Mögliche Tatwaffe steckt im Boden

Vier Jahre nach Blutrache-Mord in Visselhövede: Polizei findet Pistole

Die Polizei findet an der Autobahn 7 bei Bad Fallingbostel die mutmaßliche Tatwaffe, mit der im Januar 2017 ein 46-Jähriger vor der Visselhöveder Grundschule angeschossen wurde. Vier Tage später war der Mann gestorben.
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Die Polizei findet an der Autobahn 7 bei Bad Fallingbostel die mutmaßliche Tatwaffe, mit der im Januar 2017 ein 46-Jähriger vor der Visselhöveder Grundschule angeschossen wurde. Vier Tage später war der Mann gestorben.

Die Polizei hat die mutmaßliche Tatwaffe gefunden, mit der am 9. Januar 2017 vor der Visselhöveder Grundschule ein Mann angeschossen wurde. Der damals 46-Jährige war vier Tage nach der Tat im Krankenhaus gestorben.

  • Vor vier Jahren wird ein 46-jähriger Mann in Visselhövede angeschossen und stirbt im Krankenhaus.
  • Mordkommission erhält Hinweise und sucht ein Gelände an der A7 in Bad Fallingbostel ab.
  • Mithilfe eines Metalldetektors finden die Polizisten die mutmaßliche Tatwaffe.

Bad Fallingbostel/Visselhövede – Der Polizei ist im Zusammenhang mit dem Blutrache-Mord an einem damals 46-jährigen, albanisch-stämmigen Mann am 9. Januar 2017 vor der Visselhöveder Grundschule offenbar ein entscheidender Ermittlungserfolg gelungen. Am Montag wurde in der Nähe der Autobahn A 7 bei Bad Fallingbostel eine Pistole im Erdreich gefunden, von „der wir hoffen, dass es die Tatwaffe ist“, so Rotenburgs Polizeisprecher Heiner van der Werp.

Der Familienvater war damals auf einem Fußweg an der Großen Straße in Visselhövede vom Beifahrersitz eines Motorrads durch mehrere Schüsse zunächst lebensgefährlich verletzt worden. Er starb vier Tage später im Rotenburger Krankenhaus.

Am 9. Januar 2017 war der damals 46-Jährige an der Großen Straße in Visselhövede direkt vor der Grundschule angeschossen worden.

Im Rahmen europaweiter Ermittlungen, die bis in die Niederlande und nach Albanien geführt wurden, rückte ein damals 23-jähriger Mann aus dem Raum Hannover schnell in den Fokus der Beamten. Er wurde drei Monate nach der Tat vorläufig festgenommen. Der 23-Jährige räumte gegenüber der Polizei ein, das Motorrad gefahren zu haben. Außerdem belastete er einen Verwandten als mutmaßlichen Todesschützen.

Das Landgericht Verden hatte den 23-Jährigen im März 2018 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der von ihm belastete, mutmaßliche Haupttäter wurde vom Tatvorwurf freigesprochen. Trotz des Urteils blieb die Tat, so der Anwalt des Verurteilten damals, im Wesentlichen ungeklärt. Demnach befänden sich der eigentliche Schütze und ein möglicher Mittäter noch auf freiem Fuß.

„Im Zuge weiterer Ermittlungen stießen Beamte der Mordkommission ,Motorrad‘ im August 2020 auf Hinweise, die jetzt dafür gesorgt haben, dass wir den Ort, wo die Täter das Motorrad nach dem Mord abgelegt hatten, noch einmal genau unter die Lupe genommen haben“, berichtet van der Werp. Im vergangenen Sommer hatten die Beamten nämlich auf der anderen Seite der Autobahn nicht nur die von Zeugen als Täterbekleidung angegebenen roten Warnwesten, sondern auch Handschuhe, eine Jacke und einen Helm gefunden.

An den Stücken wurden Schmauchanhaftungen sowie DNA-Spuren sichergestellt. „Allein die Tatwaffe konnte bislang nicht gefunden werden. Aber es hatten sich nach den weiteren Ermittlungen die Hinweise verdichtet, dass die Pistole vielleicht in der Nähe des Motorradfundorts entsorgt worden sein könnte.“

Mit einem Großaufgebot war die Polizei darum am Montag im Einsatz am Deiler Weg, in der Nähe der Autobahn-Anschlussstelle Bad Fallingbostel an der A7 hinter dem Baumarkt Toom. Unterstützung hatte die Mordkommission dabei von technischen Polizeieinheiten der Polizeidirektion Hannover bekommen. Van der Werp: „Wir haben großflächig, aber vorsichtig Büsche und Sträucher entfernt, um das Gelände intensiv abzusuchen.“

Und schon nach sehr kurzer Zeit habe ein Metalldetektor ein positives Ergebnis gemeldet. Sofort sei der Fundort abgesperrt worden und Fachkräfte hätten vorsichtig den Erdboden untersucht. „Das muss man sich wie bei einem Archäologen vorstellen: Mit feinem Gerät und sehr viel Geduld wurde die Waffe freigelegt, schließlich geborgen und sofort so verpackt, dass keine Spuren verloren gehen können“, beschreibt der Polizeisprecher das Verfahren. Die Pistole werde jetzt ausgiebig kriminaltechnisch untersucht.

Die Beamten hoffen, dass es sich bei dem Fund um das letzte fehlende Puzzleteil handelt, um den Mord, der vor vier Jahren nicht nur bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, restlos aufzuklären und den Schützen zu überführen. „Mit Spannung warten wir jetzt auf die Ergebnisse der Untersuchungen“, so der Polizist.

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