat die Stadt Visselhövede jetzt drei Stromaggregate zur Verfügung und ist damit im Gemeindevergleich weit vorn.

Visselhövede – Noch vor gut zwei Jahren hat sich kaum jemand über Stromerzeuger, Lebensmittelvorräte, Probealarme oder Wärmeinseln Gedanken gemacht. Erst die Jahrhundertflut im Ahrtal 2021 und der immer noch andauernde Krieg in der Ukraine hat den Menschen wieder ins Bewusstsein gerückt, dass sie vielleicht doch für den Fall der Fälle gewappnet sein sollten.

Zweimal 65 kVA und einmal 45 kVA-Leistung

Und auch immer mehr Kommunen rüsten technisch auf, um auf den Katastrophenfall vorbereitet zu sein. Die Stadt Visselhövede ist im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden ganz vorn mit dabei, um ihre Bürger in solchen hoffentlich nie eintretenden Ausnahmesituationen zu schützen. Neueste Errungenschaft: Zwei große Notstromaggregate, die jeweils eine Leistung von 65 kVA erzeugen. Die beiden Sechszylinder-Dieselmotoren sind einzeln auf Fahrgestelle montiert, sodass sie im Einsatzfall problemlos an den Ort gefahren werden können, wo Strom gebraucht wird.

„Ich denke dabei gar nicht daran, dass uns kriegerische Auseinandersetzungen betreffen könnten, sondern eher an flächendeckende Stromausfälle durch Waldbrände oder durch Stürme“, sagt Bürgermeister André Lüdemann, dessen Team im Notfall nun auf drei Stromerzeuger zurückgreifen kann. Neben den beiden neuen hatte die Stadt bereits ein 45 kVA-Gerät im Einsatz.

Dass die beiden Deutz-Diesel überhaupt den Weg an die Vissel gefunden haben und quasi wie neu an der Kläranlage bereitstehen, haben die Bürger dem Ordnungsamtsleiter Mathias Haase und dem Klärwerksleiter Andre Plechta zu verdanken. Haase hatte wochenlang im vergangenen Herbst und vor allem auch an den Sonntagen immer wieder ins Internet geguckt, ob irgendwo Aggregate dieser Größe angeboten werden. „Dann bin ich auf das Schnäppchen gestoßen. Ein Veranstaltungstechniker hat gleich beide zu einem günstigen Kurs angeboten.“ Schnell hat sich Haase mit dem technisch versierteren Plechta kurzgeschlossen, ob die Geräte für die Visselhöveder Zwecke ausreichend dimensioniert seien. Als er vom Klärwerkschef das Okay bekommen hatte, „haben wir schnell zugeschlagen.“

Offenbar gerade noch rechtzeitig, denn aktuell sind diese Aggregate sowohl neu als auch gebraucht absolute Mangelware. Sie sind entweder gar nicht oder nur zu völlig überhöhten Preisen zu bekommen. „Der ehemalige Eigentümer hat uns schon eine Mail geschickt, dass er sie gerne zurücknehmen würde, falls wir sie nicht bräuchten“, so Plechta schmunzelnd.

Die Geräte sind sofort einsetzbar, um unsere für Bedürftige vorgesehenen Wärmeinseln in der Aula der Oberschule, in der großen Sporthalle und auch im Rathaus mit Strom zu versorgen.

Bürgermeister André Lüdemann

Er hat in den vergangenen Wochen vor allem an den Blechverkleidungen gearbeitet, damit die Geräte auch von außen etwas her machen. „Die Motoren und der Generator waren top und echt sauber, aber außen mussten wir eine Menge lackieren.“ Jetzt haben die beiden Stromerzeuger eine feuerwehrrote Optik und natürlich das Stadtwappen auf dem Blechkleid.

„Beide sind sofort einsetzbar, um unsere für Bedürftige vorgesehenen Wärmeinseln in der Aula der Oberschule, in der großen Sporthalle und auch im Rathaus mit Strom zu versorgen“, betont Bürgermeister Lüdemann. Denn in diesen drei Standorten könnten die Menschen in den kalten Wintermonaten bei einem länger anhaltenden Stromausfall Unterschlupf finden. Dann würden die Generatoren nicht nur für Licht sorgen, sondern auch die zahlreichen Heizlüfter mit Energie speisen, die die Stadt ebenfalls angeschafft hat. „Jedes Gerät für sich reicht, um die Schule oder das Rathaus mit all ihren technischen Einrichtungen und auch der Beleuchtung zu versorgen“, hebt Andre Plechta hervor.

Die beiden Dieselmonster könnten aber auch in die Bresche springen, wenn die Pumpen des städtischen Abwassersystems aufgrund von fehlendem Strom mal ausfallen oder „von Computerspezialisten gehackt werden“, will Haase nichts dem Zufall überlassen. „Mit den Geräten ist eine weitere Entsorgung gesichert“, sagt Andre Plechta. Auf dem Gelände der Kläranlage selbst ist ebenfalls ein Notstromaggregat verbaut, sodass deren Betrieb immer aufrecht erhalten werden kann.

Das gilt auch für das Trinkwasser. „Der Wasserversorgungsverband Rotenburg hat mir auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Pumpen jeweils mit eigenem Notstrom arbeiten würden. Wasser läuft also immer“, ist Haase zufrieden.

Da hoffentlich nicht davon auszugehen ist, dass sich demnächst eine Katastrophe an die andere reiht, lässt Plechta die drei Motoren regelmäßig laufen, checkt den Kraftstoff, kontrolliert den Ölstand.

„Wir können uns auch vorstellen, dass sie bei städtischen Veranstaltungen oder Vereinsfeiern, wo eine Menge Strom benötigt wird, zum Einsatz kommen. Denn sie brauchen ihre Betriebsstunden, um immer einsatzfähig zu sein“, so Lüdemann, der aber eine gewerbliche Nutzung ausschließt und bei allen Überlegungen hofft, dass „nie der Ernstfall eintritt, bei dem wir sie einsetzen müssen“.

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