Chaos am Visselhöveder Grünsammelplatz / „Mieses Verhalten“ / Stadt reagiert

Staus, Beleidigungen, Polizeieinsatz

Die Zufahrt zum Sammelplatz ist komplett dicht. Bei manchen Autofahrern liegen die Nerven blank.
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Die Zufahrt zum Sammelplatz ist komplett dicht. Bei manchen Autofahrern liegen die Nerven blank.

Nindorf – „Sie sollten sich was schämen“, sagt eine Seniorin, als ihr der Bauhofmitarbeiter die Einfahrt von der „falschen“ Seite auf den Visselhöveder Grünsammelplatz Paterbusch verweigert. „Das ist ja noch human. Ich wurde in den vergangenen Stunden noch ganz anders beleidigt“, sagt Johann Hibbe, der gemeinsam mit seinem Kollegen Rainer Franz an diesem Mittwochnachmittag versucht, den Überblick auf dem Gelände zu behalten – ein hoffnungsloses Unterfangen. Es herrscht Chaos pur auf dem kleinen Sammelplatz, der schmalen Zufahrt und sogar auf der Landesstraße.

Die Autos, überwiegend schwer beladen mit Laub und anderen Gartenabfällen und teilweise mit großen Anhängern dran, stauen sich auf der L 171 in Richtung Jeddingen 500 Meter weit zurück. Auch aus der Gegenrichtung wollen Leute nach links abbiegen, die ihre Gärten offenbar blitzblank geharkt haben. Sie müssen natürlich warten, sodass es kein Vor und kein Zurück mehr gibt. Auch „Durchreisende“ haben keine Chance.

Augenblick später fährt die Visselhöveder Polizei vor, um für freie Fahrt auf der Landesstraße zu sorgen. „Über den Notruf hat uns ein Autofahrer informiert, dass die Straße komplett dicht ist. Das geht natürlich gar nicht“, sagt der Beamte Dirk Bauermeister, der den Stau auflösen will und die Autofahrer per Handzeichen anweist, in Richtung Jeddingen beziehungsweise Visselhövede weiterzufahren.

Aber nicht jeder befolgt die Anweisung sofort, setzt stattdessen den Blinker und zeigt per Finger in Richtung Grünsammelplatz. Mit Mühe gelingt es der Polizei, den Verkehr zu leiten. „Die Leute verhalten sich einfach mies. Manche wissen scheinbar nicht, dass man den Anordnungen der Polizei folgen muss“, schimpft Bauermeister.

Nachdem die Ordnungshüter abgerückt sind, dauert es nur Minuten, bis es sich wieder staut. Rainer Franz und Johann Hibbe versuchen, Herr der Lage zu werden. Denn: „Aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen dürfen wir ja nicht endlos viele Leute auf den Platz lassen, sondern nur eine bestimmte Anzahl.“ Erneut eine klare Regel, die jedoch wenig Anklang findet. Wieder hagelt es Beschimpfungen. Ruckzuck sind die vier Container bis obenhin voll mit Laub. Corona spielt in diesen Augenblicken offenbar keine Rolle, denn Abstände werden kaum eingehalten. Die Leute sind augenscheinlich nur froh, dass sie ihr Laub los sind.

Als es fast schon dämmert, ist der Ansturm vorbei, die Staus lösen sich langsam auf. Rainer Franz und Johann Hibbe atmen auf und betonen: „Das brauchen wir wirklich nicht noch mal.“

Die Stadtverwaltung reagiert prompt. „Wir werden für den Monat November die Öffnungszeiten erweitern“, sagt Ordnungsamtsleiter Mathias Haase. So ist der Sammelplatz ab Samstag, 7. November, von 9 bis 13 Uhr und mittwochs von 14 bis 17 Uhr geöffnet. „Das ist jeweils eine Stunde mehr. Das sollte die Situation doch ein wenig entzerren“, hofft Haase, der weiß, dass der Feiertag am vergangenen Samstag, für den Ansturm am Mittwoch mitverantwortlich ist und die Sache verschärft hat. Er will aber dennoch nicht mehr zulassen, dass seine Kollegen vom Bauhof derart massiv beleidigt werden: „Geschieht das, gibt es Platzverbot.“

Haase appelliert an die Anlieferer, den Platz auch nur zu den Öffnungszeiten anzusteuern und nicht bereits „eine halbe Stunde vorher dort zu warten, weil die Landstraße unbedingt frei bleiben muss“. Auch müsse die Zufahrt zur Anlieferung genutzt werden und nicht die Ausfahrt. „Das ist wegen der Pandemie-Beschränkung jetzt nun mal so und Punkt.“ Würden die Anordnungen in den folgenden Wochen nicht befolgt, behalte sich die Stadt vor, den Platz komplett zu schließen.

Im Rathaus wird übrigens händeringend auf eine Stellungnahme der Verdener Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gewartet. Denn ein Umbau des Sammelplatzes inklusive zweispuriger Zufahrt ist schon lange in der Pipeline der Stadt, die den Platz freiwillig mit Personal bestückt, weil die Entsorgung von Grünabfall eigentlich „Sache des Landkreises ist“, wie Haase außerdem klarstellt.

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