„Über Umgang entsetzt und enttäuscht“ / Carstens: „Er ist politisch quasi tot“

Langanke verlässt CDU-Stadtratsfraktion

Nun fraktionslos im Stadtrat: Eckhard Langanke.
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Nun fraktionslos im Stadtrat: Eckhard Langanke.

Visselhövede - Eckhard Langanke, frisch gescheiterter Bürgermeisterkandidat, gehört nicht mehr der CDU-Fraktion im Stadtrat an. Ein entsprechendes Schreiben hat er der CDU-Führung am Montagabend per Boten übermittelt.

Der Visselhöveder ist laut Mitteilung „entsetzt und enttäuscht“ darüber, wie seine zum Teil langjährigen Weggefährten aus Partei und Ratsfraktion in den vergangenen Wochen mit ihm umgegangen sind.

Trotz einer Fairness-Absprache, die der CDU-Kreisvorsitzende Hans-Heiner Ehlen und Kreis-Geschäftsführer Jens Richter mit Eckhard Langanke und den CDU-Spitzen an der Vissel für den Wahlkampf ausgehandelt hätten, sei von Dieter Carstens und Willi Bargfrede (Fraktionschef und Gemeindeverbandsvorsitzender, die Red.) immer wieder schweres Geschütz gegen ihn aufgefahren worden. „Weil ich mir das demokratische Recht genommen habe, als unabhängiger Bewerber für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren – gegen den Willen meiner Partei.“

Langanke betont, dass er von der Ratsmehrheit unter Führung der CDU als stellvertretender Bürgermeister aus dem Amt gehoben und ihm verschiedentlich unmissverständlich klar gemacht worden sei, dass er auf Parteiveranstaltungen nicht willkommen sei.

Der Gipfel der Unzumutbarkeit sei aber eine Erklärung der Unionsführung gewesen, dass es zu keiner Zusammenarbeit mit einem möglichen Bürgermeister Langanke kommen werde. „Als ich das in der Zeitung las, waren für mich grundlegende demokratische Prinzipien erschüttert“, erklärt Eckhard Langanke, „denn in seinen Entscheidungen ist ein Abgeordneter völlig frei und keinesfalls einem Fraktionszwang unterworfen.“

Seit dem Jahr 1991 war Langanke Mitglied der CDU-Fraktion. Jetzt ist das Tischtuch offenbar zerschnitten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch eine Möglichkeit gibt, konstruktiv mit der CDU-Fraktion zusammenzuarbeiten“, sagt er, „ich werde aber den Auftrag meiner Wähler, die mir das Mandat im Rat bis 2016 gegeben haben, weiter ausführen. Bis dahin habe ich genügend Zeit, darüber nachzudenken, ob und wie es anschließend weitergehen kann.“

Fraktionschef Dieter Carstens betrachtet den Langanke-Austritt relativ entspannt. „Ohne große Überraschung wurde die Nachricht von den Fraktionskollegen sowie vom CDU-Vorsitzenden Willi Bargfrede zur Kenntnis genommen“, ist von Carstens zu hören.

Langanke sei als Einzelkandidat ohne die Unterstützung seiner eigenen Partei zur Bürgermeisterwahl angetreten. Seine Reaktion sei nun ein konsequenter Schritt seiner Vorgehensweise.

„Allerdings hätte er diesen Schritt auch schon bei Ankündigung seiner Kandidatur vollziehen können. Dieses wäre dann wirklich konsequent gewesen, ohne sich eine Hintertür offen zu halten“, so Carstens.

Weil Langanke sein Mandat behält, hat die CDU keine Möglichkeit, einen Nachrücker von der eigenen Liste zu stellen.

„Aber Langanke hat keinen Ausschusssitz mehr. Seine aktive Teilnahme an der Arbeit beschränkt sich damit ausschließlich auf Sitzungen des gesamten Stadtrats. Er ist politisch quasi tot“, so Carstens.jw

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