Tam Ofori-Thomas und Henning Cordes wollen Ortsrat für Visselhövede

Sprachrohr für den Kernort

Vorfahrt für den Ortsrat Visselhövede: Zur Umsetzung ihrer Idee brauchen sie die Zwei-Drittel-Mehrheit des Stadtrats: Tam Ofori-Thomas (l.) und Henning Cordes.
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Vorfahrt für den Ortsrat Visselhövede: Zur Umsetzung ihrer Idee brauchen sie die Zwei-Drittel-Mehrheit des Stadtrats: Tam Ofori-Thomas (l.) und Henning Cordes.

Visselhövede – Schwitschen hat einen, Nindorf auch, Hiddingen und Jeddingen sowieso und auch Wittorf leistet sich einen eigenen Ortsrat. Die rund 5 000 Einwohner des Kernorts Visselhövede müssen sich mit ihren Anliegen direkt an den höher angesiedelten Stadtrat wenden. „Und das muss sich ändern“, sagen Tam Ofori-Thomas von der SPD-Stadtratsfraktion und der Liberale Henning Cordes, der für die Gruppe CDU/FDP im Stadtrat sitzt.

Die beiden haben am Mittwoch einen entsprechenden Antrag im Vorzimmer des Bürgermeisters abgegeben, um eine Änderung der Hauptsatzung der Stadt Visselhövede bereits für die kommende Kommunalwahl im Herbst 2021 auf den Weg zu bringen. „Für die Ortschaften Hiddingen, Jeddingen, Nindorf, Schwitschen und Wittorf werden Ortsräte gewählt. In Ortschaften mit 400 bis 999 Einwohnern beträgt die Zahl der Ortsratsmitglieder fünf, bei mehr als 999 Einwohnern sitzen sieben Kommunalpolitiker im Rat“, so liest sich die Hauptsatzung. Der Name Visselhövede fehlt, und darum beantragen die SPD-Fraktion und die FDP im Stadtrat die Bildung und Wahl eines Ortsrats Visselhövede.

„Ein Ortsrat vertritt die Interessen seiner Ortschaft und fördert in allen öffentlichen Bereichen seine positive Entwicklung innerhalb der Gemeinde und unterstützt nachhaltig und Ziel führend die Arbeit der Vereine und Verbände“, heißt es in der Begründung. Ein unbestrittener Vorteil des Ortsrats sei auch, dass die Mitglieder näher an den Bürgern ihrer Ortschaft dran sind. Sie seien Ansprechpartner für die Einwohner und könnten deren Ideen und Belange schneller und besser aufnehmen.

„Ein Ortsrat kann die Menschen aus der Stadt in Projekte einbinden und sie bereits in die Entwicklung von Projekten einbeziehen, um diese dann zum Wohl aller gemeinsam umzusetzen“, so Tam Ofori-Thomas, der die „gute Arbeit“ in den fünf bestehenden Ortsräten als Beispiel nennt. Dass es so etwas im Kernort nicht gibt, ist laut Ofori-Thomas ein „bisschen ungerecht“. Denn nur mit optimaler Bürgernähe könnten Ideen und Verbesserungen für unsere Mitbürger erkannt und umgesetzt werden, da bleibe das eigentliche Stadtgebiet ein wenig zurück. „Das sollte sich schleunigst ändern“, sagt Henning Cordes. Die Wahl des Ortsrats samt Vorsteher als Sprachrohr des Stadtgebiets sei daher notwendig, um auch die Ortsgemeinschaft durch vielfältige Aktivitäten und Projekte zu fördern und das Ortsbild zu verbessern.

„Gerade bei kleinen Dingen wie etwa die Verschönerung der städtischen Optik oder ähnlichen Dingen kann der Stadtrat mit seinen vorgeschalteten Gremien entlastet werden“, so Cordes.

Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Ofori-Thomas und der FDP-Mann haben noch einen weiteren Vorteil ausgemacht, um besonders junge Leute für Politik vor Ort zu begeistern: „Ein Ortsrat kann gerade für jüngere Einwohner, die ihre Heimatstadt mitgestalten wollen, ein toller Einstieg in die Kommunalpolitik sein. Mit einem Ortsrat würde eine größere Nähe zu den Bürgern entstehen, denen der Stadtrat oft viel zu abstrakt ist.“

Aber ganz so einfach ist die Hauptsatzung der Stadt nicht zu ändern, denn dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Stadtrat nötig. „Wenn möglich, wollen wir den Antrag schon während der nächsten Sitzung auf der Tagesordnung haben“, so die beiden. Die findet am Donnerstag, 1. Oktober, ab 19 Uhr in der Mensa der Oberschule an der Lönsstraße statt.

Allerdings müssen die beiden Antragsteller bis dahin noch einige dicke Bretter bei ihren Ratskollegen bohren, denn Cordes‘ Gruppenpartner im Stadtrat, die CDU, habe sich diesem Vorschlag gegenüber eher skeptisch gezeigt, so der Visselhöveder. „Die Grünen wollen das Thema jetzt während ihrer nächsten Zusammenkünfte beraten“, hat Cordes in Erfahrung gebracht. Und wenn das länger dauern sollte, könne der Antrag auch erst im Winter behandelt werden. Bleibt noch die WiV, die laut Ofori-Thomas „noch Bedenken“ hat. Es könnte also knapp werden.

Ofori-Thomas und Cordes wünschen sich jedenfalls, dass der Ortsrat Visselhövede erstmalig bei der nächsten Kommunalwahl im September 2021 gewählt wird.  jw

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