Projekt Mitfahrerbank vor Umsetzung / Einfaches Prinzip

Start Anfang März

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So sehen die Schilder hinter den Mitfahrerbänken aus. Die Zielangaben wechseln natürlich. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die blauen Schilder sind gedruckt, die bequemen Bänke sind vor Ort und vor allem die unzähligen und komplizierten Genehmigungen sind jetzt fast alle beieinander: Nun dauert es nur noch knapp drei Wochen und das Projekt „Mitfahrerbank Visselhövede“, das vor zweieinhalb Jahren vom Seniorenbeirat initiiert worden war, nimmt Fahrt auf.

Dann sind drei Streckenverläufe geplant, die von den Menschen genutzt werden können, die sonst keine Gelegenheit haben, relativ zügig von einem Ort zum anderen zu kommen. Das Prinzip funktioniert ganz einfach: Eine ältere Dame, nennen wir sie mal Lieschen Müller, sitzt in Rosebruch auf einer Metallgitterbank direkt an der Hauptstraße. Hinter ihr ist ein gut sichtbares Schild aufgestellt. Auf dem steht „Visselhövede“. Eine vorbeikommende Autofahrerin sieht Frau Müller, guckt auf das Schild, bremst ihren Wagen ab, Müller steigt ein und sitzt bereits wenige Minuten später in einer Visselhöveder Arztpraxis oder in einem Café. So simpel und doch so genial arbeitet das Projekt Mitfahrerbank.

„Wer auf dem Land lebt und kein Auto hat, sucht nach Mitfahrgelegenheiten. Die Idee der Mitfahrerbank soll hier helfen“, hatte Helmut Sündermann, Vorsitzender des Seniorenbeirats bereits vor Monaten erläutert. Er hatte das Konzept in der Eifel kennengelernt.

„Sitzt jemand auf der Mitfahrerbank, signalisiert er den Autofahrern, dass er mitgenommen werden will. So können spontan Fahrgemeinschaften gebildet werden, die vielleicht auch dauerhaft sind“, so der Rosebrucher.

Die Mitfahrerbank soll weder das Fahren im Linienbus noch im Bürgerbus ersetzen und ist als Ergänzung der bestehenden Angebote gedacht. Die Autofahrer, die eine Mitfahrgelegenheit anbieten, stammen ebenfalls aus dem hiesigen Raum, sodass die Wahrscheinlichkeit recht groß ist, dass man sich sogar kennt. „Die Idee ist in erster Linie für Senioren gedacht, ist aber auch ein Angebot für jüngere Leute, die den Bus verpasst haben, oder zu den favorisierten Zeiten gar nicht mit dem Bus fahren können“, so Sündermann. „Besonders ältere Menschen können sich häufig nicht einfach so ins Auto setzen und in den nächsten Ort fahren. Sie sind angewiesen auf die Familie oder die Nachbarn. Aber die Familie ist nicht zu jeder Zeit verfügbar. Wenn die Senioren allein leben, wird die Situation noch schwieriger.

Damit Lieschen Müller aber nicht mit einem mulmigen Gefühl in ein fremdes Auto steigt, sollen auch die Mitnehmer gekennzeichnet werden. „Das könnte in Form eines Auto-Aufklebers geschehen“, hatte der Seniorenbeirat bereits angekündigt

„Wir planen den Start für Anfang März“, sagt Heiko Grünhagen aus dem Bereich Ordnungsamt und Bürgerbüro der Stadtverwaltung. Und dann fällt dem Jeddinger ein dicker Stein vom Herzen, denn er hatte in den vergangenen Jahren „einmal pro Woche mit dem Thema zu tun“. Es müssen nämlich eine Vielzahl von Behörden mit ins Boot geholt und vor allem um Installationserlaubnis gefragt werden, obwohl es überwiegend städtische Grundstücke sind, auf denen die Bänke und die Hinweisschilder aufgebaut werden. „Man glaubt gar nicht, welche Straßenbaubehörden dabei ein Mitspracherecht haben“, schnauft Grünhagen jetzt kräftig durch, nachdem er mittlerweile einen ganzen Aktenberg angelegt hat - für zehn banale Sitzbänke!

Die werden übrigens zu einem Großteil durch das EU-Leader-Projekt Hohe Heide gefördert. Aber bis das Geld an die Vissel überwiesen wurde, musste Grünhagen auch erst einmal einen Verwaltungsberg überwinden: „Ich musste zunächst einen Antrag stellen, ob ich überhaupt einen Förderantrag stellen darf.“

Gucken, anhalten, mitnehmen

Zehn Bänke werden in den kommenden Tagen vom Visselhöveder Bauhof unter Mithilfe des Seniorenbeirats aufgestellt. So drei an der Kreisstraße 210 in Rosebruch, Hütthof und Buchholz, um zum Beispiel Senioren die Möglichkeit zu geben, von netten Menschen kostenlos nach Visselhövede mitgenommen zu werden. Das gilt natürlich auch für den Rückweg, denn im Kernort werden ebenfalls drei Bänke aufgestellt. Außerdem in Riepholm (1) in Ottingen (2) und eine Bank in Wehnsen.

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