Voller Einsatz für das Visselhöveder Klima

Schon seit Beginn des Jahres 2023 erarbeitet die Stadt Visselhövede, vor allem Vanessa Reckemeyer, ein Klimaschutzkonzept. Nun ist es soweit, das Konzept steht. Der Klima-, Umwelt und Landwirtschaftsausschuss stimmt dem Papier zu. Verwaltungsausschuss und Rat müssen dem Konzept ebenfalls noch zustimmen, dann geht es an die Umsetzung.
Visselhövede – Alle wollen Klimaschutz. Diesen einfachen Satz kann man mit Blick auf die Kommunen sicherlich formulieren. Und doch ist es mit der Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen so, dass sie nur zögerlich akzeptiert werden. Das geht auch den lokalen Politikern der Stadt Visselhövede so. „Bei dem Wort Controlling bin ich immer kritisch“, gibt etwa Joachim Mahnke (FDP) zu.
Auch andere Mitglieder des Ausschusses meldeten sich und gaben an, dass sie zunächst etwas skeptisch gewesen seien. Keine Frage, noch wird das Konzept durchaus auch kritisch betrachtet – am Ende waren sich dennoch alle einig, dass das 155 Seiten starke Konzept und der entsprechende Beschlussvorschlag gut seien. Vor allem für die Arbeit von Reckemeyer gab es von allen Seiten viel Lob. Harald Gabriel, mit „Vissel for future“ ohnehin in Sachen Klima engagiert, bedankte sich ausdrücklich für das Konzept. Er erinnerte daran, dass die einzelnen Maßnahmen noch zu priorisieren seien: „Da ist noch Musik drin“.
Konzept dient als Leitfaden
Die Klimaschutzmanagerin stellte das Papier noch einmal kurz vor und erläuterte, wie es nun weiter gehen wird. Das Konzept diene als Grundlage und als Leitfaden für die künftige Klimaschutzarbeit. Schnell war auch die Rede vom Anschlussvorhaben – in diesem geht es um Fördermittel, die dabei helfen sollen, nicht nur das Konzept zu erstellen, sondern in Zukunft auch ein Klimaschutzmanagement umsetzen zu können.
Dieses kann zu einem späteren Zeitpunkt sowohl die kommunale Wärmeplanung als auch die Umsetzung von einzelnen Projekten, wie die überpflügten Wegeseitenränder, ermöglichen.
Reckemeyer hatte Zahlen mitgebracht. In einer quantitativen Bestandsanalyse hatte sie zum Beispiel erfasst, dass schon jetzt der Strom, der im Stadtgebiet produziert wurd, zu 132 Prozent durch erneuerbare Energien produziert wird. Vor allem durch Biogasanlagen und durch Windkraft. Unterstützt wurde sie in der Sitzung durch Geografin Anja Neuwöhner, die für das Unternehmen Energie-Klima-Plan tätig ist. Spannend sind auch die Zahlen, die im Zusammenhang mit dem Konzept auf den Tisch kommen. So zeigt sich – global, aber auch für den Landkreis Rotenburg – es wird wärmer, die Folgen sind bekannt. Maßnahmen, die in dem Konzept ihren Platz finden, sind etwa eine klimafreundliche Verwaltung, der Ausbau erneuerbarer Energien, auch die Themenfelder Mobilität, Klimabildung oder Naturschutz spielen eine Rolle. Am Ende ist es noch eher unkonkret, was nun passieren wird, „dennoch sind wir sicher auf einem guten Weg“, so Bürgermeister André Lüdemann nach der Sitzung.
Querschnittsaufgabe in der Kommune
Mit dem Konzept soll die Basis für eine beschleunigte, zielgerichtete Klimaschutzarbeit in Visselhövede geschaffen und Klimaschutz als Querschnittsaufgabe nachhaltig in der Kommune verankert werden. Klimaschutz soll dann als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe herangezogen werden. Schon greifen die „Räder“ offensichtlich ineinander. Denn in Anbetracht der weiteren Beantragung von Fördermitteln – einee Idee, die einstimmig Zustimmung fand – betonte Lüdemann: „Vanessa Reckemeyer ist eine große Entlastung für die Verwaltung und ich würde mich freuen, wenn wir einen positiven Bescheid bekommen.“ Michael Senkbeil (CDU) betonte die Sinnhaftigkeit. „Ich war anfangs dagegen, aber wir sollten den Weg weiter gehen.“