Hotelier übernimmt / Kompetenzzentrum bleibt Mieter

Stadt verkauft KÖN-Haus

+
Die Stadt Visselhövede hat nicht nur den Wasserturm, sondern auch den rechten Teil des Gebäudeensembles verkauft. Der Turm kann aber für die nächsten 99 Jahre von der Stadt genutzt werden.

Die Stadt Visselhövede ist „den Klotz am Bein“ oder „das Fass ohne Boden“ los. Denn so wurde das Gebäude auf dem ehemaligen Sonnentaugelände an der Bahnhofstraße, in dem jetzt das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) untergebracht ist, schon mal salopp von einigen Kommunalpolitikern genannt. Hintergrund waren damals die bereits in Auftrag gegebenen Sanierungsarbeiten an der Fassade des historischen Fachwerkgebäudes.

Visselhövede - Der Ausschuss befürchtete, dass sich noch weitere umfangreiche Arbeiten anschließen würden, und darum wünschte sich bereits vor einigen Jahren so mancher Politiker einen Kaufinteressenten her. Der ist jetzt in Form eines „örtlichen Hoteliers“, wie Bürgermeister Ralf Goebel anmerkt, in Erscheinung getreten, hat gemeinsam mit der Stadt Nägel mit Köpfen gemacht und das Gebäude samt Wasserturm gekauft.

Augenscheinlich bleibt zunächst alles beim Alten, denn an der Mietsituation ändert sich vorerst nichts. „Am vergangenen Montag habe ich den Mietvertrag mit dem neuen Eigentümer unterschrieben“, bestätigt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des KÖN. So bleibe gesichert, dass das Kompetenzzentrum „langfristig den Standort an der Bahnhofstraße“ erhalte. Details aus dem neuen Vertrag will Grieshop allerdings nicht verraten.

Auch Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel hält sich bedeckt, was die Einzelheiten des ausgehandelten Kontrakts angeht: „Der Preis wurde über ein entsprechendes Gutachten ermittelt. Wichtig war uns, dass das KÖN weiterhin Mieter bleibt und der neue Eigentümer auch langfristig mit dem Objekt planen kann.“

Das ehemalige Sonnentaugelände um 1910 mit dem noch nicht ganz fertiggestellten Wasserturm.

Und was ist mit dem Wasserturm? „Wir haben vertraglich vereinbart, dass die Stadt Visselhövede das Nutzungsrecht für die nächsten 99 Jahre behält“, so Goebel. So seinen nicht nur die künftigen Kunstausstellungen gesichert, sondern auch die sanitären Anlagen und das gastronomische Angebot des Hotelbetriebs nebenan könnten genutzt werden. „Das macht vieles einfacher“, so der Bürgermeister.

Die Steuerzahler wird es freuen, dass das mehr als 100 Jahre alte Gebäude nicht mehr das städtische Portemonnaie belastet, denn für gut 30 000 Euro wurde das Fachwerk vor zwei Jahren teilweise erneuert. Von 2002 bis 2004 waren bereits die tragenden Außenwände saniert worden, kurz darauf hatten sich aber erhebliche Mängel an der Holzkonstruktion gezeigt. Eine Alternative gab es nicht, weil im Rahmen der früheren Stadtsanierung Fördergelder in das Projekt geflossen waren. Also war die Stadt bisher verpflichtet, das Gebäude zu erhalten. Jetzt ist diese Vorschrift abgelaufen und das Haus konnte verkauft werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

50 Jahre Harpstedt und Loué - ein Freundschaftsspiel

50 Jahre Harpstedt und Loué - ein Freundschaftsspiel

Mit dem Google Pixel 4 mehr Sterne sehen als mit dem Auge

Mit dem Google Pixel 4 mehr Sterne sehen als mit dem Auge

Gaunerzinken: Mit diesen Geheimcodes verständigen sich Einbrecher

Gaunerzinken: Mit diesen Geheimcodes verständigen sich Einbrecher

Kurdenmilizen setzen Abzug aus Nordsyrien fort

Kurdenmilizen setzen Abzug aus Nordsyrien fort

Meistgelesene Artikel

Autofahrer kollidiert mit Baum: 50-Jähriger schwer verletzt

Autofahrer kollidiert mit Baum: 50-Jähriger schwer verletzt

Gäste bedroht und Polizisten beleidigt: Mann in Handschellen von Party abgeführt

Gäste bedroht und Polizisten beleidigt: Mann in Handschellen von Party abgeführt

Viel zu tun für die neue Kartoffelkönigin

Viel zu tun für die neue Kartoffelkönigin

Die Klimawandel-Alternative

Die Klimawandel-Alternative

Kommentare