Schwitscher Willi Reichert katalogisiert Ruhebänke in der Region

Viele schöne Plätze – und so nah

Der Schwitscher Willi Reichert kam beim Hundeausführen auf die Idee.
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Der Schwitscher Willi Reichert kam beim Hundeausführen auf die Idee.
  • Jens Wieters
    vonJens Wieters
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Visselhövede – Wenn der Schwitscher Willi Reichert sich mal gerade nicht um sein Kulturhaus „ArtOutlet“ auf dem Gewerbecampus Lehnsheide kümmert oder selbst an der Staffelei sitzt, dann ist er viel mit dem Hund Balu unterwegs. Und das natürlich vorwiegend in der Region Visselhövede. „Es gibt kaum ein Plätzchen in der Natur in der näheren und weiteren Umgebung bis ran an die Kreisstadt Rotenburg und bis hin nach Verden, das ich noch ausgekundschaftet habe“, sagt Reichert.

Meistens fahren die beiden ein Stück mit dem Auto, lassen den Wagen dann am Wegesrand stehen und marschieren kilometerweit in die Feldmark. Zwischendurch gibt es eine kleine Pause, bei der dann Kaffee aus der Thermoskanne, ein Stück Butterbrot und ein Leckerli für Balu serviert werden.

„Und genau dafür gibt es überall in der Gegend Ruhebänke, von deren Existenz kaum jemand weiß“, berichtet Reichert. Oft seien die Sitzgelegenheiten aus Holz, das so langsam verwittert, manchmal auch aus witterungsbeständigem Kunststoff, und viel zu häufig sei der Picknickplatz fast komplett zugewachsen. „Aber fast überall kann man eine herrliche Aussicht genießen oder ein Stück Natur pur bestens beobachten“, betont der Schwitscher.

Und jetzt hat er, der sich in der Stadt schon mit einigen ungewöhnlichen Ideen einen Ruf erarbeitet hat, die Idee von Freunden aus Bayern aufgegriffen, und Stück für Stück bisher 30 Orte mit Bänken drauf auf einer virtuellen Karte katalogisiert. „In Aschau am Chiemsee befinden sich mehr als 470 Sitzbänke, davon 200 ganz besondere Themenbänke und sieben als Naturkino. Dort wandern die Leute mittlerweile mit der Karte auf dem Handy von Bank zu Bank.“

Natürlich ist die Karte nicht so ganz perfekt, da sich der gebürtige Bayer Reichert eher als „Laie in Sachen Computer, Handy, Apps und so“, betrachtet. Dennoch habe er mit Google Maps „gebastelt“, Sitzbänke, Ausruhplätzen, Aussichts- und Einsichtspunkten für Ruhende, Landstreicher, Fuß -und Müßiggänger in und um Visselhövede eingezeichnet.

Dabei handelt es sich um Sitzgelegenheiten auf Wanderwegen, Ausruh- und Aussichtsplätze und Orte, wo sich Bänke gut machen würden. Garniert hat er das Ganze mit Fotos, und es gibt noch Informationen, ob es vor Ort einen Abfalleimer gibt, ob man zu Fuß hinkommt oder mit dem Fahrrad, Rollator oder auch Rollstuhl.

Reichert hat mittlerweile auch Kontakt mit Helmut Sündermann, Vorsitzender des Visselhöveder Seniorenbeirats aufgenommen, um vielleicht auch die Mitfahrerbänke auf der Internetseite darzustellen.

Dabei handelt es sich um die blauen Bänke, auf denen Menschen Platz nehmen können, um von anderen kostenlos ins Dorf A oder die Stadt B mitgenommen zu werden.

Reichert geht es aber um mehr: „Gerade zur Corona-Zeit sitzen viele Menschen Zuhause und könnten die Gelegenheit nutzen, ihre Natur vor der Haustür kennenzulernen. Man könnte sich ja sogar mittels der Koordinaten eine Pizza zu seiner bevorzugten Bank liefern lassen.“

Das hatten Ramona und Ralf Busch zwar noch nicht vor, aber die beiden Radtouristen aus dem Ascherlebener Stadtteil Mehringen in Sachsen-Anhalt sind von der Idee ganz begeistert: Vielleicht fahren wir in den nächsten Tagen ein paar Plätze ab“, betont Ralf Busch an der Ruhebank am Elmhorstberg bei Delventhal, den Reichert als einen seiner Lieblingsorte betitelt.

Eigentlich wäre das Ehepaar gerade auf Mauritius und nicht im benachbarten Neuenkirchen im Heidekreis untergebracht, „aber Corona hat uns einen dicken Strich durch die Planungen gemacht“, sagt Ramona Busch. „Aber auch hier in der Region Visselhövede ist es sehr schön. Vielleicht verleben wir hier unseren Ruhestand, weil auch die Kinder nicht weit entfernt wohnen.“

Reichert freut sich über den Zuspruch und hofft jetzt auf einen „Computerfachmann“, der das Ganze technisch noch ein bisschen verfeinern kann. Der braucht sich einfach nur unter der Telefonnummer 04262 /  8432 zu melden. Wer sich Reicherts Karte aber vorab schon mal anschauen möchte, hier der Link fürs Internet: https://bit.ly/2YOldRR.

Mit ein paar Klicks gelangen Nutzer bei Google-Maps auf die von Reichert provisorisch angelegte Seite, die er auch mit Bildern garniert hat.
Ramona und Ralf Busch genießen die Pause am Elmhorstberg bei Delventhal. Fotos: Wieters

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