Stephan Anders, Joachim Luchterhand und Tilman Purrucker im Heimathaus

Shakespeare ganz anders

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Die drei Künstler Stephan Anders, Joachim Luchterhand und Tilman Purrucker präsentierten dem staunenden Publikum ihre Shakespeare-Version.

Visselhövede - Gibt es noch eine neue Möglichkeit, Shakespeare zu präsentieren? Das Publikum erfuhr beim Nachmittag „From Shakespeare with Love” des Visselhöveder Kultur- und Heimatvereins, dass jährlich 5500 Studien über den englischen Dichter erscheinen. Stephan Anders, Joachim Luchterhand und Tilman Purrucker wagten im Lichte dieser Zahl an Publikationen eine eigene Version – und die war überaus gelungen.

Die drei Männer berichteten über die Zeit des großen Engländers, insbesondere über die Art, wie Theater gespielt und genossen wurde. Sie stellten seinen Lebenslauf mimisch dar, boten einen Sketch zu „Romeo und Julia“ und gaben – einer der Höhepunkte – eine Inhaltsangabe von „Hamlet“ als Rap.

Dazu gab es Musik der Zeitgenossen, hauptsächlich von John Dowland, die Tilman Purrucker auf Gitarre und Laute vortrug. Im Mittelpunkt der Veranstaltung aber standen die 154 Sonetten von Shakespeare. Sie handeln von der Liebe und von des Menschen Last und Lust. So das Sonett 102, wo eine Nachtigall erklärt, warum sie im Sommer schweigt, wenn alle anderen Vögel singen. In ihrem Sinne sagt der oder die Geliebte: „Darum gleich ihr schweigt manchmal mein Gesang, aus Furcht, dass er zu häufig dir erklang.“

Sonetten im Original, Joachim Luchterhand kennt sie alle – auswendig! Zum Höhepunkt des Nachmittags durfte das Publikum eine Zahl auswählen, die die Nummer eines vorzutragenden Sonetts bestimmte. Luchterhand stellte sich mit dem Rücken vor die Leinwand, auf der der englische Originaltext des ausgewählten Sonetts erschien und rezitierte es ohne Stocken. Beim dritten Sonett jonglierte er beim Rezitieren mit drei Kugeln. Das Publikum staunte.

Luchterhand begleitete außerdem einige Songs am Klavier. Stephan Anders gab den Komödianten und sprach die erklärenden Texte. Er sang auch die meisten der Songs mit angenehmer Stimme.

Der Präsentation der Shakespeare-Freunde gefiel wegen ihrer Vielseitigkeit. Allerdings geriet mancher im Publikum an seine Englisch-Grenzen, denn nicht alles gab es auch für deutsche Ohren übersetzt. Die Schönheit der Sonetten kam so zu wenig zur Geltung. Doch gelang den drei Männern ein sowohl unterhaltsamer als auch anregender Nachmittag.

wz

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