„Unser Dorf hat Zukunft“: Kreis-Kommission besucht Drögenbostel

„Es darf genascht werden“

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Marie Hummers erläuterte der zwölfköpfigen Experten-Kommission die Vorzüge und Einzigartigkeit des Dorfes. Fotos Wieters

Drögenbostel - Es waren nicht alle 128 Einwohner Drögenbostels vor Ort, aber die, die gestern Nachmittag der Landkreis-Kommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ihr Dorf vorstellten, haben sich mächtig ins Zeug gelegt.

Die Expertengruppe unter Leitung von Marion Bassen wurde schon an einem eher ungewöhnlichen Ort begrüßt, denn im „Blauen Zimmer“, ein Kunstwerk am Ortseingang, berichtete Ortsvorsteherin Ulrike Meier-Sander über die nackten Fakten des Dorfes, das 570 Hektar misst, mittlerweile nicht mehr nur durch die Landwirtschaft geprägt ist, „sondern viele Freiberufler als Einwohner hat“.

Meier-Sanders Vorgänger Jürgen Meyer stellte in schicker Schützenuniform bei subtropischen Temperaturen die Bewerbungsmappe für den Sonderpreis „Artenvielfalt im Dorf“ vor.

Er informierte darüber, dass in den vergangenen Jahren einen 900 Meter lange Obstbaum-Allee gepflanzt wurde, der Früchten allen Einwohnern des Dorfes zur Verfügung stünden. „Bei uns darf von jedem genascht werden. Da kann es schon mal vorkommen, dass man mit einem Korb zum Apfelbaum geht, aber der leer ist, weil die Nachbarin schneller war. Aber das ist gar nicht schlimm, denn die meisten Feste mit Kaffee und Kuchen feiern wir sowieso zusammen“, erläuterte Meyer. Auch die vielen Nisthilfen für verschiedene Vogelarten, die Anpflanzung von Hecken, der Erhalt von Biotopen oder unzählige Insektenhotels seien weitere Argumente für eine erfolgreiche Bewerbung.

Der erst 21-jährigen Diplom-Betriebswirtin Marie Hummers war es vorbehalten, die Kommission während der Besichtigungstour per Bus die Vorzüge und Einzigartigkeit des Dorfes am nordöstlichen Rand des Visselhöveder Gemeindegebietes zu präsentieren. Darunter natürlich auch das nagelneu Projekt der Dorfjugend: Neben dem „Blauen Zimmer“ steht nämlich neuerdings ein ausrangierte Theater-Telefonzelle, die eine stattliche Bücherauswahl beherbergt. Die kann jeder, der vorbeikommt ausleihen oder im „Blauen Zimmer“ lesen.

Wie Drögenbostel im Kreiswettbewerb abschneidet und ob die Bewerbung um den Sonderpreis erfolgreich war, entscheidet die Kommission Ende Juli.

jw

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