Letzter Unterricht am 27. Januar 

Stadtrat beschließt das Ende der Wittorfer Dorfschule

Im Winter 2015 protestierten Kinder und Eltern gegen die Schließungspläne der Dorfschule – letzlich vergebens. - Foto: iq/Archiv

Visselhövede/Wittorf - Von Jens Wieters. Jetzt ist es amtlich, dass die Wittorfer Dorfschule im kommenden Januar nach fast genau 120 Jahren für immer geschlossen wird. Der Visselhöveder Stadtrat gab am Donnerstagabend einstimmig grünes Licht für eine Verlagerung der Wittorfer Grundschulklassen nach Jeddingen.

So werden am Freitag, 27. Januar, letztmals Zeugnisse verteilt, bevor ein Vertreter der Stadt die Türen der Schule für den Unterrichtsbetrieb für immer schließt. Nach den zweitägigen Zeugnisferien werden die Kinder dann am Standort Jeddingen beschult. Die kleine Wittorfer Einrichtung wurde bereits seit mehr als einem Jahr als Außenstelle der größeren Jeddinger Schule geführt, eine endgültige Schließung wegen fehlender Kinder war aber eigentlich erst später geplant.

Astrid Kirmeß (CDU) erinnerte an die Gründe für das vorzeitige Aus der Dorfschule: „Eine Jeddinger Lehrerin geht aus nachvollziehbaren Gründen vorzeitig in den Ruhestand, und wir bekommen von der Landesschulbehörde keine Ersatzkraft, so dass eine örtliche Zusammenführung beider Schulen schon in diesem Winter gemacht werden muss.“

Der Rat berücksichtigte bei seinem Beschluss aber den Wunsch des Schulelternrats, dem sich der vorgeschaltete Schulausschuss ebenfalls angeschlossen hatte. Demnach wird die Wittorfer Doppelklasse drei/vier nicht getrennt, sondern im Verbund mit der Klassenlehrerin nach Jeddingen gehen. Dort werden die Kinder wie bisher in einer Kombi-Klasse bis zum Sommer 2017 unterrichtet. Die Klassen eins, drei und vier der Jeddinger Grundschule bleiben bis zum Sommer des kommenden Jahres unangetastet. Die Klasse zwei aus Wittorf wird in die Jeddinger Klasse zwei integriert und ab Februar gemeinsam beschult.

„Aber ganz so Friede, Freude, Eierkuchen wie das jetzt hier klingt, war es für die Wittorfer Eltern nicht. Sie musten sich im Hintergrund schon ganz schön einsetzen, um ihre Forderungen durchzubringen“, so Heiner Gerken (Grüne). „Die Schließung einer Schule ist schon ein großer Einschnitt für das Dorf und nicht nur die Eltern hätten sich sicher auch etwas anderes gewünscht.“

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