Runder Tisch Gasförderung / Klingbeil bekommt 6 300 Unterschriften

Vermilion-Pläne im Blick

Ralf Goebel (vorn) glaubt, dass Vermilion bei Bleckwedel keine Fläche zur Bohrung finden wird. Fotos: Leeske

Dorfmark/Visselhövede - Von Henning Leeske. Grundwasser kennt keine Kreisgrenzen – und Erdgaskonzerne auch nicht. So plant die kanadische Firma Vermilion aktuell vier neue Bohrungen für die Erdgasförderung im Heidekreis und eine in Bleckwedel.

Grund genug für Bürgermeister Ralf Goebel und einige Gegner der Erdgasförderung aus dem Raum Visselhövede, der Einladung zum Runden Tisch des Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) zu folgen. Der bekam gleich 6 300 Unterschriften gegen die Bohrungen überreicht, die in der Region gesammelt worden waren. „Die Menge zeigt deutlich, dass die Menschen besorgt sind“, so Klingbeil. „Der Schutz von Mensch und Natur muss an erster Stelle stehen. Solange unklar ist, ob es einen Zusammenhang zwischen den erhöhten Krebszahlen in der Region und der bereits vorhandenen Erdgasförderung gibt, muss es ein Moratorium für die potenziellen Bohrstellen geben“, forderte der Abgeordnete.

Die Aktiven des Aktionsbündnisses gegen Erdgasbohrung berichteten vom Gespräch beim niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Das Land prüfe demnach ein Verbot von Erdgas- und Erdölbohrungen in Wasserschutzgebieten in sämtlichen Schutzzonen. Das Bündnis will aber eine Betrachtung der gesamten Region bei der Bewertung der Bohrungen und nicht die Prüfung der einzelnen Bohrstellen. „Wir wollen eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung“, so die Gas-Gegner.

Weiter war Konsens, in Bleckwedel einen Pachtvertrag für den Konzern möglichst zu verhindern. Denn während der Runde wurde die Vermutung geäußert, das Vermilion dort seine Probleme habe, weil eine Infoveranstaltung mehrfach verschoben worden sei. „Stadtseitig werden wir keine Flächen und kein Wegerecht zur Verfügung stellen. In Bleckwedel gibt es Eigentümer von großen Flächen. Von denen haben sich viele bereits eindeutig geäußert, aber einige noch nicht“, sagte Goebel. „Vermilion verschiebt den Termin für die Informationsveranstaltung immer wieder. Sie machen ihn nicht, weil sie keine Fläche haben“, spekulierte Goebel.

Außerdem wolle die Firma eine Gasblase anzapfen, die schon an anderer Stelle abgebaut werde. Dadurch sei sowieso eine Umweltverträglichkeitsprüfung fällig, und auch, weil die Fördermenge über 500 000 Kubikmeter läge. Goebel sprach auch die Feststellung eines Mitarbeiters des Landesbergamts an, der mitgeteilt habe, dass die Behörde erste Erkundungsbohrungen zulassen müsse, weil der Konzern die Lizenz erworben hätte. „Da ist mir die Luft weggeblieben“, sagte Goebel. Bleckwedel sei zudem der Wunschstandort, weil direkt hinter der Kreisgrenze im Landkreis Verden ein Wasserschutzgebiet sei.

Andreas König aus Wittorf ging auf die Studien zum möglichen Zusammenhang der Krebszahlen mit der Erdgasförderung ein: „Wie kann es sein, dass tausende Studien aus den USA zu diesem Thema ignoriert werden? Warum müssen wir die Kausalität neu nachweisen?“

Lars Klingbeil betonte, dass eine Studie, die vom Land Niedersachsen in Auftrag gegeben worden sei, politisch gesehen viel wertvoller in der Diskussion sei.

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