Verwaltung möchte Richtlinie, Politik braucht Zeit

Vereinsförderung weiter in der Diskussion

Ulrike Meiser-Sander probiert die Seilbahn aus.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Ein neues Gewehr für den Schützenverein, einen neuen Rasenmäher für die Fußballer, einen Beamer für die Kirchenjugend: Die Liste der Zuschussanträge ist lang, die die Stadt Visselhövede in jedem Jahr von Vereinen und Verbänden erhält. Und in jedem Jahr wird in der Politik darüber diskutiert, wer was bekommt. Durch die doppische Haushaltsführung wird es jetzt noch schwieriger, Lösungen zu finden.

Die Verwaltung braucht nämlich für die Doppik eine vernünftige Basis, auf die sie die Förderung für Vereine und Verbände stellen kann. Das könnte unter Umständen bedeuten, dass die bisherige 15-Prozent-Regelung gekippt wird. Aber darüber mochte der Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Feuerwehr während seiner vergangenen Sitzung noch nicht so recht entscheiden, sondern wird sich bis zur Ratssitzung am 16. Juni zunächst noch in den einzelnen Fraktionen und auch im nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss beraten.

„Es sind jetzt keine riesigen Summen, von denen wir reden“, so Hauptamtsleiter und Kämmerer Klaus Twiefel, „aber dennoch fördern wir die Vereine und Verbände mit rund 50.000 Euro.  22.500 Euro davon als laufende Bezuschussung.“ Um diese Förderungen im doppischen Haushalt vernünftig darzustellen, hatte die Verwaltung eine Richtlinie vorbereitet, die aber nicht die ungeteilte Meinung der Ausschussmitglieder fand. Joachim Schulz-tom Felde (CDU) zum Beispiel ist „die Untergrenze von 2 000 Euro zu hochgegriffen“.

Der Ausschuss auf dem neuen Waldspielplatz. - Foto: Wieters

Ebenso sieht es seine Parteifreundin Ulrike Meier-Sander: „Die kleinen Vereine könnten hinten runterfallen.“ Dass die Vereine wegen der Untergrenze bewusst höhere Zuschüsse beantragen, glaubt die Verwaltung hingegen nicht: „Das ist ja nur ein Zuschuss zu den förderfähigen Kosten. Setzt man die zu hoch an, muss der Verein selber ja auch viel mehr zahlen“, so Mathias Haase.

Dagmar Kühnast (SPD) findet, dass die „jetzige Praxis mit der 15-Prozent-Regelung sehr gut“ sei und es dabei bleiben solle. Schulz-tom Felde stimmte zu: „Unsere Förderung klappte bisher gut und wir sollten weiter so verfahren.“ Eine Absage erteilten alle Ausschüssler der Möglichkeit, höhere Beträge für besondere Maßnahmen auszuschütten. „Für den einen Verein ist die Anschaffung einer Schießstandbeleuchtung ebenso bedeutend wie für den anderen der Neubau eines Clubheims“, waren sich die Ausschussmitglieder einig.

Das gilt auch mit Blick auf einige Spielplätze, die der Ausschuss vor der eigentlichen Sitzung besucht hatte. So stellte Bürgermeister Ralf Goebel den aufgepeppten Waldspielplatz in der Lehnsheide vor, der seiner Meinung nach „sehr gut gelungen und auch angenommen“ werde. Eine dort anwesende Mutter kritisierte, dass es dort wenig Spielmöglichkeiten für Kleinkinder gebe, und auch die Wasserpumpe sei defekt. Goebel versprach, dass die Pumpe umgehend repariert würde und der Spielplatz eher für etwas größere Kinder ausgelegt sei.

Auf dem Spielplatz an der Schneidemühler Straße schwebt dem Ausschuss vor, eine Sitzecke für Eltern einzurichten. Dem Wunsch anwesender Kinder nach zwei Fußballtoren kann aber wohl nicht entsprochen werden, da die Walsroder Straße direkt am Spielplatz vorbeiführt und viele Bälle dort landen würden. Begeistert zeigten sich die Politiker von dem Platz Auf der Lehmhorst. „Hier ist echt alles toll, kindgerecht attraktiv und gut in Schuss“, wie Ausschussvorsitzender Tam Ofori-Thomas (SPD) bilanzierte.

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