St.-Bartholomäus ist Lieblingsort von Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe

Schönste Dorfkirche im Land

+
Die im romanischen Stil um 1150 erbaute Kirche mit ihren Deckenmalereien ist für Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe der liebst Ort der Region.

Kirchwalsede - Von Jens Wieters. „Bei der Frage nach meinem liebsten Platz in der Region kamen mir sofort zwei Favoriten in den Sinn: der Nordpfad Federlohmühlen und die St.-Bartholomäus-Kirche in Kirchwalsede. Letztlich habe ich mich dann für die Kirche entschieden. Sie zählt zu den schönsten Dorfkirchen im niedersächsischen Raum und mit ihr verbindet mich vieles“, erläutert Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe auf die Frage nach ihrem Lieblingsort.

Die Kirche hat sie ausgewählt, weil sie dort nicht nur konfirmiert wurde, sondern dort geheiratet und auch ihre Kinder in der Backsteinkirche getauft wurden.

Als Kirchenvorsteherin hat Hoppe „18 Jahre gern“ die Arbeit bei Gottesdiensten verrichtet, als Bläserin im Posaunenchor beteilige sie sich seit mehr als 40 Jahren an den musikalischen Gottesdiensten und mit dem Gospelchor bestreitet sie jedes Jahr ein Konzert. „Außerdem bin ich seit 1997 Pfarramtssekretärin in der Kirchengemeinde.“

Als Tourist gehe man gern in bedeutende Bauwerke, aber wie stehe es mit den Kirchen vor Ort? „Kennen wir sie und ihre Geschichte?“, fragt Hoppe, die viele Details weiß. Die Kirche in Kirchwalsede ist demnach Namensgeberin des Ortes. Ihr dreiteilig abgestuftes Dach ist charakteristisch für das im romanischen Baustil errichtete Gotteshaus, dessen Alter nicht genau benannt werden kann. Die Kirche soll um 1150 errichtet worden sein. Der quadratische Turm stammt seiner Bauart nach aus dem 14. bis 15. Jahrhundert, aber erst seit 1958 befindet sich dort der Haupteingang.

Im Turm hängen zwei Glocken. Eine davon ist frühgotisch und hat einen Durchmesser von 95 Zentimetern. Sie ruft die Gemeinde jeden Sonntag zum Gottesdienst, wiegt rund 750 Kilo und soll etwa 600 Jahre alt sein. Die zweite Glocke wurde 1958 angebracht und geweiht, weil ihre Vorgängerinnen in den Weltkriegen entfernt worden waren.

„Jetzt in den Sommermonaten ist die Kirche von 9 bis 18 Uhr täglich verlässlich geöffnet und es gibt viel in ihrem Innenraum zu entdecken“, so Hoppe.

Die mit Rokoko-Ornamenten bemalte Empore trägt die Jahreszahl 1678. Die Kanzel wurde 1686 gefertigt und der Altar stammt aus dem Jahr 1670. Das Altarbild zeigt eine auf Holz gemalte Darstellung des heiligen Abendmahls. Es wurde 1955 durch eine Spende von Hoppes Großmutter in Hannover restauriert.

2010 wurde die Deckenmalerei im Chorraum freigelegt. Dabei wurden bis zu acht Farbschichten festgestellt. Das Besondere am jetzigen Ergebnis ist, dass die ursprünglichen Malereien nicht durch Ergänzungen verfälscht wurden.

„Besonders an heißen Tagen ist es wohltuend, sich für einige Zeit in den Chorraum zu setzen und den kühlen Raum auf sich wirken zu lassen, in dem schon viele Generationen gebetet haben“, hat die Bürgermeisterin noch einen Tipp parat.

Die dicken knapp 900 Jahre alten Mauern schirmten den Alltagslärm ab und in der Stille komme man zur Ruhe von der Geschäftigkeit des Alltags. „Aber auch am Sonntag ist der Gottesdienst für mich eine Kraftquelle, damit ich meine vielfältigen Aufgaben in der Woche wahrnehmen kann.“

Seit zwei Jahren gibt es im Sommer ein musikalisches Angebot für alle „Daheimgebliebenen“ und Touristen – die „Klingende Kirche“. „Zum Ausklang des Monats noch einmal innehalten und Musik in der wunderschönen alten Kirche genießen, um danach frisch ins Wochenende und in den neuen Monat zu starten, das ist der Gedanke, der dahinter steckt“, berichtet Ursula Hoppe.

Jeweils am letzten Freitag in den Monaten von April bis Oktober konzertieren ab 19 Uhr unterschiedliche Musik- und Gesangsgruppen für eine halbe Stunde. „Der nächste Termin ist der 28. August, dann wird das Akkordeonorchester aus Visselhövede zu Gast in Kirchwalsede sein.“

Unsere Serie

Alle haben Ferien und sind weg? Muss doch gar nicht sein! Auch unser Landkreis birgt so manches Plätzchen, das nur darauf wartet, (wieder-)entdeckt zu werden. Für unsere Sommerserie haben wir die Bürgermeister der Region gefragt, wo es aus ihrer Sicht besonders schön ist. Diese Orte stellen wir in loser Reihenfolge vor.

Mehr zum Thema:

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Wie Jörg Michelson aus Barrien die Welt sieht

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Auf einer Reise Stockholm entdecken

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Fußball-Tennis und viel Kopfballspiel: Werder-Training am Donnerstag

Warschau will neuen Glanz für Praga

Warschau will neuen Glanz für Praga

Meistgelesene Artikel

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Zahl der Juleicas im Landkreis nimmt ab

Grundriss aus Hecken statt aus Steinen

Grundriss aus Hecken statt aus Steinen

Dachbrand in Waffensen schnell gelöscht

Dachbrand in Waffensen schnell gelöscht

Kommentare