Breitband-Offensive startet in Wittorf

Turbo-Internet bis in den Kuhstall

Bürgermeister, Landrat und EWE-Mitarbeiter starten mit Spaten in der Hand  in Wittorf den Ausbau des Turbo-Internets.
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Spatenstich für das Turbo-Internet (v.l.): Marc Eden (EWE Tel), Ralf Goebel, Käthe Dittmer-Scheele, Tanja Steinecke (Landkreis), Landrat Hermann Luttmann und Björn Muth (EWE Netz).

Wittorf – Die Landwirte aus Lüdingen können jetzt doch mal ab und zu die Beine länger hochlegen, denn die Futtermittelbestellung für ihre Kühe erfolgt in ein paar Monaten ganz automatisch. Sensoren können den Stickstoffgehalt des Bodens messen und dem Bauern melden, wann es wieder Zeit ist zu düngen. Und das alles per Internet. Und zwar in Höchstgeschwindigkeit.

Denn Lüdingen, bisher ein weißer Fleck auf der Karte des Turbo-Internets, wird in Zukunft mit einem direkten Glasfaseranschluss und mit bis zu 1 000 Mbit/s versorgt.

Bund und Land haben 2020 dem Landkreis Rotenburg Fördergelder für den weiteren Breitbandausbau zugesprochen. Die EWE aus Oldenburg bekam im anschließenden europaweiten Vergabeverfahren den Zuschlag. Und das Unternehmen beginnt jetzt mit den Tiefbauarbeiten, die mithilfe von sieben Baufirmen erledigt werden.

202 Projektgebiete im Landkreis Rotenburg

Der erste symbolische Spatenstich wurde am Mittwoch in Wittorf erledigt, um das schnelle Netz nach Lüdingen zu bringen. Im Laufe der nächsten 2,5 Jahre folgen weitere Bereiche im Landkreis. „Insgesamt sind 202 Projektgebiete mit rund 3 700 Anschlüssen von der Geestequelle bis nach Visselhövede vorgesehen“, so Tanja Steinecke von der Stabsstelle Kreisentwicklung. Die Förderbereiche wurden vom Landkreis und den beteiligten Städten und Gemeinden im Zuge der Beantragung der Fördermittel festgelegt.

Mit den Fördermitteln wird EWE Bereiche erschließen, deren derzeitige Versorgung unter 30 Mbit/s liegt. „Wir mussten irgendwo die Grenze ziehen, so kann es im Einzelfall auch mal sein, dass ein Hauseigentümer gefördert wird, der Nachbar aber nicht, weil sein Anschluss über 30 Mbit/s liegt“, so Steinecke.

Das gesamte Projektvolumen beträgt rund 39 Millionen Euro. 35 Millionen Euro kommen dabei zum Großteil aus den Fördertöpfen von Land und Bund, aber auch der Landkreis und die Gemeinden sind finanziell mit im Boot. „Auch wenn ich weiterhin der Ansicht bin, dass die Breitbandversorgung der Bevölkerung Sache des Bundes ist“, wie Landrat Hermann Luttmann (CDU) kritisiert. Aber dennoch sei die Fortführung des Breitbandausbaus ein weiterer Schritt, möglichst alle Anschlüsse im Landkreis mit gigabitfähiger Infrastruktur anzubinden.

Scheeßels Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) als Vertreterin für alle beteiligten Städte und Gemeinden betonte, dass „dies ein wichtiger Beitrag für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises und seiner Gemeinden“ sei. Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel ist froh, dass „die fünf Teilgebiete, die der Stadtrat im vergangenen Herbst festgelegt hatte, jetzt versorgt werden. Der Bedarf ist da und nicht nur zu Homeoffice-Zeiten“.

Bis zu 1 000 Mbit/s auch in Lüdingen

„Wir verlegen 439 Kilometer Kabelrohre in die Erde, die, der Zahl der zu versorgenden Hausanschlüsse entsprechend, mit den Röhren für die Glasfaserkabel bestückt sind“, erklärte Björn Muth von EWE Netz.

Bis zum Sommer 2023 wird EWE die Erschließung in den Projektgebieten umsetzen. „Alle Adressen in den Fördergebieten haben bereits im Dezember von EWE ein erstes Informationsschreiben erhalten. Rechtzeitig vor Baubeginn erfolgen mit einem weiteren Anschreiben nähere Informationen wann und wie ein entsprechender Auftrag für den Glasfaserhausanschluss erteilt werden kann“, so Muth.

Wichtig sei außerdem: Der Hausanschluss ist in einem festgelegten Zeitraum vor Baubeginn kostenlos. Wer sich erst später entscheidet, kann trotzdem einen Anschluss an das Glasfasernetz erhalten, muss die Anschlusskosten jedoch selber tragen.

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