Gemeinderat hofft auf Flächen nach „Girl-Urteil“

Süderwalsede sucht Bauplätze

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Die Gemeinderatssitzung war gut besucht. 

Süderwalsede - Von Henning Leeske. In Süderwalsede sind Baugrundstücke rar gesät und deswegen sucht der Gemeinderat schon länger nach Wegen, neue Bauplätze für die Einwohner zu schaffen. Ein Hindernis dabei ist die Geruchsimmissionsrichtlinie (Girl), da es in Süderwalsede mehrere landwirtschaftliche Betriebe gibt, von denen der für das Landleben typische Geruch ausgeht.

In einem Gutachten, welches dem Rat kürzlich vorgestellt wurde, sind jetzt die genauen Bereiche erkenntlich, wo laut Girl gebaut werden darf und wo nicht. Der kritische Grenzwert liegt bei zehn Prozent Geruchsbelästigung von den gesamten Jahresstunden. Die Bereiche unter diesem Grenzwert liegen in Süderwalsede hauptsächlich im Süden und im Osten (Zum Königreich), weil in dem Modell die Annahme von südwestlichen Windverhältnissen gelte und die Landschaft nach Norden hin abfällt.

Nun hatte Planer Matthias Diercks von der Planungsgruppe Nord (PGN) positive Neuigkeiten zu verkünden. Denn nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts sei eine Lückenbebauung auch in Gebieten möglich, in denen die Geruchsbelästigung zwischen zehn und 15 Prozent liege. Dabei würden aber Abstandsgrenzen gelten, um die Höfe nicht zusätzlich einzuschränken. Der Dorfgebietscharakter solle so weiterentwickelt werden. „Allerdings ist es schwierig, ab drei zusammenhängenden Grundstücken von einer Baulücke zu sprechen“, sagte Diercks weiter. Deshalb soll die Gemeinde prüfen, ob es überhaupt Grundstücke im Dorf gibt. „Wir haben bereits bei vielen Eigentümern angefragt und kaum Bereitschaft zum Verkauf signalisiert bekommen“, sagte Bürgermeister Jochen Hestermann (CDU). Dabei hätten kleinere Flächen den Vorteil, dass keine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich sei und somit die Samtgemeinde Bothel nicht eingebunden werden müsse, erläuterte Diercks.

Freie Fläche im Kernort vom Tisch

Die freie Fläche mitten im Kernort ist mit Werten von mehr als 25 Prozent endgültig vom Tisch, aber die von der Gemeinde bevorzugte Zone westlich des Dorfs ist nun genau auf dem Übergang von zehn auf 15 Prozent der Geruchsbelästigung. Dadurch könnte sich nach dem höchstrichterlichen Urteil eine weitere Möglichkeit ergeben, nämlich ein Baugebiet in der Zone mit teilweise 15 Prozent auszuweisen. Dabei ist aber die Baubehörde des Landkreises zu überzeugen, da die das Urteil auslegen und das Wohngebiet genehmigen muss. „Unser Ziel ist es, 2018 einen Bebauungsplan zu beschließen“, so Hestermann. Die Baugrundstücke würden von der Gemeinde veräußert, damit niemand mehrere Plätze quasi auf Vorrat kaufen könne. „Wir haben unsere Hausaufgaben bekommen, darum werden wir noch einmal mit Grundstückseigentümern sprechen“, so der Bürgermeister.

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