Luxemburger Firma kauft 100 Wohnungen

Blocks an der Pappelstraße haben neue Eigentümer

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Mittlerweile ein vertrautes Bild: Müllberge an den Hauseingängen. Jetzt haben die sechs Wohnblocks an der Pappel- und Buchenstraße aber einen neuen Eigentümer. Mieter hoffen auf Besserung der Wohnsituation.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die sechs Wohnblocks an der Visselhöveder Pappelstraße und Buchenstraße mit ihren mehr als 100 Wohnungen zwischen 50 und 90 Quadratmetern Größe haben einen neuen Eigentümer. Die Firma Stronghold NP S.á.r.l. mit Sitz in Luxemburg hat die früheren Soldatenwohnungen am 1. April von der Immobilienfirma Schwarz aus Hamburg übernommen.

Die Mieter wurden Ende März darüber in Kenntnis gesetzt. Die Verwaltung der Blöcke übernimmt die Firma Vulpes Immobilien Management GmbH aus Eckernförde.

Mit dem Verkauf hoffen die Mieter auch auf eine Verbesserung der Wohnsituation in der Gegend unweit der Straße Auf der Loge. „Denn schlechter als jetzt kann es nicht mehr werden“, sagt Frau D., die bereits seit vielen Jahren in den Blöcken wohnt, aus Angst vor Repressalien aber nicht mit ihrem vollen Namen in der Zeitung genannt werden will.

Überfüllte Mülltonnen, ein verwahrloster Spielplatz, überall herumliegender Sperrmüll, zerrissene gelbe Säcke und halb ausgeschlachtete Autos: Das Umfeld der dreistöckigen Gebäude ist nicht unbedingt eine Visselhöveder Vorzeigewohngegend. Das Viertel wird bereits ganz offen als „sozialer Brennpunkt“ bezeichnet.

Nach einem Tag war wieder Unrat da

Bislang hatte der Eigentümer die Mieter aus vielen Ländern für diese Zustände verantwortlich gemacht. „Für ein Großteil dieser Mieter ist Mülltrennung oder auch sonstige Sauberkeit ein völliges Fremdwort“, hatte Schwarz-Mitarbeiterin Birgit Roth unlängst unserer Zeitung mitgeteilt.

Ihre Mitarbeiter hätten beobachtet, dass volle Müllsäcke von Mietern einfach auf den Boden geworfen würden, obwohl die Mülltonne nur ein paar Schritte weiter bereitstehe. „Also sind diese Zustände auch hausgemacht und sollten nicht uns zur Last gelegt werden“, so Roth im Oktober.

Ursprünglich wurden die Wohnblocks Ende der 1970er-Jahre für Angehörige der Bundeswehr gebaut und waren in einem guten Zustand. Doch dann ging es stetig abwärts mit dem Wohnambiente. Die Häuser hatten in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach den Eigentümer gewechselt. Alle hatten im Vorfeld angekündigt, dass es eine nette Wohngegend werden würde – das Gegenteil war oft der Fall. „Obwohl ich der Firma Schwarz in den vergangenen Monaten keine großen Vorwürfe machen kann“, so Visselhövedes Ordnungsamtsleiter Mathias Haase. Regelmäßig sei ein großer Lkw vorbeigekommen und habe den Unrat und auch den Sperrmüll beseitigt. „Nur am übernächsten Tag sah es bereits wieder verheerend aus.“

Stadt hofft auf Hausmeister vor Ort

Die Wohnungen sind trotz der Umstände auf den Grünflächen, Parksreifen und auch auf dem Kinderspielplatz sehr begehrt, denn kaum eine steht leer. Das wiederum dürfte an den äußerst günstigen Mieten liegen. So zahlt Frau D. für ihre gut 73 Quadratmeter große Wohnung 244,20 Euro Kaltmiete im Monat. Hinzu kommen Betriebskostenvorauszahlungen in Höhe von 126 Euro und 88 Euro Heizkosten. „Das spricht sich halt herum und weitere Verwandte der Mieter aus der Region ziehen nach Visselhövede. Aber die verhalten sich dann genauso wie alle anderen“, hatte Birgit Roth bereits vor einem halben Jahr resignierend festgestellt.

Die Stadt hofft jedenfalls, dass sich die Zustände durch den Eigentümerwechsel bessern. „Ich wünsche mir einen Hausmeister, der vor Ort wohnt und sich um die Blocks kümmern kann“, so Mathias Haase. Denn schließlich müsse es ja auch im Interesse der neuen Eigentümer liegen, dass es in den dreistöckigen Häusern und auch drumrum vernünftig aussehe, denn „die Firma will die Wohnungen ja auch am Markt positionieren“.

Ob Haases Wünsche in Erfüllung gehen, bleibt vorerst abzuwarten, denn bei der Vulpes-Verwaltung war gestern den ganzen Tag über telefonisch und auch per Mail niemand zu erreichen. Ein schlechtes Omen?

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