Visselhöveder Ausschuss blockiert Pläne

Sammelplatz-Umbau ist zu teuer

Die Grünsammelstelle Paterbusch.
+
Die Grünsammelstelle Paterbusch soll befestigt und umgestaltet werden.

Visselhövede – Zu hohe Kosten, zu groß und überhaupt: Der Visselhöveder Landwirtschaftsausschuss will zwar, dass sich baulich etwas tut auf dem Grünsammelplatz in Nindorf-Paterbusch und die langen Staus der Vergangenheit angehören, aber nicht um jeden Preis – und der ist nämlich mit 485 000 Euro sehr hoch. Zwar wäre der Landkreis als zuständige Behörde für die Abfallentsorgung mit 75 Prozent mit im Boot, aber dennoch fand die von der Visselhöveder Verwaltung vorbereitete Beschlussvorlage keine Mehrheit im Ausschuss. Jetzt wird sich der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss noch einmal mit der Thematik beschäftigen.

Aber ein Antrag von Heiner Gerken (Grüne) fand während der Sitzung am Dienstagabend breite Zustimmung. So muss sich jetzt die Stadt beim Landkreis dafür einsetzen, dass schon bald Gebühren für die Entsorgung von Strauchschnitt, Laub und Co. genommen werden, „wie es in vielen anderen Landkreisen bereits lange üblich ist“, wie Heiner Gerken argumentierte. Er sei nämlich „geschockt“ gewesen von den zu erwartenden Kosten einer Umgestaltung des Sammelplatzes.

„Das sind dann immer noch rund 120 000 Euro für die Stadt, aber auch der Landkreisanteil wird ja von der Allgemeinheit getragen.“ Die Menschen würden sich durch das öffentliche Vorhalten eines solchen Sammelplatzes immer weiter vom biologischen Kreislauf entfernen. „Warum kann nicht jeder ein paar Quadratmeter seines Gartens für das Kompostieren von Laub und anderen organischen Stoffen bereitstellen? Muss wirklich jedes Grundstück klinisch rein sein?“, fragte der Wittorfer in die Runde. „Das bisherige System ist nicht in Ordnung. Wer viel Grünschnitt zum Sammelplatz bringt, muss auch viel zahlen“, forderte Gerken, der meint, dass ein „Umdenken bei den Menschen nur über das Portemonnaie funktioniert“.

Grundsätzlich ist der Ausschuss aber dafür, dass vor allem bei der Zufahrt des Platzes etwas „geschehen muss“, wie Vorsitzender Charly Carstens (CDU) betonte, damit sich die Kunden mit ihren Anhängern und Treckergespannen an manchen Tagen nicht bis auf die Landesstraße stauen. „Aber muss es denn wirklich so groß sein, wie die Planung es zurzeit vorsieht?“, zweifelt auch Volker Carstens CDU) die Dimensionen des Vorhabens an.

Die hatte Hermann de Riese vom Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft und Umwelttechnik aus Zeven dem Gremium zuvor erläutert. Und der hatte die 485000 Euro-Hiobsbotschaft im Gepäck. „Denn wir haben ein großes Problem dort, und das ist die Entwässerung des dann großflächig asphaltierten Platzes. Das ist nur mit Pumpen und entsprechenden Kanalbauten möglich.“ Denn einfach irgendwo rechts oder links des Platzes im Boden versickern, dürfe das Niederschlagswasser nicht, wie Ellen Scherer, Leiterin der Abfallwirtschaft beim Landkreis, klarstellte.

Es gebe nach der Umgestaltung nämlich keine geschlossenen Container mehr für die Gartenabfälle, sondern auf der Asphaltfläche werden bestimmte Bereich für unterschiedliches Sammelgut ausgewiesen. „Die Container sind sehr unpraktisch, mit zu kleinen und für viele Anlieferer zu hoch platzierten Öffnungen. Die neugestalteten Bereiche sind schneller zu füllen, sodass sich der Anlieferverkehr nicht so drängelt. Aber das Ganze muss halt über Kanäle, die zum Klärwerk führen, entwässert werden,“, so Scherer. Eine Aussage, die bei Hermann Bergmann (SPD) die Frage aufwarf, „warum das 35 Jahre lang nicht geschehen musste“. Wohl wegen des geschlossenen Containersystems: „Die sind zu Stoßzeiten aber schnell voll und Laub darf nun mal nicht zu Strauchschnitt, was immer öfter geschieht“, antwortete Scherer.

Die Zufahrt mit Staugefahr wird geändert.

Der Plan sieht vor, dass von der Landesstraße eine Einfahrt gebaut wird, die in einen zweispurigen Anfahrtsweg mit einem Reißverschlussverfahren am Ende mündet, damit die Autos und ihre Anhänger nicht auf der Landesstraße warten müssen. „Das ist auch dringend nötig“, so Sammelplatz-Chef Klaus-Dieter Göring, der damit der Idee, Kosten in Höhe von 25 000 Euro bei einer Einspur-Lösung zu sparen, eine Absage erteilte,

„Immerhin hat die Straßenbaubehörde in Verden sich nochmal die alten Pläne angeschaut und festgestellt, dass es früher eine separate Zu- und Abfahrt gab, sodass wir das auch so bauen können“, hatte Bürgermeister Ralf Goebel aber auch eine gute Nachricht.

Für die Zu- und Abfahrten würden insgesamt etwa 1000 Quadratmeter Boden versiegelt, und für die eigentliche Abladefläche rund 400. „Schotterwege ergeben keinen Sinn, weil sie ständig ausgebessert werden müssten“, so de Riese. Die Bauzeit bei „weitgehend laufendem Betrieb“ würde nach seinen Aussagen etwa fünf Monate betragen. Aber ob es überhaupt soweit kommt, darüber entscheidet zunächst der Verwaltungsausschuss.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil
Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft
Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg
Rot-Weiß Scheeßel blickt mit Ausstellung auf „100 + 1 Jahre Fußball“ zurück

Rot-Weiß Scheeßel blickt mit Ausstellung auf „100 + 1 Jahre Fußball“ zurück

Rot-Weiß Scheeßel blickt mit Ausstellung auf „100 + 1 Jahre Fußball“ zurück

Kommentare