Infoabend des Gewerbevereins zu Jobs für Flüchtlinge

Sprache das größte Hindernis

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Gewerbevereinschef Ulf Timmann (Mitte), hatte Volker Barenscheer und Harald Glüsing (r.) zu Gast. 

Visselhövede - Von Henning Leeske. „Praktika sind ein guter Einstieg für Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt“, empfahl Harald Glüsing, der Leiter des Jobcenters Rotenburg, während einer eher mäßig besuchten Infoveranstaltung des Gewerbevereins Visselhövede.

„Dabei sollte allerdings unbedingt vor Beginn des Praktikums die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter kontaktiert werden, weil sonst der Mindestlohn anfallen könnte“, so Glüsing, der ebenso wie Ulf Timmann, Vorsitzender des Gewerbevereins, hofft, dass durch die Veranstaltung einige der Visseler Neubürger einen Job finden.

Im gesamten Landkreis Rotenburg würden momentan 350 Flüchtlinge mit Bleibeperspektive vom Jobcenter betreut und davon seien 30 Erwachsene in Visselhövede und Umgebung wohnhaft, erläuterte Glüsing. Bei diesen Personen handele es sich um Menschen mit Bleiberecht und voller Erwerbsberechtigung ohne arbeitsrechtliche Einschränkungen.

Viele Qualifikationen in Visselhövede vertreten

Anhand einer muttersprachlichen Kompetenzanalyse wurde im Jobcenter mit Unterstützung eines arabisch sprachigen Ein-Euro-Jobbers festgestellt, welche Ausbildung und Qualifikation diese überwiegend syrischen Staatsangehörigen in Visselhövede mitbringen. Folglich gibt es unter ihnen Buchhalter, einen Betriebswirt, einen Textilverkäufer, Musiklehrer, Bauarbeiter, einen Bäcker, einen Koch und Personen mit großem Interesse an einer Ausbildung im Pflegebereich oder als Tischler.

„Das größte Hindernis für die Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt sind aber immer noch die mangelnden Deutschkenntnisse, das allerdings durch die schnellstmögliche Absolvierung des Integrationskurses behoben werden könnte. Eventuelle Praktika sollten auch nicht mit diesem Kurs zeitlich kollidieren“, forderte Glüsing.

Der informierte die anwesenden auch darüber, dass zwei der Visselhöveder Kandidaten ein Praktikum in einem Betrieb der Autoverwertung absolvieren würden und so erste Einblicke in die Kfz-Branche gewännen.

Verständigung mit Händen und Füssen

Als Mann der Praxis kam außerdem Volker Barenscheer von der Baumschule aus Stellichte zu Wort. Er schilderte seine Erfahrungen mit den bei ihm angestellten Flüchtlingen aus Eritrea, die als Kultivierungshelfer in seinem Betrieb tätig seien. „Zur Not mussten wir uns mit Händen und Füssen verständigen, insbesondere am Anfang“, sagte Barenscheer, als er über die Deutschkenntnisse der neuen Mitarbeiter berichtete. „Vor wenigen Jahren lernte ich noch Polnisch für meine Saisonkräfte und jetzt eben ein bisschen Afrikanisch“, zeigte er sich flexibel und wies daraufhin, dass die Betriebe nicht erwarten könnten, fließend Deutsch sprechende Kandidaten zur Auswahl zu haben. „Sonst würde ich gar keinen Azubi bekommen, weil keiner mehr Gärtner werden will“, meinte Barenscheer weiter und forderte mehr Flexibilität von beiden Seiten.

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