Neue Gruppe plant Aktionstag auf dem Marktplatz

„Vissel for Future“

Sigrid Dittmer, Harald Gabriel, Christian Oddoy, Elvira Schneider und Wim Liefers (v.l.), Mitglieder der Gruppe „Vissel for Future“, bereiten den Aktionstag vor. Die Palettenmöbel sind dann ebenfalls zu sehen. Foto: VfF

Visselhövede - Von Jens Wieters. Zu einem weltweiten Aktionstag am Freitag, 20. September, rufen die jungen Menschen der Bewegung „Fridays for Future“ (FFF) auf. Deren Sorge um das Klima und eine lebenswerte Zukunft teilen auch viele Menschen in der Region Visselhövede. Und darum gibt es jetzt eine neue Initiative, die sich „Vissel for Future“ (VFF) nennt. „Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die sich und ihre Ideen zum ersten Mal während des Aktionstags auf dem Visselhöveder Marktplatz präsentieren“, sagt Gruppensprecherin Elvira Schneider. Der Startzeitpunkt der Veranstaltung sei besonders gewählt: „Wir beginnen pünktlich um fünf vor zwölf, denn genau so ist es um das Klima bestellt.“

Während des Aktionsnachmittags sollen viele Ideen gesammelt werden, wie vor Ort und im Kleinen etwas gegen den Klimawandel getan werden kann. „Es kann jeder etwas einbringen, aktiv werden und deutlich machen, dass wir Bürger nicht ohnmächtig zusehen müssen, wie uns die Lebensbasis zerstört wird“, erläutert Schneider, die mit ihrer Gruppe natürlich auf möglichst viele Teilnehmer auf dem Marktplatz hofft. „Es geht darum, kleine, lokale Projekte pro Klima, für Natur- und Umweltschutz, für nachhaltiges Haushalten und Wirtschaften zu realisieren.“

Die „Vissel for Future“-Gruppe möchte auch eine blühende Stadt, in der sich Schmetterling, Biene und Co. wohlfühlen und für das Bestäuben von Obstblüten sorgen. „Wir wollen die Menschen dafür sensibilisieren, auf Lebensmittel aus heimischen und vor allem biologischen Anbau zu setzen, um regionale Wirtschaftskreisläufe in Gang zu setzen“, so Schneider. Passend dazu läuft zurzeit ein Projekt des Riepholmer Vereins „ackern & rackern“, das eine regionale Versorgung mit Lebensmitteln zum Ziel hat und ein Stück weit darauf aufmerksam machen soll, dass die Menschen vielleicht nicht wahllos in die Supermarktregale greifen und Produkte kaufen, die bereits mehrere tausend Kilometer hinter sich haben – meist auf schweren Lastwagen.

Die Gruppe will die Visselhöveder auch darauf einstimmen, weitgehend auf Plastikverpackungen im Haushalt und beim Einkauf zu verzichten. „Wir stehen auch für ein Recycling und Upcycling in Gemeinden und privaten Haushalten per Weiterverwertung“, erklärt Schneider, der auch vorschwebt, Einkaufsgemeinschaften für Bioprodukte zu gründen.

Damit bei allen diesen Ideen aber der Gemeinschaftssinn nicht zu kurz kommt, steht auch ein lebendiger Marktplatz auf der Agenda der Gruppe. Denn die hat sich einen sogenannten Palettengarten ausgedacht, der vor einigen Wochen schon mal zur Probe aufgebaut worden war. Die bequemen Sitzmöbel bestehen aus ausrangierten Paletten und ringsherum sorgen bunte Kübelpflanzen für ein angenehmes Ambiente.

Wie genau dieser Palettengarten, der aber nicht nur während des Aktionstags am 20. September aufgebaut wird, sondern später ganzjährig den Marktplatz beleben soll, aussehen wird, stellt der Visselhöveder Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy am Donnerstag, 19. September, ab 17 Uhr dem Bauausschuss im Rathaus vor.

„Wir VFF-Leute sind in der aktuellen Klimadiskussion am Ball und sind ein vereins- und parteiunabhängiger, lockerer Initiativ-Kreis, der sich spontan nach einem Filmabend zusammengefunden hat“, berichtet Schneider über die Anfänge. „Es gab den Streifen ,Tomorrow – die Welt ist voller Lösungen‘ zu sehen, der durch und durch konstruktiv zeigt, wie wir auch und gerade in lokalen Zusammenhängen einen Beitrag zu den großen Zukunftsaufgaben leisten können.“ Alle, die bei der Gruppe mitmachen wollen, können sich bei Harald Gabriel unter der Telefonnummer 04262 / 8260 oder per Mail an harald-gabriel@posteo.de melden.

Elvira Schneider schwebt am 20. September eine Art Happening mit ernstem Bezug vor: „Zum Aktionstag rechnen wir mit vielen Spontanbesuchen auf dem Marktplatz. Die Menschen sollten Getränke und einen Imbiss mitbringen. Vielleicht eine Stulle für sich selbst und eine Stulle zum Tauschen mit dem Nachbarn.“

„Vissel for Future“ sei grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit Verbänden, Vereinen, Schulen und der Verwaltung, wie sie jetzt schon im Projekt Marktplatz mit dem Präventionsrat und dem Gemeindearbeiter stattfinde. „Aber alles ist einem Ziel untergeordnet: Nicht nur fordern, sondern selber machen!“

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