Stufenkonzept des Koordinierungskreises zu den Alternativen der Y-Trasse / Vorschläge für das Dialogforum

Grüne wollen Ausbaupotenziale nutzen

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Die rot markierten Strecken könnten nach Ansicht der Grünen nach einem Ausbau die Seehäfen anbinden.

Visselhövede - Der Slogan „Ausbau statt Neubau“ ist im Zuge der mittlerweile jahrzehntealten Diskussion zur Y-Trasse nicht neu, aber die Grünen, allen voran MdL Elke Twesten und MdB Sven-Christian Kindler, haben konkrete Vorschläge erarbeitet, die in das „Dialogforum Schiene Nord“ einfließen sollen. Seit Anfang des Jahres diskutieren darin Wirtschafts- und Bahnvertreter, Bürgerinitiativen und Naturschutzorganisationen nicht nur das Y, sondern auch mögliche Alternativen. „Das Y ist schlicht zu teuer, käme zu spät und ist wenig effizient“, heißt es in einer Twesten-Mitteilung. „Die zügige und verbesserte Anbindung der Seehäfen über die Schiene ist dringend erforderlich. Deswegen schlagen wir mit unserem Positionspapier vor, einen stufenweisen Ausbau verschiedener Strecken umzusetzen.“

Die Grünen wollen sich mit folgenden Modellen in die Diskussion einbringen:

• Dreigleisiger Ausbau im Abschnitt Lüneburg-Uelzen als Fortführung der 2014 fertiggestellten Dreigleisigkeit Stelle-Lüneburg.

• Zweites Gleis Rotenburg-Verden zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit des für Güterzüge und im Umleitungsfall auch für Reisezüge wichtigen zweiten Leitungswegs von HamburgMaschen nach Seelze bei Hannover und weiter Richtung Süden.

• Zügiger zweigleisiger Ausbau der Amerikalinie ab Uelzen Richtung Stendal.

• Elektrifizierung und zweigleisiger, stufenweiser Ausbau der Amerikalinie Abschnitt Langwedel-Uelzen, um Verkehre der Bremer Häfen und vom Jade-Weser-Port frühzeitig in Richtung Ost-Korridor ableiten zu können – ohne Belastung des Engpasses Hannover.

• Maßnahmen im Raum Nienburg-Wunstorf, Blockverdichtung, zusätzliche Überholungsgleise.

• Ergänzend eine Ertüchtigung der Strecke Bremerhaven-Bremervörde-Rotenburg mit Verknüpfung in Rotenburg zur Verdener Strecke sowie im Raum Kirchlinteln zur Amerikalinie als östlicher Bypass zur Umfahrung des Engpasses Bremen.

• Stärkere Einbindung der Strecke Hamburg-Berlin für den Hinterlandverkehr der Hamburger Häfen, vielleicht mit zusätzlichen Überholgleisen.

• Strikte Berücksichtigung der Lärmschutzvorgaben bei Ausbaumaßnahmen entsprechend der gesetzlichen Maßgaben bei Streckenneubau.

„Bei allen Ausbaustufen ist stets sicherzustellen, dass der hohe Kapazitätsbedarf des Güterverkehrs nicht zulasten des Schienenpersonennahverkehrs geht“, so Twesten. Selbstverständlich sollte mit einer Ertüchtigung der Amerikalinie auch eine Angebotsverbesserung für den Personennahverkehr einhergehen. „Der von uns vorgelegte Vorschlag muss sich wie alle Varianten natürlich dem objektiven Bewertungsverfahren stellen und sich im Vergleich bewähren. Wir erwarten sowohl von der Bahn AG als auch vom Bundesverkehrsministerium, dass alle eingebrachten Alternativmodelle gleichrangig berücksichtigt und transparent bewertet werden“, teilt die Scheeßeler Landtagsabgeordnete mit.

jw

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