Angriff in Dreeßel ist gut vier Wochen her / Hohe Kosten für Tierhalter

Tote Schafe: Wolfsbüro hat noch kein DNA-Ergebnis

Ein Großteil der Schafherde ist mittlerweile auf anderen Weiden innerhalb des Dorfs untergebracht. - Foto: Wieters

Jeddingen - Von Jens Wieters. Vor gut vier Wochen hatte der Jeddinger Schafhalter Rainer Meinke auf seiner Weide im Schafwinkeler Moor bei Dreeßel 14 tote Tiere entdeckt, die offenbar gerissen wurden. Ob es aber tatsächlich ein Wolf oder sogar ein ganzes Rudel war, steht auch nach knapp einem Monat immer noch nicht fest.

„Für den Riss am 29. Februar liegt noch keine amtliche Feststellung vor. Bevor wir die Öffentlichkeit informieren, zum Beispiel durch Aktualisierung der Liste der Risse von Nutztieren, bekommt immer zuerst der betroffene Tierhalter Nachricht “, teilt Herma Heyken, Sprecherin vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz lapidar mit. Sie nimmt bei allen Fragen zum Thema Wolf Stellung. Das Wolfsbüro in Hannover wollte auf Nachfrage unserer Zeitung keine Auskunft geben. Heyken lässt aber offen, wann Tierhalter Meinke erfährt, ob die DNA-Analyse einen Wolfsangriff beweist. „Das ist so nicht in Ordnung“, sagt Rainer Meinke. Schließlich habe er enorme Tierarztkosten zu leisten, da einige weitere Tiere bei dem Angriff verletzt worden seien.

Eine finanzielle Entschädigung aus Hannover gibt es nur, wenn zweifelsfrei feststeht, dass Wölfe für das Massaker verantwortlich sind. „Mittlerweile hat sich die Anzahl der toten Schafe auf 16 erhöht“, so der Jeddinger, dessen Veterinärin zwei weitere wollende Vierbeiner einschläfern musste, da die Verletzungen zu schwer waren.

Meinke hat seine Herde von jetzt nur noch 34 Texel- und Schwarzkopfschafen nun auf andere Weiden verteilt. „Der Schock bei den Tieren sitzt immer noch tief. Wenn sie nur einen kleinen Hund sehen, geraten sie in Panik“, berichtet der Jeddinger.

„Ich kann einen Wolfsangriff nicht ausschließen“, sagte damals Jürgen Cassier, Wolfsbeauftragter des Landkreises, der sich noch vor Ort einen Überblick über das Ausmaß der Attacke machte. Sicher sei, so Cassier Anfang März, dass der Abstand der beiden Reißzähne in den Verletzungen der toten Schafe mehr als vier Zentimeter betrage. „Das deutet auf ein sehr kräftiges Tier hin.“

Meinke hat jetzt höhere Elektrozäune um seine Weiden gezogen – auch mit Hilfe des Naturschutzbundes Deutschland. „Dafür sage ich Danke, aber ein richtiger Schutz ist das nicht.“ Gemeinsam mit einem befreundeten Schäfer habe er sogar einen 1,20 Meter hohen Zaun getestet. „Da ist sein kleiner Hütehund ohne Probleme drüber gesprungen. Es gibt also keinen wirksamen Schutz gegen Wölfe“, stellt Meinke klar. „Aber ich möchte endlich Gewissheit haben, wer meine Schafe getötet hat.“

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