Zwei Kastanien an der Großen Straße sollen gefällt werden

Zu trocken

Der Ausschuss lässt sich von Landschaftswart Herbert Meyer (3.v.r.) beraten.

Visselhövede - Von Henning Leeske. Die Namensgeber der Visselhöveder Kastanienschule in der Großen Straße werden schon seit längerer Zeit intensiv von der Verwaltung wegen ihres Gesundheitszustandes beobachtet. Denn die Trockenheit der vergangenen Sommer hat auch an ihnen ihre Spuren hinterlassen. Die Vitalität ließ deutlich zu wünschen übrig. Nun begutachtete der zuständige Ausschuss für Landwirtschaft und Grünanlagen erneut die großen Bäume auf dem Schulgelände.

Landschaftswart und Forstexperte Herbert Meyer erläuterte dem Gremium vor Ort die Baumarten und deren Vitalität. Drei der Bäume seien rotblühende Kastanien – eine davon ist kleiner und etwas versteckt – und der Rest heimische Rosskastanien. Besonders Letzteren attestierte der Fachmann eine gute Vitalität, da der Niederschlag der vergangenen Wochen geholfen hätte. „Die rotblühenden Kastanien sind bei uns nicht heimisch und haben augenscheinlich viel mehr Probleme mit der Trockenheit“, sagte Meyer. In der Tat sind deren Blätter deutlich braun und die Krone hat wenig Blätter ausgebildet. Außerdem sind die drei Anpflanzungen aus den vergangenen Jahren nicht richtig angewachsen, da sie fast gar nicht gewachsen sind. „Neuanpflanzungen machen hier keinen Sinn“, so Meyer kurz. Daher empfahl er, sich auf die Erhaltung der vitalen Kastanien zu konzentrieren, da die gesunden Rosskastanien die Lücke mit ihren Kronen relativ schnell schließen würden. Zum echten Problemfall könnten die rotblühenden Kastanien werden, wenn sie durch ihre Schwächung mit einem Pilz oder anderen Parasiten befallen würden, weil dann auch die Rosskastanien in Gefahr seien. „Ein Pilz könnte auf die andere Art leicht überspringen und die Bäume massiv gefährden“, erklärte Meyer.

Im Sitzungssaal wurde dann über die Vorgehensweise diskutiert. „Die geschwächten Bäume sollen schnell weg. Wenn ein Baum krank ist, muss der weg“, stellte der Ausschussvorsitzende Charly Carstens (CDU) klar. „Gerade die gesunden Kastanien neben der kranken können sich dann besser entwickeln“, sagte auch Volker Carstens (CDU). Beide sprachen sich auch dafür aus, die beiden Neuanpflanzungen zu entfernen. Nur im vorderen Bereich, wo die zweite rotblühende Kastanie verschwinden soll, werde die Neuanpflanzung bleiben – in der Hoffnung, das durch mehr Platz und Licht der junge Baum richtig wächst.

„Der Radweg sollte bleiben, wo er ist“, dafür sprach sich Heiner Gerken (Grüne) aus. Bauamtsleiter Gerd Köhnken erläuterte zuvor, dass mit einem neuen Gehweg zwischen den Bäumen und der Schule ein erheblicher Eingriff in das Wurzelwerk der Kastanien nötig werden könnte. Außer es würden kostenträchtige Wurzelbrücken zum Einsatz kommen. Durch die Nähe der Straße bezögen die Bäume ihr Wasser fast vollständig aus dem Schulgarten, die Straße ist vollständig versiegelt. Daher wäre ein Wurzelkappen zugunsten eines Gehweges problematisch. „An der Frage des Gehwegs ändert sich durch den Beschluss heute gar nichts“, stellte er abschließend in Bezug auf die Verhandlungen mit der Straßenbaubehörde fest.

Einstimmig hatte der Ausschuss dann die Fällung der rotblühenden Kastanien und zwei der Neuanpflanzungen beschlossen, damit die Maßnahme noch dieses Jahr durchgeführt werden könne.

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