Sponsoren können das Vissel-Bad für ganz kleines Geld mieten

Aktionen für mehr Besucher

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Gitta Brunkhorst (l.) und Maren Schulz bereiten das Vissel-Bad für die vielen Veranstaltungen und Sponsoren-Samstage in diesem Jahr vor.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Lange Schlangen vor der Kasse, ein Kioskbetreiber, der abends reichlich Geld zählen musste, und Jugendlieben, die sich auf der Liegewiese entwickelten. So war das vor 40 Jahren, als das Visselhöveder Schwimmbad eröffnet wurde. Das ist lange her. Mittlerweile gibt es kein Freibad mehr, sondern nur noch ein Baden unter dem Dach, aber der runde Geburtstag soll gefeiert werden. Und die Stadt hat sich einen Sponsor-Badetag ausgedacht, der Neugierige ins Vissel-Bad locken soll.

„Ab sofort kann jeden ersten Samstag im Monat das Bad für drei Stunden von einem Sponsoren für Veranstaltungen genutzt werden“, erklärt Bürgermeister Ralf Goebel.

Von 15 bis 18 Uhr könnte das zum Beispiel ein Autohaus sein, das seine Fahrzeuge vor der Tür präsentiert und im Innern lustige Wasserspiele rund um Käfer und Co. veranstaltet. „Wichtig ist, dass es eine öffentliche Veranstaltung für Kinder wird. Für die ist das Ganze nämlich gedacht und die müssen auch keinen Eintritt bezahlen“, ergänzt Hauptamtsleiter Klaus Twiefel – einer aus der Verwaltung, der bei der Eröffnung 1976 schon dabei war.

In den beiden Becken kann dann nach Herzenslust getobt werden, dank einer guten Zusammenarbeit mit dem Rotenburger Ronolulu treten auch ein paar Großspielgeräte die Reise von der Wümme an die Vissel an.

„Wichtig ist, dass die Kinder ihr Freischwimmerzeugnis vorweisen können“, informiert Badleiterin Gitta Brunkhorst.

Nur 150 Euro kostet der Badespaß am Samstagnachmittag den Veranstaltern. „Das sind die Kosten, die wir für das Personal aufbringen müssen. Extra-Reinigung oder Heizung berechnen wir nicht“, macht Goebel Interessierten das Hallenbad schmackhaft.

Die erste Gruppe, die dieses Angebot nutzt, ist der Förderverein der Kastanienschule am 6. Februar. „Dann haben wir sicherlich viele, viele Kinder im Bad, deren Eltern sich dann überlegen, vielleicht doch einmal schwimmen zu gehen“, erklärt Twiefel den Sinn, der hinter dieser Aktion steht: „Das Bad einfach bekannter machen und hoffen, dass dann auch mehr Gäste kommen.“

Denn zufrieden sind die Verantwortlichen im Visselhöveder Rathaus mit den Besucherzahlen trotz Investitionen in Höhe von rund einer halben Million Euro in den vergangenen fünf Jahren noch lange nicht. „Es geht zwar nicht weiter bergab, aber wir bewegen uns konstant auf einem sehr niedrigen Niveau, man kann sagen: konstant zu wenig Gäste“, hat Twiefel errechnet.

Rund 300000 Euro verschlingt das Bad jährlich an Unterhaltungskosten – dank der Wärme aus einer Nindorfer Biogasanlage schon günstiger als noch vor einigen Jahren.

Dennoch fristet es im Bewusstsein der Visselhöveder eher ein Dornröschen-Dasein. Und das soll sich nicht nur durch die samstäglichen Badepartys ändern, sondern auch durch weitere Aktionen, die sich das Badpersonal im Laufe des Jahres ausgedacht hat. So steht am 29. Januar ein Kerzenschwimmen an und im Februar gibt es einen Valentinstag.

„Wie müssen einfach hinbekommen, dass wir mehr Leute für das Bad begeistern, um damit das jährliche Defizit zumindest ein wenig auszugleichen. Es gibt nämlich im Vergleich kaum ein günstigeres Sportbad, wo man seine Bahnen ziehen kann“, hofft Goebel, dass die verschiedenen Werbeaktionen von Erfolg gekrönt sind.

„Denn wo kann man schon für drei Euro pro Erwachsener und 1,60 Euro für ein Kind ohne Zeitbegrenzung baden“, fragt Klaus Twiefel, der betont, dass es mit einer Geldwertkarte sogar noch günstiger wird.

Wer also Interesse hat, einen Samstagnachmittag zu buchen, der sollte sich einfach im Rathaus unter der Rufnummer 04262/301102 melden.

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