Überfluteter Bungalow: Wasserwerk registriert Druckverlust nur an Hauptleitung

„Vor dem Urlaub immer den Haupthahn schließen“

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Ein kleiner Defekt an einer Wasserleitung kann für einen riesigen Schaden sorgen. So wie in Wittorf Mitte Januar.

Wittorf - Von Jens Wieters. Der geplatzte Schlauch einer Waschmaschine, eine defekte Klospülung oder eine eingefrorene Wasserleitung in der Abseite – sind die Wohnungseigentümer nicht im Hause, ist der Schaden ruckzuck riesig. „Bei längerer Abwesenheit hilft nur eins: Den Haupthahn zudrehen“, sagt Norbert Witte vom Wasserversorgungsverband Rotenburg.

Denn nach dem immensen Wasserschaden in einem Wittorfer Bungalow Mitte Januar (unsere Zeitung berichtete) fragen sich viele Leute, ob es den Angestellten im Wasserwerk nicht auffällt, wenn tagelang das Wasser aus einer kaputten Leitung strömt.

„Wir haben leider keine blinkenden Lämpchen, die uns anzeigen, dass in Privathaushalten der Wasserverbrauch ansteigt. Zumal es ja häufig so ist, dass nicht einige Kubikmeter auf einmal verloren gehen, sondern das Wasser nach und nach verloren geht“, so Ingenieur Witte von der technischen Abteilung des Unterstedter Wasserwerks, das im Jahr rund 4,4 Millionen Kubikmeter Trinkwasser mit einem Druck von rund 6,2 bar in die Haushalte des Altkreises und nach Neuenkirchen pumpt.

Anders sehe es aus, wenn eine Hauptleitung wie am vergangenen Wochenende unter der Visselhöveder Goethestraße kaputt geht. „Dann registrieren unsere Messgeräte den Druckabfall und geben uns auch ein akustisches und optisches Signal“, so Witte, der dann sofort den Notdienst anrücken lässt, um die Schadstelle zu orten und geeignete Gegenmaßnahmen wie das Schließen der defekten Leitung einzuleiten.

In dem Wittorfer Fall haben die Feuerwehren rund 250000 Liter aus dem Keller gepumpt. Das Wasser muss wohl einige Tage aus dem vermutlich defekten Eckventil der Klospülung gelaufen sein. Fatal, da die Hauseigentümer abwesend waren. Das Wasser breitete sich zunächst im gesamten Obergeschoss aus, lief dann die Treppe herunter, flutete das Erdgeschoss, stieg schließlich im Keller bis zur Decke und floss am Ende über die Außentreppe auf das Grundstück. Erst dort wurde das Unglück entdeckt.

„So schlimm ist es ja zum Glück nicht oft“, sagt Witte, „meistens sind die Schäden kleiner, wenn Wasser unbemerkt nach und nach versickert. Das fällt bei der jährlichen Ablesung des Zählerstands allerdings auf. Gibt es erhebliche Unterschiede zum Vorjahresverbrauch, melden wir uns bei den Kunden, damit die der Sache auf den Grund gehen können.“

Damit ein geplatzter Waschmaschinenschlauch nicht in einer Katastrophe endet, empfiehlt Norbert Witte: „Bei längerer Abwesenheit oder Urlaub: Immer den Haupthahn schließen!“

Versicherungsrechtlich sei das natürlich empfehlenswert, so Malte Flammann von einer Visselhöveder Versicherungsagentur. Bleibe der Haupthahn offen und komme es zu einem Folgeschaden, übernehme die Versicherung aber in den meisten Fällen die Regulierung zum gleitenden Neuwert. „Bei grober Fahrlässigkeit behalten sich einige Versicherer aber eine prozentuale Kürzung vor“, so Flammann.

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