Visselbach ist auf rund 70 Metern renaturiert / Nabu macht es möglich / Infotafel ist geplant

Ein neues Heim für Schnecke, Libelle und Co.

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Neues Bett für die Vissel: Gerd Köhnken (l.), Ralf Goebel und Sarina Pils auf der Baustelle.

Visselhövede - Niemand weiß, ob Insektenlarven, Schnecken oder kleine Käfer eine Gehirnerschütterung bekommen können. Aber wenn, dann wäre der Visselbach ein Ort dafür. Denn ein dickes Rohr, das von der Kläranlage in den Bach führt, sorgte für reichlich Verwirbelungen. Das hat jetzt aber ein Ende, denn Visselhövedes Namensgeber wurde auf rund 70 Metern renaturiert.

Möglich machte das ein Projekt des Nabu Rotenburg, das in den vergangenen Wochen im östlichen Bereich des Bürgerparks Visselseen realisiert wurde.

„Wir haben das Bett des schnurgerade verlaufenden Bachs mit schwerem Gerät in eine Art Schlangenlinie verändert und auf der Innenseite der Kurven Kies aufgeschüttet“, erklärt Sarina Pils, zweite Vorsitzende des Nabu und diplomierte Landschaftsökologin.

Der Kies habe den Sinn, dass sich dort Insektenlarven ansiedeln könnten und auch andere Kleinstlebewesen gute Versteckmöglichleiten vorfänden.

Rund zweieinhalb Tage haben die Baumaßnahmen gedauert, die sich zwischendurch immer wieder wegen der starken Regenfälle verzögert hätten. „Die Renaturierung hat rund 9000 Euro gekostet. Das Geld stammt aus diversen Fördertöpfen, zum Beispiel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz und aus dem Libellenprojekt“, informiert Pils.

Einen Tausender musste allerdings die Stadt noch beisteuern, denn während der Arbeiten am Rohr der Kläranlage stellte der Nabu fest, dass eine Gasleitung im Wege lag. Pils: „Das wussten wir so nicht und mussten die Arbeiten erstmal stoppen. Letztlich wurde allerdings ein Leitungsschutz durch eine Art Spundwand eingebaut.“

Neben dem neuen Bett des Visselbachs wurde auch der Zufluss des Rohrs, das das gereinigte Wasser aus der Kläranlage in die Vissel transportiert, komplett entschärft.

Auf sechs Meter Länge wurde eine Sohlgleite eingebaut, so dass das Wasser über viele hundert faustgroße Natursteine in den Bach fließt. „Und zwar so friedlich, dass die Amphibien und Co. nicht mehr Karussell fahren müssen“, schmunzelt Pils.

Auch für die Stadt gibt es nur Vorteile. „Wir werden wohl einen kleinen Stichweg vom Wanderweg rund um die Visselseen bis zur Renaturierungsstelle bauen und auch dort eine Infotafel aufstellen“, hat Bürgermeister Ralf Goebel bereits eine Idee parat, um den Bürgerpark noch ein bisschen attraktiver zu machen.

jw

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