Seniorennachmittage in Jeddingen und Hiddingen vor ungewisser Zukunft

Der Kontakt fehlt

Nindorfer Senioren an der Kaffeetafel.
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Die Seniorennachmittage, wie hier in Nindorf lange vor Corona, sind normalerweise auf den Dörfern eine gute Möglichkeit, soziale Kontakte zu pflegen. Während der Pandemie ist das aber nicht möglich.

Visselhövede – Gemütliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen, nebenbei ein kleines Referat oder eine Diaschau und vor allem Klönschnack mit Gleichgesinnten. An diese Erlebnisse können sich die Senioren aus dem Raum Visselhövede, die die Gemeindenachmittage und Seniorentreffen vermissen, derzeit nur erinnern. „Vor allem die sozialen Kontakte fehlen den Menschen, denn viele von ihnen sind ja bereits alleinstehend“, gibt Bärbel Naujokat zu bedenken.

Neun Jahre lang hat sie den Seniorenkreis der evangelischen Kirche im „U5“, wie der Saal in der Ulmenallee in Jeddingen genannt wird, geleitet. „Wir hatten immer Wilfried Twiefel mit seinem Akkordeon dabei, der für gute Musik und Stimmung gesorgt hat“, verrät die 80-Jährige, die am ersten Mittwoch im Monat die geselligen Nachmittage ausgerichtet hatte. Im März vergangenen Jahres war es das letzte Mal – coronabedingt werden die Treffen seither ausgesetzt.

Sollten sie irgendwann wieder durchführbar sein, müssten sie allerdings unter neuer Führung organisiert werden. „Ich hatte verkündet, dass ich aufhören werde. Nun ist es soweit, und es hat sich leider keiner gefunden, der das Treffen weiterorganisieren möchte“, bedauert die Jeddingerin, der das Ganze immer „sehr viel Spaß“ gemacht habe.

Ihr 2007 gestorbener Mann Günter hatte vorher 14 Jahre lang die Treffen vorbereitet. „Dann hat zunächst der damalige Diakon Dieter Weiß übernommen, und später war der Ex-Bürgermeister Herbert Maaß federführend“, informiert Naujokat. Bis zu 25 Personen seien an den Nachmittagen zusammengekommen. Aber: „Zum Schluss waren es lediglich noch 13 Gäste und es rückte keiner mehr nach“, verdeutlicht die Seniorin. Sie habe sich bei allen Teilnehmern der Runde schriftlich verabschiedet und so einen „glatten Schlussstrich“ gezogen.

Den hat auch Jutta Jahnke aus Hiddingen hinter sich. „Ich werde die Treffen nicht mehr organisieren. Leider hat sich auch bei uns kein Nachfolger gefunden. Aber was nicht ist, kann ja noch werden“, appelliert die Hiddingerin an ihre Mitbürger.

Nindorfer Runde sucht noch Männer

Während in Jeddingen und Hiddingen die Senioren sich nun andere Treffpunkte für den gemeinsamen Austausch suchen müssen, ist ein paar Kilometer weiter in Nindorf alles noch in halbwegs bester Ordnung. „Bis auf Corona“, seufzt Elisabeth Klopp, die sich seit vielen Jahren rührend um die älteren Mitbürger in ihrem Dorf kümmert.

Im März 2019 haben sie noch alle gemeinsam auf dem Allermanns Hof das Jubiläum 25 Jahre Gemeindenachmittag gefeiert.

„Denn 1994 kamen wir das erste Mal bei Volker Haase im Hansenhof zusammen – auch mit Unterstützung von Diakon Weiß“, erinnert sich Elisabeth Klopp, die die Nachmittage in der Vor-Corona-Zeit an jedem zweiten Donnerstag im Monat organisiert hat. „Nach dem Hansenhof fanden die Nachmittage zunächst im Möhmes Hof und dann bei Helga Bening auf der Diele statt“, berichtet Klopp.

Aus dem reinen Damenkränzchen sei mittlerweile eine bunt gemischte Runde geworden, bei „der natürlich auch Männer willkommen sind“. Die Themen sind vielseitig. Es gibt nicht nur Vorträge oder Berichte von Ausflügen in ferne Länder, sondern auch die plattdeutsche Sprache wird gepflegt und Spielnachmittage werden auf die Beine gestellt. Ein Lied und ein Gebet bilden immer den Abschluss.

„Ausflüge sind hingegen seltener geworden, da viele nicht mehr so gut zu Fuß sind“, so Klopp. Im März vergangenen Jahres fand vor dem Lockdown das vorerst letzte Treffen statt. „Ich habe alle Teilnehmer, es sind regelmäßig fast zwei Dutzend Leute, zu Weihnachten angeschrieben und gehe auch noch zu einigen runden Geburtstagen – natürlich unter den Corona-Auflagen“, erzählt Elisabeth Klopp.

Viele Senioren vermissen die sozialen Kontakte.

Elisabeth Klopp

„Viele der älteren Nindorfer bedauern sehr, dass wir zurzeit nicht mehr zusammenkommen können, vermissen die sozialen Kontakte und berichten von ihrer Einsamkeit. Doch man kann die Situation zurzeit nicht ändern, da muss man durch“, so die 87-Jährige, die hofft, dass Treffen bald wieder möglich sind.

Auch die katholische Kirche hat regelmäßig freitags Seniorentreffen ausgerichtet. „Doch das ist zurzeit leider alles eingeschlafen“, bedauert Alfons Schubert, langjähriger Organisator, der ebenfalls auf bessere Zeiten hofft.  

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