WUG übergibt Klingbeil 1690 Protestunterschriften gegen Verpressung

„Kein Gift in unsere Erde“

Mitglieder der WUG nach der Unterschriftenübergabe an Lars Klingbeil (3.v.l.).
+
Mitglieder der WUG nach der Unterschriftenübergabe an Lars Klingbeil (3.v.l.).

Wittorf - Mit 1690 Unterschriften gegen die Verpressung von Lagerstättenwasser unter dem Titel „Kein Gift in unsere Erde“ reiste der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil jetzt wieder nach Berlin. Die Aktion wurde von der Wittorfer Initiative Bürger für Umwelt und Gesundheit (WUG) auf die Beine gestellt. Dabei ist besonders die Familie Heide Kolter aus Jeddingen zu erwähnen, die allein 1014 Unterschriften sammelte.

Wie bekannt, geht es der WUG im Wesentlichen um den Erhalt oder die Wiederherstellung einer gesunden Umwelt. Hauptthema ist die Problematik in Zusammenhang mit der Verpressanlage in Grapenmühlen. „Dort werden seit Jahren giftige Flüssigkeiten in die Erde gepresst. Es gab mehrere massive Störfälle, bei denen giftige Substanzen freigesetzt wurden“, heißt es in einer WUG-Mitteilung.

Die Sorgen der Bürger bezüglich Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt wurden dem Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil vorgetragen. „Verbunden mit der Bitte, in Berlin die Interessen der Wittorfer zu vertreten und sich für eine Beendigung der Verpressung von Lagerstättenwasser und Fracking-Giften in unsere Erde einzusetzen.“

Die WUG forderte von Klingbeil dafür zu sorgen, dass das zuständige Bergamt sich für die Interessen aller Bürger einsetzen und nicht den Eindruck vermitteln soll, überwiegend die Interessen der Förderindustrie zu vertreten. Auch die Informationspolitik der Konzerne und der Behörden ließen in der Vergangenheit zu wünschen übrig.

Lars Klingbeil nahm die Gelegenheit wahr, die WUG-Gruppe über die aktuelle Situation und politische Aktivitäten in Berlin zu unterrichten. So soll das Bergrecht nun endlich modernisiert und der aktuellen Situation angepasst werden. Allerdings könne man das Rad nicht zurückdrehen und alte Fördergenehmigungen stornieren.

„Da widerspricht die WUG. Denn stellt sich eine Fehlentscheidung mit den Folgen einer gesundheitlichen Gefährdung der Bevölkerung heraus, dann ist eine Rücknahme durch Behörden zwingend. Körperliche Unversehrtheit der Bürger und Schadenvermeidung sind doch wohl Grund genug und nicht vergebens im Grundgesetz verankert“, heißt es weiter.

Weiterhin denke die Politik, so Klingbeil, über eine Beweislastumkehr in Schadensfällen nach.

Die WUG findet das richtig und fordert gleichzeitig, die Förderkonzerne zu verpflichten, abgesicherte Rücklagen für mögliche Schadensansprüche anzulegen. Bei international tätigen Unternehmen besonders wichtig, um eine Haftungsfähigkeit sicherzustellen.

„Das Gespräch war für alle Beteiligten fruchtbar und brachte einen Zugewinn an Informationen in Sachen Fracking und Verpressung“, so die WUG.

Klingbeil wird die Unterschriftenliste an den Niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) übergeben, der scheinbar Fracking weiter betreiben will.jw

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Ein paar Prozent Ungeimpfte bleiben

Ein paar Prozent Ungeimpfte bleiben

Ein paar Prozent Ungeimpfte bleiben
Weiterhin Schule in Präsenz?

Weiterhin Schule in Präsenz?

Weiterhin Schule in Präsenz?
Scheeßel: Entgeltfreies Corona-Testzentrum auf Gemeindefläche sorgt für Unmut im Rat

Scheeßel: Entgeltfreies Corona-Testzentrum auf Gemeindefläche sorgt für Unmut im Rat

Scheeßel: Entgeltfreies Corona-Testzentrum auf Gemeindefläche sorgt für Unmut im Rat
Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Visselhöveder Familie bangt um das Leben ihres Hundes

Kommentare