Wartung des Visselhöveder Hallenbads

Feiner Sand und zehn Bar Druck

Anja Runge (l.) und Gitta Brunkhorst halten ein Schild hoch, das Kollegin Maren Schulz  entworfen hat.
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Anja Runge (l.) und Gitta Brunkhorst bereiten das Hallenbad auf den Neustart vor. Dazu gehören auch Schilder, die Kollegin Maren Schulz selbst entworfen hat.

Visselhövede – Die Becken sind frisch geputzt, die schicken Hinweisschilder ausgeschnitten und die riesigen Filteranlagen tief im Keller neu bestückt. Es fehlen noch ein paar Wartungsarbeiten an der komplizierten Technik und dann könnte es eigentlich in einem Monat wieder losgehen mit einem Re-Start des Visselhöveder Hallenbads. „Darum gucken wir jeden Tag ganz gespannt auf die Entwicklung der Coronazahlen. Gehen sie wieder hoch oder hoffentlich wieder runter?“, erzählt Schwimmbadleiterin Gitta Brunkhorst.

Aber neben dem täglichen Blick aufs Handy haben Brunkhorst und Kollegin Anja Runge sowie Maren Schulz zurzeit vor allem die Wasseraufbereitung im Auge. Denn ganz tief unten im Keller des Hallenbades, das in den 1970er-Jahren gebaut worden war und im Laufe der Jahrzehnte für viel Geld optisch und technisch auf den neuesten Stand gebracht wurde, ist gerade die Fachfirma Hansen aus Oyten dabei, die drei Filterzylinder einer intensiven Wartung zu unterziehen.

Nach der Entleerung und vor dem Sandstrahlen war der Rost an den Wänden des vier Meter hohen Filters deutlich zu sehen. Mit viel Arbeit und Farbe wird das System wieder auf Vordermann gebracht.

„In den Stahlbehältern befindet sich Filtersand in verschiedenen Körnungen und ganz oben eine Lage Aktivkohle. Aber das alles musste zunächst raus“, erklärt Brunkhorst. Also wurde ein großer Saugwagen vor das Bad gestellt, um Sand und Kohle aus den Kesseln zu pumpen, während die Experten für Tankreinigung ihre Schutzausrüstung angelegt haben.

„Das Ganze ist nämlich nicht so einfach und Platzangst darf man in den knapp vier Meter hohen Behältern auf keinen Fall haben“, so Brunkhorst. So werden die alte Farbe und der Rost sandgestrahlt. Dazu muss einer der Männer, ausgestattet mit Atemluft, in den Tank klettern. In der Hand hält er einen festen Schlauch, aus dem feiner Sand mit zehn Bar Druck auf den Rost und die Farbe geschossen wird. Dadurch werden die Innenwände wieder blitzeblank.

Nach dem Strahlen wird der Filter mit grauer Farbe gestrichen.

Außerhalb des Filters steht ein Kollege des Manns mit dem Strahlrohr, der aufpasst, dass der unten genügend Luft bekommt. Sind die Filter sauber, werden mehrere Schichten Farbe aufgetragen, die strenge Kriterien erfüllen müssen. „Sie müssen natürlich trinkwasserneutral sein und dennoch so stabil, dass sie dem scharfkantigen Filtersand standhalten, darum auch die vielen Schichten Farbe“, erklärt der Fachmann.

Wenn die Filter in ein paar Tagen wieder betriebsbereit sind, dann steht einer Befüllung des Schwimm- und des Lehrbeckens nichts mehr im Wege, denn aktuell ist das Schwimmmeisterteam damit beschäftigt, die letzten Quadratmeter Fliesenfläche zu reinigen. „Und dabei ist noch Handarbeit angesagt“, informiert Anja Runge, die mit Schrubber, Hochdruckreiniger und viel Muskelkraft zurzeit im 3,55 Meter tiefen Sprungbereich tätig ist.

Auch das Schwallbecken bekommt einen neuen Anstrich.

Damit später auch jeder Badegast weiß, wie viel Meter Wasser unter ihm sind, ist Maren Schulz dabei, die Beschilderung zu erneuern. Und zwar mit Schere, Klebefolie und viel Geschick. „Das sieht nicht nur individuell aus, sondern spart auch viel Geld gegenüber den gekauften Schildern“, klärt Brunkhorst die Bastelstunde auf.

Wir haben so langsam wieder richtig Lust auf Rummel.

Schwimmbadleiterin Gitta Brunkhorst

Zwar sei noch eine Menge zu tun, und so nebenbei würde das Team die vielen angefallenen Überstunden aus der Vor-Corona-Zeit abfeiern, aber so langsam haben alle drei wieder „richtig Lust“ auf Rummel im Hallenbad und in der Sauna. Beides hat seit Ende Oktober vergangenen Jahres geschlossen. „Und darum gucken wir jeden Morgen voller Hoffnung auf die aktuellen Inzidenzahlen“, so Brunkhorst.

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