Diskussion zur Erdgasförderung / Grüne nehmen Landesbergamt aufs Korn

„Viel zu schwache Regulierung“

Henrich von Hofe (v.l.), Wiebke Ehlers sowie die Sven-Christian Kindler und Jutta Verlinden verlangen Änderungen im Bergrecht. Foto: Schmidt
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Henrich von Hofe (v.l.), Wiebke Ehlers sowie die Sven-Christian Kindler und Jutta Verlinden verlangen Änderungen im Bergrecht.

„Über die vielen Jahre der Erdgasförderung sind in der Region Probleme aufgetaucht, die die Menschen so nicht mehr hinnehmen wollen: Bei der Verpressung von Lagerstättenwasser, beim Abfackeln oder beim Fracking. Auch die immer noch ungeklärte Häufung von Krebsfällen in der Samtgemeinde Bothel und Rotenburg in der Nähe der Gasförderplätze macht den Menschen Angst.“ So fasst der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler laut Mitteilung die Lage vor einer Diskussionsveranstaltung zusammen, zu der er gemeinsam mit seiner Kollegin Julia Verlinden nach Dorfmark geladen hatte. Letztlich zeige sich in den gefährlichen Nebenwirkungen eine viel zu schwache Regulierung der Erdgasförderung durch das Landesbergamt, das sich auf veraltetes Bergrecht stütze, so Kindler.

Dorfmark/Visselhövede – Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, beantwortete die Frage, ob noch das letzte bisschen Erdgas aus der Region gebraucht werde, mit einem klaren „Nein!“. Da der Kohlendioxid-Ausstoß bis 2050 auf fast null gesenkt werden solle, müsse der Wärmesektor bei der Energiewende mit einbezogen und so der Erdgasverbrauch massiv gesenkt werden. „Wenn Deutschland seine Verpflichtungen zum Klimaschutz erfüllen will, müssen wir uns rühren“, so Verlinden. Ersetzt werden sollen Erdgas und Co. durch erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und mehr Energieeffizienz. Doch der Anteil der erneuerbaren Wärme stagniere seit Jahren bei etwa 14 Prozent. „Deshalb muss die Bundesregierung endlich aktiv werden und vor allem Subventionen für Öl- und Gasheizungen stoppen“, betonte Verlinden.

Heinrich von Hofe und Wiebke Ehlers vom Aktionsbündnis gegen Gasbohren berichteten über ihre Erfahrungen mit dem Erdgasunternehmen und dem Landesbergamt, seit vor einem Jahr das Vorhaben über die geplanten Bohrungen im Raum Bad Fallingbostel und Bleckwedel bei Visselhövede bekannt wurden.

Es wurden mehr als 12 000 Unterschriften gegen die Bohrvorhaben gesammelt. „Denn die Sorgen der Betroffenen sind nicht ausgeräumt: die Angst vor gesundheitlichen Schäden durch die Gasförderung und die Sorge um eine Belastung des Grundwassers.“, so von Hofe.

„Nehmen Sie unser Anliegen mit nach Berlin“, plädierte von Hofe an die Abgeordneten. Denn wirksame Änderungen des Bergrechts müssten in Berlin beschlossen werden. Außerdem müsse das Landesbergamt stärker die Gesundheit der Menschen vor Ort im Auge haben. Es dürfe nicht sein, dass die Interessen der fördernden Firmen in Zeiten des Klimawandels Vorrang haben.

Kindler und Verlinden versprachen, die Unterschriften gegen die Gasbohrungen im Ausschuss für Wirtschaft und Energie in der Hauptstadt vorzulegen: „Der Druck der Bevölkerung gibt Rückenwind für Maßnahmen zum Klimaschutz und für Veränderungen im Bergrecht. Gemeinsam lassen sich Veränderungen erreichen.“  jw

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