Urgestein des Stadtrats kehrt Union nach 28 Jahren den Rücken / „Gutsherrenart“

Langanke gibt CDU-Parteibuch zurück

Eckhard Langanke verlässt die CDU.
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Eckhard Langanke verlässt die CDU.

Visselhövede - Eckhard Langanke, viele Jahre CDU-Abgeordneter im Visselhöveder Stadtrat, setzt seinen schrittweisen Abschied von der Union fort. Nachdem er bereits direkt nach der Bürgermeisterwahl aus der CDU-Fraktion im Stadtrat ausgetreten ist, gibt er nun auch sein Parteibuch zurück. „Für mich ist das ein schwerer Schritt, da ich mich der CDU auf Bundes- und Landesebene weiterhin verbunden fühle, meinen Namen und guten Ruf aber nicht mehr mit den örtlichen CDU-Vertretern in Verbindung bringen lassen möchte“, erklärt er in einer Pressemitteilung. „Die Bedenkzeit über das weitere eigene Vorgehen habe ich beendet.“

In einem Gespräch mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Heiner Ehlen habe er noch auszuloten versucht, ob es eine weitere Basis für ein Verbleiben in der Union gebe, fügt das Polit-Urgestein hinzu. Außer Verständnis für die Situation gab es demnach keine Antwort.

Die von Langanke formulierte Liste der Vorwürfe gegen die CDU-Oberen in Visselhövede ist lang. So habe man ihm unter anderem vorgeworfen, nicht rechtzeitig sein Interesse an einer Kandidatur für das Bürgermeisteramt bekundet zu haben. „Das entspricht nicht der Wahrheit“, kontert der pensionierte Polizeibeamte, „alle Insider wussten, dass ich mich um das Bürgermeisteramt bewerben wollte. Schon lange vor der eigentlichen Kandidatenkür hat man mich des-halb einbestellt und mir, ohne eine Begründung zu liefern, aber klar und unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich aus den Reihen meiner Partei keine Unterstützung bekommen würde.“

Die Bewerbung als Einzelkandidat für das Bürgermeisteramt habe laut Langankes Mitteilung die örtliche CDU zum Anlass genommen, ihn nach „Gutsherrenart kaltzustellen“. Er sei ohne Grund als stellvertretender Bürgermeister abgewählt worden. Des Weiteren wurde versucht, ihn als CDU-Mitglied von Parteiveranstaltungen auszuschließen. Nach seinem Austritt aus der CDU-Fraktion habe man ihn sogar für „politisch tot“ erklärt (CDU-Fraktionsvorsitzender Dieter Carstens, Anm. d. Red.), was natürlich völliger Unsinn sei, da er als gewähltes Ratsmitglied an allen Sitzungen teilnehmen dürfe.

„Von der Fairnessabsprache für den Wahlkampf, die ich unter Vermittlung von Heiner Ehlen und CDU-Kreisgeschäftsführer Jens Richter mit ihnen getroffen hatte, habe ich jedenfalls auf der Visselhöveder CDU-Seite nichts gespürt“ , erklärt Langanke verbittert.

Der Austritt aus der Union ist aber keineswegs das Ende seiner politischen Arbeit. „Ich werde auch weiterhin im Stadtrat für meine Mitmenschen in Visselhövede und seinen Ortsteilen arbeiten. Übrigens unabhängig davon, ob ich bei der Bürgermeisterwahl ihre Stimme erhalten habe oder nicht“, verspricht Eckhard Langanke. „Und für die in zwei Jahren bevorstehende Kommunalwahl wird es sicher eine Konstellation geben, die mir eine weitere Kandidatur für den Stadtrat ermöglicht.“

Beim CDU-Gemeindeverband gibt man sich gelassen: „Herr Langanke hat schon in der Vergangenheit mit Austritt gedroht, um über die Partei einen besseren Listenplatz zu erhalten“, berichtet Gemeindeverbandschef Willi Bargfrede. Langanke habe sich bei der CDU-Mitgliederversammlung nicht als Bürgermeisterkandidat zu erkennen gegeben und so den Mitgliedern die Möglichkeit genommen, über seine Kandidatur abzustimmen. „Da er nun wohl keinen persönlichen Nutzen mehr aus der Mitgliedschaft ziehen kann, ist er ausgetreten. Natürlich schmerzt jeder Austritt eines Mitgliedes und ich wünsche Herrn Langanke alles Gute“, so Bargfrede.

jw

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