Späte Osterfeuer als Gefahr

Tödliche Fallen für Vögel und Co.

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Im Bereich Schwitschen wird schon seit Tagen Buschholz für das Osterfeuer angefahren.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Immer weniger Insekten bedeuten immer weniger Gartenvögel. Ihnen fehlt ganz einfach die Nahrung. Mit Sorge betrachten Naturschutzverbände diese Entwicklung. Und mit noch größerer Sorge blicken sie auf das Osterfest, das in diesem Jahr recht spät gefeiert wird, und darum schon in die Brut und Setzzeit von Vögeln und Kleintieren fällt. Warum? Weil die in vielen Orten traditionell abgebrannten Osterfeuer schnell zur tödlichen Falle für Piepmatz und Co. werden.

Gleich elf Osterfeuer werden in den Dörfern des Stadtgebiets Visselhövede am 20. und 21. April veranstaltet. „Und dann wird es immer irgendein Nest, Vögel oder auch kleinere Säugetiere erwischen“, sagt Ulrich Voß, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Rotenburg.

Die Gefahr bei den Osterfeuern sei ja nicht nur, dass Gelege zerstört oder brütende Vögel umkämen, sondern auch andere Tiere wie beispielsweise Kaninchen und Hasen würden gerne unter den Holzhaufen Schutz suchen. Voß: „Optimal ist, wenn das Material erst kurz vor Ostern auf dem Brennplatz angeliefert wird. Dort sollte das Holz möglichst einen Tag vorher trotzdem noch einmal umgeschichtet werden, bevor es zu einem Haufen gestapelt wird. Aber egal, wie es gemacht wird und wo das Material vorher lagert, es werden immer Tiere getötet,“

Die Osterfeuer, die im Verwaltungsdeutsch Brauchtumsfeuer heißen, unterliegen nach Aussage des Visselhöveder Ordnungsamtsleiters Mathias Haase strengen Regeln: „Es ist mittlerweile nur noch ein Feuer pro Ortschaft zugelassen. Das ist so mit dem Landkreis abgestimmt, der für die Brennverordnung zuständig ist. Bis vor etwa vier Jahren gab es neben den öffentlichen auch noch einige private Feuer in den Dörfern. Das ist jetzt untersagt.“

In den meisten Fällen würden die Veranstalter darauf achten, dass nur geeignetes Brennmaterial angefahren werde, und das auch nur zu bestimmten Terminen.

Dass die Organisatoren der Feuer mit Argusaugen schauen, was angeliefert wird, ist aber nicht überall im Stadtgebiet so. Auf dem Schwitscher Osterfeuerplatz in der Diersheide wird schon seit Tagen Baum- und Strauchschnitt angefahren – ohne Kontrolle und für jedermann frei zugänglich.

„Aber auch dort gehe ich davon aus, dass am Tag vor dem Feuer alles nochmal umgelagert und aufgeschichtet wird, sodass Tiere flüchten können“, so Haase, der auch glaubt, dass es in Zukunft immer weniger große Feuer geben wird. „Auch, weil sich die Gesetzeslage vielleicht ändern wird.“

Völlig andere Wege gehen die Veranstalter im benachbarten Heidekreis. Dort gibt es Osterfeuer im neuen Outfit. So hat es zum Beispiel der Schützenverein Borg-Cordingen angekündigt. Erstmals wird dort nämlich kein Strauchschnitt verbrannt. Stattdessen sollen Feuerkörbe und Schwedenfeuer zu einer gemütlichen Atmosphäre beitragen – mit allem, was die Menschen an den Osterfeuern mögen: Klönschnack, Leckereien und Getränke. Das Holz wird erst am Tag des Feuers mitgebracht.

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