Probebohrungen geplant

Vermilion sucht nach Gas und informiert Stadtrat hinter verschlossenen Türen

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Protestfeuer am möglichen Bohrplatz von Vermilion bei Kroge wurden am Sonntag entzündet. 

Vermilion ist fest entschlossen an das Gas in Visselhövede zu kommen. Doch der Konzern stößt auf viel Widerstand in der Bevölkerung.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Während in Raum Wittorf ein wenig Erleichterung herrscht, weil der Konzern Dea aktuell dabei ist, die Verpressanlage für Lagerstättenwasser stillzulegen, mehren sich die Sorgen im übrigen Stadtgebiet, weil der deutsche Ableger des kanadischen Konzerns Vermilion Energy auch im Bereich Visselhövede nach Gas suchen will.

Zu diesem Thema wurde jetzt eine nicht öffentliche Informationsveranstaltung im Rathaus anberaumt, bei der Vertreter des Konzerns und des Landesbergamts die interessierten Mitglieder des Stadtrats über ihre Planungen aufklärten. „Vermilion will nach der großen Gasblase suchen, die sich nach Meinung des Konzerns tief in der Erde der Region befinden könnte. Dazu werden sie in Absprache mit dem Landesbergamt Probebohrungen durchführen“, so Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel nach der Sitzung auf Nachfrage unserer Zeitung. Wann und wo diese Probebohrungen stattfinden werden, ließ Goebel aber offen, da es sich um eine nichtöffentliche Veranstaltung gehandelt habe. „Es wurden auch mehr die gesetzlichen Grundlagen erörtert, auf denen eine Förderung fußt. Außerdem wurden die Verträge und die Aufgaben des Landesbergamts vorgestellt“, berichtet Goebel. Die Ratsmitglieder, die tiefer in der Materie stecken würden, hätten auch ihrer Bedenken gegen weitere Erkundungen geäußert.

Gegner der Bohrung sammelten sich zum Mahnfeuer 

Goebel musste am Montagnachmittag in die Kreisstadt Rotenburg reisen, weil Vermilion sein Vorhaben auch den zuständigen Behörden der Kreisverwaltung vorgestellt hat - allerdings ebenfalls nicht öffentlich.

Wesentlich offener gehen hingegen die Gegner der Vermilion-Gassuche mit der Thematik um. So haben sich am vergangenen Sonntag rund 200 Teilnehmer zu einem Mahnfeuer am geplanten Bohrplatz zwischen Kroge und Bad-Fallingbostel getroffen. Dort wurde nach Auskunft von Hans-Heinrich von Hofe, Sprecher der Initiative, schon im Jahre 1997 nach Erdgas gebohrt, aber letztendlich nie gefördert. „Es gibt also eine Bohrplattform, die auch nicht geschlossen ist. An genau dieser Stelle will nun Vermilion bohren. Die Bedingungen dort sind ideal für den Konzern. Unter anderem, weil es dort keine Zuwegungsprobleme gibt wie zum Beispiel bei Dorfmark.“

Bohrungen haben jahrelange Nachwirkungen

Aber auch im Bereich Kroge müsse Vermilion mit erheblichen Widerstand der Bevölkerung rechnen. „War es vor 20, 30 Jahren ganz normal, dass nach Gas gebohrt wurde, ist es doch heute ganz anders. Heute erleben wir die Nachwirkungen der Bohrungen von damals. Gerade im Landkreis Rotenburg mit den erhöhten Krebsfällen oder überall Erdbeben, Bodenabsenkungen, unsaubere Verpressung von Lagerstättenwasser oder Trinkwasserverunreinigung“, so von Hofe weiter. Seiner Meinung nach müssten die mittlerweile verkrusteten Gesetze, auf die sich das Landesbergamt immer berufe, reformiert und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Hier gibt es weitere Informationen zur Planung und dem Konzern Vermilion.

Im Januar 2018 lud die Firma erstmals zu einem „Nachbarschaftsforum zur Erdgaserkundung“ ein und beantwortete Fragen der Bürger bezüglich der Probebohrung in Bahrenborstel.

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