Erdgasproduzenten zum Verbleib im Landkreis Rotenburg

„Strenge Kontrollen“ beim Lagerstättenwasser

Das Eingangsschild der „ExxonMobil“-Gasproduktionsstätte bei Söhlingen.
+
Eine „ExxonMobil“-Gasproduktionsstätte bei Söhlingen. Das Lagerstättenwasser pumpt der Konzern wieder zurück in die Erde. Ab Februar 2022 muss es in größere Tiefen gepresst werden

Vor der Sitzung der AG Erdgas des Landkreises Rotenburg gibt es Fragen zum Verbleib des Lagerstättenwassers bei der Erdgasproduktion. Die Unternehmen äußern sich.

Bothel – Ein TV-Bericht, in dem davon die Rede war, dass es in vielen Bundesländern durchaus üblich ist, dass das bei der Erdgasproduktion anfallende Lagerstättenwasser nach einer entsprechenden Behandlung und nach dem Durchlauf einer Kläranlage in Flüsse geleitet werde, hat auch die Kritiker der Erdgasförderung im Landkreis Rotenburg auf den Plan gerufen.

So hat Andreas Rathjens vom Netzwerk Sauberes Trinkwasser dem Arbeitskreis Erdgas und Erdöl des Landkreises, der am Mittwoch tagt, einen ganzen Fragenkatalog gesendet. Unter anderem will er wissen, ob „aktuell und ab 2022 verstärkt Lagerstättenwasser über Kläranlagen entsorgt“ wird. Des Weiteren interessiert ihn, „in welchen Kläranlagen“ das geschehe. Hintergrund sei, dass für jede neue Versenkbohrung im Rahmen des bergrechtlichen Planfeststellungsverfahrens eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung vorzunehmen sei.

Neue Regeln ab 2022

„Außerdem ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich“, teilt Rathjens mit. Ab Februar 2022 sei das Versenken von Lagerstättenwasser in Wasserschutzgebieten und in tief liegende, mit Salzwasser gefüllte Gesteinsschichten, nicht mehr gestattet. „Lagerstättenwasser darf dann nur noch dahin versenkt werden, wo es auch herkommt.“ Bis zum Februar 2022 würden noch Übergangsregelungen gelten“, hat der streitbare Landwirt aus dem Nordkreis in Erfahrung gebracht.

Beim Konzern „ExxonMobil“ ist eine obertägige Aufbereitung und Entsorgung des Lagerstättenwassers „kein Thema“, wie Firmensprecher Klaus Torp auf Nachfrage unserer Zeitung berichtet. „Das findet bei uns nicht statt, weil das im Rahmen unserer Aktivitäten anfallende Lagerstättenwasser zu 100 Prozent im Sinne des Kreislaufprinzips in die zugelassenen Versenkbohrungen zurück in den Untergrund gebracht wird“, antwortet Torp kurz und knapp.

Etwas anders sieht die Sachlage beim Gasproduzenten Wintershall Dea aus. Das Unternehmen hatte bis vor einigen Jahren die Versenkbohrung Wittorf Z1 bei Grapenmühlen betrieben.

Von Region zu Region unterschiedlich

„Wir fahren bei der Entsorgung des natürlich vorkommenden Lagerstättenwassers zweigleisig. In machen Regionen, in denen wir tätig sind, wird das Wasser wieder in die Erde verpresst, was im Landkreis Rotenburg aber nicht mehr der Fall ist. Ein anderer Teil wird zertifizierten Entsorgern übergeben, die das Lagerstättenwasser übernehmen“, sagt Wintershall Dea-Sprecher Heinz Oberlach.

Das geschehe aber nicht ohne Wissen verschiedener Behörden, denn nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz seien einige Ämter in die weitere Behandlung des anfallenden Lagerstättenwassers involviert. „Und es wird streng kontrolliert“, so Oberlach. Er bestätigt aber auch, dass das Wasser nach sorgfältiger Behandlung und dem Separieren von giftigen Stoffen am Ende des Tages über Kläranlagen in die Flüsse geleitet werde. „Vorgeschaltet sind natürlich viele Filter und andere Trennmethoden. Das verhält sich genauso wie mit dem Wasser zum Beispiel aus Autowaschanlagen“, so der Hamburger.

Die Konzerne seien allerdings mit der Übergabe des Lagerstättenwassers, das ganz natürlich tief in der Erde vorkomme, wo es Verhältnisse wie in einem Chemiebaukasten gebe, an die Entsorger aus der Verantwortung. „Das muss man sich so vorstellen, als wenn Privatleute ihr altes Auto bei einem zertifizierten Schrotthändler abgeben. Da muss man sich auch darauf verlassen, dass der die Batterie ausbaut und den Tank entleert, Kunststoffe und Blech trennt, bevor alles weiter verarbeitet wird.“.

Dass diese speziellen Firmen nicht korrekt arbeiten könnten, kann sich Oberlach überhaupt nicht vorstellen. „Das kann sich kein Entsorger leisten, denn es geht um eine ganze Menge Geld bei diesen Aufträgen. Und die will natürlich keine Firma verlieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil

Scheeßel: Filmdreh mit Heimvorteil
Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft
Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg
Ilse Behrens könnte Bötersens erste Bürgermeisterin werden

Ilse Behrens könnte Bötersens erste Bürgermeisterin werden

Ilse Behrens könnte Bötersens erste Bürgermeisterin werden

Kommentare