Gestaltung der Kreiselfläche rückt näher / Viele Vorschriften zu beachten

Steine und Figuren

Jürgen Karußeit (l.) und Hinnerk Witte inmitten der Blumenwiese, die sie 2017 angelegt hatten.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Pläne liegen schon lange in der Schublade, aber immer wieder kam irgendetwas dazwischen. „Aber in den nächsten Monaten werden wir die Gestaltung des Kreisels in Angriff nehmen“, sagt Mathias Haase, Bereichsleiter der Visselhöveder Stadtverwaltung. Bekanntlich sollen Findlinge aus jeder Ortschaft und stilisierte Personengruppen aus Stahlblech die Kreiselfläche verzieren.

Angesichts der ungewöhnlich hohen Temperaturen Mitte Januar machen sich die Visselhöveder nämlich bereits Gedanken, ob denn die Innenfläche des Verkehrskreisels auch in diesem Jahr ähnlich stiefmütterlich behandelt werde wie im vergangenen Jahr. Denn 2019 wurde die Fläche lediglich gemäht, während 2017 eine bunte Blumenwiese, die die Bauhofgärtner angelegt hatten, für viel Freude bei den Autofahrern und Passanten sorgte.

„Eigentlich war geplant, dass wir 2019 schon beginnen, aber die Dauerbaustelle auf der Landesstraße 171 zwischen Visselhövede und Drögenbostel hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so Haase. Denn für die Arbeiten am Kreisel seien kurzfristige Sperrungen erforderlich – und die müssten natürlich von der Landesbehörde für Straßenbau, die für die Bundesstraße zuständig sei, genehmigt werden. „Und zwei Sperrungen auf diesem kurzen Abschnitt wollte die Verdener Behörde nicht.“

Überhaupt sind selbst bei solch relativ einfachen Vorhaben wie Findlinge und Figuren auf einem Kreisel zu platzieren, eine Menge gesetzliche Vorhaben zu erfüllen und somit haben bei den Planungen auch einige Behörden ihre Finger mit im Spiel. Irgendwas, was gut aussieht, mal eben auf einen Kreisel stellen, das funktioniert nämlich nicht. „Es geht dabei vor allem um die Verkehrssicherheit. Es müssen Blickachsen und ähnliche Dinge eingehalten werden. Da gibt es detaillierte Vorschriften“, so Haase.

Wenn die alle erfüllt sind und der Beton der Fundamente trocken ist, dann können die Findlinge aus allen 15 Ortsteilen des Visselhöveder Stadtgebiets per Kran auf die Sockel gehievt werden. Die Steine werden einzeln stehen oder werden in Gruppen locker auf der dann wieder blühenden Gras- und Blumenfläche verteilt. Drei Gruppen von Menschen jeden Alters aus witterungsbeständigen Stahlplatten mit unterschiedlichen Farben pulverbeschichtet werden ebenfalls auf dem Kreisel drapiert. Und in der Mitte soll das Ensemble mit einer Zierkirsche veredelt werden. Das hatten die Ausschüsse für Bauen und Stadtentwicklung Ende 2018 beschlossen. Haase: „Diese Idee hat auch im Großen und Ganzen Bestand, lediglich eine paar kleine Änderungen in der Planung müssen noch eingearbeitet werden.“

Im Vorfeld hatte sich eigens für die Gestaltung ein Arbeitskreis gebildet, darum sei das Ergebnis auch als „Gemeinschaftsarbeit von Visselhövedern für Visselhöveder anzusehen“, hieß es damals.

Nach einem Aufruf in unserer Zeitung hatten 22 Bürger ihre Vorstellungen zu Papier gebracht, wie der Kreisel einmal aussehen könnte. Und diese Vorschläge hat der Arbeitskreis, der sich aus je einem Vertreter der im Stadtrat sitzenden Fraktionen, Bürgermeister Ralf Goebel, einem Vertreter des Gewerbevereins und Heiner Kemna als beratendes Mitglied des Kulturausschusses zusammengesetzt hatte, als Grundlage für die Entscheidung genommen. „Der Kreisel hat einen enormen Stellenwert bei unseren Bürgern“, erinnerte Bürgermeister Ralf Goebel damals. Der hatte sich nämlich einige Sprüche anhören lassen müssen, warum die Fläche so verwahrlost sei.

Die bunte Wiese vor zwei und drei Jahren war zwar ein echter Hingucker, aber Blumen verwelken nun mal, sodass nun Nägel mit Köpfen gemacht werden, beziehungsweise Steine mit Stahl den Kreisel optisch aufpeppen sollen. Aber im Rathaus und in der Politik ist man sich über eines im Klaren: „Es klappt nie, es allen Bürgern recht zu machen“.

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