Ausschuss will eine halbe Million investieren / Landkreis, Bund und Land helfen

Turbo-Internet für die „Pampa“

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Auch in Griemen und Fahlbeck, Delventhal, Moordorf und Königshof wollen die Menschen schnelles Internet. 

Visselhövede - Wer in Griemen oder Fahlbeck, Delventhal oder am Königshof wohnt, also mitten in der oft zitierten „Pampa“, der hat zwar viel Grün drumrum und absolute Ruhe, aber eine Internetgeschwindigkeit, die nicht nur von gestern, sondern „mindestens von vorgestern“ ist, wie die Einwohner dieser Visselhöveder Ortsteile immer wieder betonen. Das soll sich zwar nicht sofort, aber zumindest in absehbarer Zeit ändern. Denn der Ausschuss für Finanzen und Wirtschaftsförderung hat während seiner vergangenen Sitzung einstimmig dem Stadtrat empfohlen, eine gute halbe Million Euro in die Hand zu nehmen, um mithilfe des Landkreises sowie mit Geld von Bund und Land die weißen Flecken auf der Landkarte der Orte mit ausreichender Internetgeschwindigkeit verschwinden zu lassen.

Das ist zwar keine kleine Summe, aber damit ist auch die umstrittene Prioritätenliste vom Tisch, die in den vergangenen Wochen für Unruhe gesorgt hatte. Denn es war zwischendurch beim Landkreis und auch bei der Stadtverwaltung eine Kostenkalkulation im Gespräch, die ein Turbo-Internet zunächst für einige Orte im Bereich Wittorf und Nindorf vorsah, dann für Rosebruch, Moordorf, und später für die Gemarkungen bei Bleckwedel, Egenbostel und Wüstenhof.

„Wir müssen das ganze Stadtgebiet im Blick haben“, so Bürgermeister Ralf Goebel, dessen Forderung sich der Ausschuss bis auf Hartmut Wallin (Grüne), der sich enthielt, komplett anschloss.

Willi Bargfrede (CDU), Vorsitzender des Gremiums, weiß nicht nur um die Dringlichkeit einer besseren Internetverbindung in allen Haushalten, „um digital nicht abgehängt zu werden“, sondern fürchtet auch einen Wertverlust der Immobilien in den Bereichen mit Onlineanbindung im Schneckentempo: „Früher hat man immer gesagt: Lage, Lage Lage ist für den Wert eines Hauses von Bedeutung. Heute sagt man Bandbreite, Bandbreite, Bandbreite.“ Das unterstrich auch Sven Höhl, Finanzdezernent des Landkreises, der sich um die Verteilung des Geldes kümmert, wenn der Förderantrag seiner Behörde auf Bundes- und Landesebene Erfolg hat: „Künftige Bauherren fragen vor einem Neubau in einer Gemeinde immer zuerst nach der vorhandenen Bandbreite.“

Höhl und seine Kollegin Tanja Steinecke von der Stabsstelle Kreisentwicklung informierten den Ausschuss über die Strategie des Landkreises. Die sieht nämlich vor, die Lücken zu schließen, die die Telekommunikationsunternehmen aus mangelnder Wirtschaftlichkeit nicht bedienen. „Dabei handelt es sich überwiegend um dünn besiedelte Gebiete“, so Steinecke, die betonte, dass überall im Landkreis an den sogenannten Kabelverzweigern bereits Glasfaserkabel liegen würden, die eine Versorgung mit schnellem Internet möglich machten. „Es geht also immer nur um die letzte Meile bis in die Häuser, die jetzt noch mit Kupferkabel angeschlossen sind.“ Sven Höhl warb im Ausschuss dafür, dem neuen Förderantrag zuzustimmen: „Es liegen 3,2 Millionen Euro auf dem Tablett, die man für gut 500 000 Eigenfinanzierung bekommt.“

Allerdings ist die Vergabe der Mittel an strenge Vorlagen gebunden. Der Landkreis musste ein Telekommunikationsunternehmen finden, das den weiteren Ausbau umsetzen soll. Das wirtschaftlichste Angebot hat EWE Tel vorgelegt. Für rund 7,5 Millionen Euro wird sie den weiteren Ausbau realisieren. Dabei trägt der Bund 50 Prozent der vorhandenen Wirtschaftlichkeitslücke und das Land rund ein Viertel. Landkreis und Kommunen teilen sich die Kosten der notwendigen Kofinanzierung.

„Es sollen so die Bereiche erschlossen werden, die nicht vom kreiseigenen Ausbau der vergangenen Jahre profitieren konnten. Förderfähig sind dabei grundsätzlich nur Anschlüsse mit einer Versorgung von unter 30 Mbit/s“, erläuterte Steinecke.

Und die Hüter der Visselhöveder Stadtkasse brauchen auch nicht gleich in Panik zu verfallen, denn wie Steinecke betonte, stünden die ersten Zahlungen erst 2022/2023 an. Bis dahin könne man ja Haushaltsmittel ansparen. Was laut Willi Bargfrede angesichts der Investitionen in der Stadt in den kommenden Jahren aber wohl sehr schwierig werden würde.

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