29 Grad Wassertemperatur

Karpfen und Co. vorerst gerettet: Pumpen erhöhen Sauerstoffgehalt im Visselsee 3

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Die Feuerwehrleute (v.l.) Hans-Hermann Ahlers, Holger Alm und Thore Ahlers gehörten zu den 40 Einsatzkräften, die den großen Visselsee mit starken Pumpen belüftet haben.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Fische im großen Visselsee 3 können aufatmen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn durch eine breit angelegte Feuerwehraktion am Dienstagabend wurde der Sauerstoffgehalt am Badesee um satte 20 Prozent erhöht. Zuvor hatten Experten des Angelvereins festgestellt, dass das Gewässer wegen der tropischen Hitze und des fehlenden Regens kurz vor dem Kollaps stand und den Fischen schlicht der Sauerstoff in den Kiemen fehlte.

Jan Karußeit ist der Gewässerbeauftragte des Visselhöveder Angelvereins und ihm trieben die extrem hohen Temperaturen der vergangenen Tage dicke Sorgenfalten auf die Stirn. „Der Zustand des Wassers wurde von Tag zu Tag schlechter.“ Mit einem speziellen Koffer mit allerlei chemischen Flüssigkeiten drin, war Karußeit täglich mehrmals im Bürgerpark unterwegs, um den Sauerstoffgehalt zu messen. Am Dienstag schlug er schließlich Alarm. „Das Wasser hatte bereits eine Temperatur von 29 Grad. Der ständig abnehmende Sauerstoffgehalt hatte die fischkritische Grenze erreicht“, berichtet der Vertreter von Mario Reiners, der zurzeit im Urlaub weilt.

Karußeit musste nicht lange bitten und stieß auch beim Visselhöveder Ordnungsamtsleiter Mathias Haase, selbst Feuerwehrmann, auf offenen Ohren. Der rief sofort den Visselhöveder Ortsbrandmeister Kai-Olaf Häring an, der am Nachmittag über den „kleinen Dienstweg“ seine Kollegen um Hilfe bat. „Schon um 19 Uhr hatten wir 40 Feuerwehrleute aus acht Ortswehren des Stadtgebiets im Einsatz“, so Sebastian Kurz, Sprecher der Brandschützer.

An allen Seiten des Sees waren Pumpen aufgebaut.

Acht mobile und vier an den Fahrzeugen installierte Pumpen saugten auf der eine Seite das Wasser an und sprühten es auf der anderen Seite im hohen Bogen wieder zurück in den See. Kurz: „Gut zwei Stunden haben wir die Pumpen unter Volllast laufen lassen.“

Und das mit Erfolg, denn wie Jan Karußeits Messungen ergaben, hat sich der Sauerstoffgehalt im Wasser durch diese Maßnahme um rund 20 Prozent erhöht. „Das freut uns natürlich sehr, ist aber zunächst nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vielleicht muss die Aktion schon in den nächsten Tagen wiederholt werden. Es sei denn, es regnet und die Temperaturen sinken deutlich“, so Karußeit, der ebenso wie Mathias Haase im Namen der Stadt den Feuerwehrleuten auf diesem Wege dankt: „Das war schon eine tolle Leistung.“ Natürlich haben Karußeit und andere Mitglieder des Angelvereins die Helfer mit kalten Getränken versorgt. Die waren auch nötig bei Lufttemperaturen von 35 Grad – abends um 21 Uhr!

Kein Wasser mehr in Buchholz: Dieser Schuppenkarpfen ist tot.

Dennoch wird der Angler auch in den nächsten Tagen immer wieder messen, um Karpfen, Hecht und Co. das Überleben zu sichern.

Für den Fischbesatz im Mümmelteich am Waldweg käme eine Feuerwehraktion zu spät, denn bekanntlich war das ursprüngliche Regenrückhaltebecken schon vor einigen Tagen kollabiert und hunderte tote Fische mussten entsorgt werden. Auch in den Angelteichen im Bereich Buchholz ist kein Wasser mehr zu sehen. Tote Karpfen liegen auf dem von der Trockenheit rissigen Grund gleich neben wertvollen Teichmuscheln.

Auch die Teichmuscheln liegen auf dem trockenen Grund.

„Auch wenn man es in Norddeutschland eigentlich selten hört: Wir brauchen Regen. Je mehr und je länger umso besser“, sagt Jan Karußeit.

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