Konzessionsinhaber für Strom und Gas ab 2020

Stadtwerke bekommen Zuschlag

Freuen sich über die Konzession: Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard David (l.) und Wolfgang Stöckmann, das „Stadtwerke-Gesicht“ vor Ort. Foto: SR

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Stadtwerke Rotenburg betreten in Visselhövede Neuland. Denn zum ersten Mal in ihrer langen Geschichte kaufen sie das komplette Gas- und Stromnetz einer Kleinstadt mitsamt der umliegenden Dörfer.

Der Visselhöveder Stadtrat hat nämlich während seiner Sitzung am Donnerstagabend entschieden, dass die Stadtwerke die Konzession für die Versorgung der Einwohner mit Energie bekommen. „Abgesehen von der Übernahme von den damaligen Versorgern in den Rotenburger Ortsteilen, ist dieser Schritt eine Premiere für uns. Ein echter Meilenstein für unser Unternehmen“, betont Reinhard David, Geschäftsführer der Stadtwerke Rotenburg.

Bisher hatte der Konzern Eon-Avacon die Konzession inne, die die Kommunen alle 20 Jahre neu ausschreiben müssen. Natürlich hätten auch die Helmstedter die Konzession gerne behalten, aber offenbar haben die Stadtwerke das bessere Konzept vorgestellt. Denn dieser Entscheidung ist ein hochkomplexes Verfahren, das insgesamt 1,5 Jahre gedauert hat, vorausgegangen, wozu sich der Visselhöveder Verwaltungsausschuss auch externe Hilfe geholt hat. „Denn bei einer Konzessionsvergabe müssen ungemein viele Vorschriften und Gesetze beachtet werden“, wie Finanzausschussvorsitzender Willi Bargfrede (CDU) betonte. Der rechnet natürlich damit, „dass die Stadtwerke die Konzessionsgebühren regelmäßig zahlen“, so der Wittorfer schmunzelnd. Aber grundsätzlich sei man von der Leistungsfähigkeit des Kreisstadt-Unternehmens voll überzeugt. Ähnlich sieht es Bürgermeister Ralf Goebel, der betonte, dass die Entscheidung eindeutig gewesen sei, auch weil die „vorgestellten Rahmenbedingungen der Stadtwerke überzeugt haben“.

Ein weiteres Argument für ein Engagement der Rotenburger in der Vissel-Stadt sei das Sonderkündigungsrecht nach zehn und nach 15 Jahren, so Michael Beyer (SPD). Hartmut Wallin (Grüne) betonte, dass die Entscheidung „nichts mit Sympathien für oder gegen ein Unternehmen“ zu tun gehabt habe, sondern „die Stadtwerke haben das eindeutig bessere Angebot abgegeben“.

Und nach der Theorie kommt auch für die Rotenburger „so in etwa Mitte kommenden Jahres“ die Praxis, wie Reinhard David betont. „Wir kaufen das gesamte Gas- und Stromnetz mitsamt aller Steuereinrichtungen, Verteilerkästen und was sonst noch alles dazugehört vom bisherigen Konzessionsinhaber Avacon“, erläutert der Stadtwerke-Chef. Seine Mitarbeiter seien in den kommenden Monaten damit beschäftigt, das Netz zu entwirren, um es von den Anlagen oder Kabeln zu trennen, die von der Avacon weiter benötigt würden.

Der Chefetage der Stadtwerke ist es hingegen vorbehalten, mit Avacon über den Preis zu verhandeln. David will zwar sein Angebot nicht konkretisieren, aber es dürfte sich sicher um einen einstelligen Millionenbetrag handeln.

„So ein Stück weit betreten wir Neuland, aber wir sind sicher, den Kunden auch auf lange Sicht günstige Preise bieten zu können“, so David, der froh ist, dass „wir mit Wolfgang Stöckmann das Gesicht der Stadtwerke vor Ort in Visselhövede haben“.

Für die Verbraucher in der Stadt und den Dörfern ändere sich übrigens überhaupt nicht. „Die bekommen die Netzübergabe gar nicht mit“, sagt David. Und auch der Wettbewerb bleibt weiter bestehen, so kann sich jeder Kunde selbst nach einem Anbieter auf dem Strom- oder Gasmarkt umgucken und entsprechende Verträge abschließen. „Diese Unternehmen zahlen dann praktisch eine Durchleitungsgebühr an uns“, klärt David auf.

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